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Freitag, 1. Januar 2010

In Schule und Gemeinde


Peter van Briel

Peter van BrielPfarrer Peter van Briel wollte Lehrer nur werden, bis ihn einer reizte, über eine Zukunft als Priesters ernsthaft nachzudenken. Erst als er den Unterschied zwischen beiden Aufgaben herausgefunden hatte, konnte er ein ganzes Ja zu seiner Berufung sagen: Jetzt kann er mit Gottes Hilfe, für die Christen Christus sein, mit ihnen Christ; und Lehrer an einer großen Schule obendrein.

Eigentlich wollte ich ja Lehrer werden.

Aber der Mann vom Arbeitsamt, der uns in der 10. Klasse informierte, meinte, da wäre in absehbarer Zeit kein Arbeitsplatz zu bekommen. Viel bessere Chancen hätte ich, wenn ich EDV-Techniker würde (so hieß das damals), oder aber katholischer Priester.

Damit hatte er eine Frage aufgeworfen, die mich seitdem nicht mehr losließ.

Warum eigentlich nicht Priester werden? Ich schaute meinem damaligen Kaplan immer wieder über die Schulter und fragte mich, ob ich das vielleicht auch mal so leben könnte.….

Und die Antwort wurde immer klarer:  Ja, das wäre ein Leben!

Aber ich gebe zu, ganz so schnell ging es doch nicht. Denn die Frage, was einen Priester nun wirklich vom Lehrer oder Gemeindeleiter unterscheidet, blieb lange Zeit unbeantwortet.

Als ich dann aber - erst mitten im Theologiestudium - die Antwort auch auf diese Frage gefunden hatte, war die Freude umso größer: Ein Priester ist beauftragt, Jesus Christus spürbar werden zu lassen. Anfassbar. Hörbar. Sichtbar. Ja, das wollte ich. Gerne!

Kurz vor meiner Weihe erzählte ich diese Geschichte unserem Regens.

Ich fügte ein wenig wehmütig hinzu: Aber wenn einmal eine Stelle frei wird, in der ich als Priester gleichzeitig auch Lehrer sein kann, dann denken Sie an mich, ja? - Dass es dann noch während meiner ersten Kaplanszeit so weit sein würde, hatte ich allerdings nicht gedacht. Schon nach drei Jahren als Kaplan in Rhede bat mich der Leiter des Priesterseminars, die Pfarrstelle in einem kleinen Ort (Halverde) zu übernehmen und gleichzeitig Schulpfarrer in Recke an einer bischöflichen Schule mit mehr als 1.500 Schülern zu werden. Ich war begeistert!

Und bin es noch heute.

Ich kann das, was mir am meisten menschliche Freude macht (Lehren, Erzählen, Erklären, mit jungen Menschen arbeiten) mit dem verbinden, was mir am meisten übernatürliche Freude macht (ein anderer Christus sein).

In der Schule bin ich - im Gegensatz zur Jugendarbeit in der Gemeinde - auch mit kritischen, ungläubigen oder desinteressierten Jugendlichen konfrontiert.

Und das fordert mich immer wieder neu: Mit Begeisterung lehren, ohne jemanden zu überrennen; mit Geduld erklären, ohne zu langweilen; mit Kritik und Vorurteilen umgehen, ohne zu verzweifeln. Und vor allem: Sich von der jugendlichen Neugier immer wieder anstecken lassen.

Ganz besonders schön ist es, dass ich neben meiner Tätigkeit an der Schule die kleine Pfarrgemeinde leiten darf.

Neben dem doch manchmal anstrengenden Schulbetrieb darf ich dort auch die Lebenswirklichkeiten als Priester begleiten, die sonst an der Schule nicht vorkommen: Taufen, Kinder– und Messdienerarbeit, Jugendfreizeiten, Trauungen und Beerdigungen. Das erinnert mich an den, von dem ich meine ganze Lebenskraft bekomme: Jesus Christus. Und es erinnert mich daran, was ich sein darf: Sein Priester.


In Schule und Gemeinde

In Schule und Gemeinde

Peter van BrielPfarrer Peter van Briel wollte Lehrer nur werden, bis ihn einer reizte, über eine Zukunft als Priesters ernsthaft nachzudenken. Erst als er den Unterschied zwischen beiden Aufgaben herausgefunden hatte, konnte er ein ganzes Ja zu seiner Berufung sagen: Jetzt kann er mit Gottes Hilfe, für die Christen Christus sein, mit ihnen Christ; und Lehrer an einer großen Schule obendrein.

Eigentlich wollte ich ja Lehrer werden.

Aber der Mann vom Arbeitsamt, der uns in der 10. Klasse informierte, meinte, da wäre in absehbarer Zeit kein Arbeitsplatz zu bekommen. Viel bessere Chancen hätte ich, wenn ich EDV-Techniker würde (so hieß das damals), oder aber katholischer Priester.

Damit hatte er eine Frage aufgeworfen, die mich seitdem nicht mehr losließ.

Warum eigentlich nicht Priester werden? Ich schaute meinem damaligen Kaplan immer wieder über die Schulter und fragte mich, ob ich das vielleicht auch mal so leben könnte.….

Und die Antwort wurde immer klarer:  Ja, das wäre ein Leben!

Aber ich gebe zu, ganz so schnell ging es doch nicht. Denn die Frage, was einen Priester nun wirklich vom Lehrer oder Gemeindeleiter unterscheidet, blieb lange Zeit unbeantwortet.

Als ich dann aber - erst mitten im Theologiestudium - die Antwort auch auf diese Frage gefunden hatte, war die Freude umso größer: Ein Priester ist beauftragt, Jesus Christus spürbar werden zu lassen. Anfassbar. Hörbar. Sichtbar. Ja, das wollte ich. Gerne!

Kurz vor meiner Weihe erzählte ich diese Geschichte unserem Regens.

Ich fügte ein wenig wehmütig hinzu: Aber wenn einmal eine Stelle frei wird, in der ich als Priester gleichzeitig auch Lehrer sein kann, dann denken Sie an mich, ja? - Dass es dann noch während meiner ersten Kaplanszeit so weit sein würde, hatte ich allerdings nicht gedacht. Schon nach drei Jahren als Kaplan in Rhede bat mich der Leiter des Priesterseminars, die Pfarrstelle in einem kleinen Ort (Halverde) zu übernehmen und gleichzeitig Schulpfarrer in Recke an einer bischöflichen Schule mit mehr als 1.500 Schülern zu werden. Ich war begeistert!

Und bin es noch heute.

Ich kann das, was mir am meisten menschliche Freude macht (Lehren, Erzählen, Erklären, mit jungen Menschen arbeiten) mit dem verbinden, was mir am meisten übernatürliche Freude macht (ein anderer Christus sein).

In der Schule bin ich - im Gegensatz zur Jugendarbeit in der Gemeinde - auch mit kritischen, ungläubigen oder desinteressierten Jugendlichen konfrontiert.

Und das fordert mich immer wieder neu: Mit Begeisterung lehren, ohne jemanden zu überrennen; mit Geduld erklären, ohne zu langweilen; mit Kritik und Vorurteilen umgehen, ohne zu verzweifeln. Und vor allem: Sich von der jugendlichen Neugier immer wieder anstecken lassen.

Ganz besonders schön ist es, dass ich neben meiner Tätigkeit an der Schule die kleine Pfarrgemeinde leiten darf.

Neben dem doch manchmal anstrengenden Schulbetrieb darf ich dort auch die Lebenswirklichkeiten als Priester begleiten, die sonst an der Schule nicht vorkommen: Taufen, Kinder– und Messdienerarbeit, Jugendfreizeiten, Trauungen und Beerdigungen. Das erinnert mich an den, von dem ich meine ganze Lebenskraft bekomme: Jesus Christus. Und es erinnert mich daran, was ich sein darf: Sein Priester.

 

Peter van Briel

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Freitag, 31. Januar 2009

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