Montag, 12. März 2012

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!


Brief von P. Álvaro Corcuera LC zum Beginn der Fastenzeit

P. Álvaro Corcuera LC, Generaldirektor der Legionäre Christi und des Regnum Christi, schrieb am 22. Februar 2012 diesen Brief an die Mitglieder und Freunde des Regnum Christi aus Anlass des Beginns der Fastenzeit.



P. Álvaro Corcuera LCRom, den 22. Februar 2012

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

es ist für mich eine Freude, diese Gelegenheit wahrzunehmen, um mich an Sie zu wenden, jetzt, da wir, diese Zeit der Gnade – die Fastenzeit – begonnen haben. Die Zeiten im liturgischen Jahreskreis kehren zwar jedes Jahr wieder, sind aber in gewissem Sinne immer neu, denn Gott behält uns jeweils die Gnaden vor, die wir im gegenwärtigen Moment am meisten benötigen.

Jeder von uns befindet sich zu Beginn dieser Fastenzeit in einer bestimmten persönlichen Situation, von der aus er in diese Zeit der Gnade eintritt. Sicherlich wünschen wir alle, die wir zu dieser geistlichen Familie des Regnum Christi berufen worden sind, in unserer Liebe zu Jesus Christus, der Liebe unseres Lebens, zu wachsen. Wir sind außerdem auch mit Kreuz und Leid beladen, die Gott in unserem Leben zulässt und die uns mit vielen Menschen in der Welt verbinden. Was für eine wunderbare Gelegenheit uns mit dem gekreuzigten Christus inniger zu vereinigen. Er allein erschließt uns die Hoffnung und den Sinn des Leidens. „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!“ (Röm 12,12).

Wir begleiten jetzt auf besondere Weise die gottgeweihten Mitglieder der Bewegung, die eine neue Etappe auf dem Weg der Erneuerung beginnen. In diesen schwierigen Zeiten, vertrauen wir mehr denn je auf Gott, und fühlen wie Christus und die Kirche uns wirklich als Familie vereinen: Legionäre Christi, gottgeweihte Frauen und Männer, jedes einzelne Mitglied und alle Freunde von Regnum Christi, die Kinder des ECYD, usw. Wir sind nicht allein! Gott beruft uns dazu, Apostel der Barmherzigkeit zu sein, grenzenlos zu lieben und ebenso zu vergeben und um Vergebung zu bitten, indem wir nicht dem natürlichen Drang folgen, die Schuld auf andere zu schieben, sondern uns von der Gnade und vom Gesetz des Evangeliums, der Liebe, anleiten lassen. Wir wissen, dass wir füreinander da sind und uns gegenseitig im Gebet, durch das gute Beispiel und durch so viele Gesten der Zuneigung unterstützen. Wir sind sehr dankbar dafür, dass unsere Mutter Kirche uns an die Hand nimmt und uns in dieser Zeit durch den Stellvertreter Christi und den Päpstlichen Delegaten ganz besonders zur Seite steht. Gott führt uns an der Hand und gibt uns eine Sicherheit, die nicht auf menschlichen Erwartungen, sondern auf den göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gegründet ist.

Gemeinsam mit der ganzen Kirche bereiten wir uns auf das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene Jahr des Glaubens vor, das im kommenden Oktober beginnen wird. Angesichts dieser Tatsache würde ich gerne mit Ihnen kurz über unsere Berufung als Zeugen des Glaubens nachdenken.

1. Berufen, Zeugen des Glaubens zu sein

Im vergangenen Dezember und Januar hatte ich die Gelegenheit vielen von Ihnen in Chile, den Vereinigten Staaten und in Mexiko zu begegnen. Es war für mich eine große Freude, mit Ihnen diese Momente zu teilen! Es ist ein wahrer Segen zu sehen, wie viel Sehnsucht nach Heiligkeit, wie viele Initiativen und konkrete Hilfeleistungen der Heilige Geist ins Leben ruft, um den Menschen die Liebe Christi näherzubringen. Wenn wir heute hier stehen, dann haben wir das anderen Menschen zu verdanken, die geglaubt haben und dafür gearbeitet haben, uns den christlichen Glauben zu vermitteln. Wenn wir unseren persönlichen Werdegang überdenken, stellen wir mit großer Dankbarkeit fest, dass es da viele Menschen, Frauen und Männer, gibt, die uns auf verschiedenste Weise Gott nahegebracht haben, und uns ihn immer noch nahebringen. Noch ehe wir unsere Berufung zur Bewegung verspürt haben, hatten wir dank der Großzügigkeit vieler, die aufgrund ihres Glaubens als Werkzeuge maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Evangelium in unseren Ländern und Familien Fuß gefasst hat, in der Kirche sowohl die Sakramente empfangen, als auch vielen anderen Gnadengeschenken und Gaben.

Das Apostolische Schreiben Porta Fidei, mit dem der Papst das Jahr des Glaubens ausrief, lädt uns dazu ein, die Geschichte unseres Glaubens zu meditieren. Der Papst erwähnt in diesem Zusammenhang Maria, die Apostel, die Jünger der ersten christlichen Gemeinde, die Märtyrer, die Männer und Frauen, die ihr Leben Christus geweiht haben und schließlich auch die vielen Männer und Frauen, die »im Laufe der Jahrhunderte… die Schönheit bekannt [haben], was es heißt, dem Herrn Jesus dort nachzufolgen, wo sie berufen waren, ihr Christsein zu bezeugen: in der Familie, im Beruf, im öffentlichen Leben, in der Ausübung der Charismen und Dienste, zu denen sie gerufen wurden« (Porta Fidei, 13). Man wird wirklich von großer Dankbarkeit erfüllt, wenn man diese ununterbrochene Kette der Treue und des Einsatzes betrachtet, dank derer der Glaube bis zu uns gelangt ist!

Dennoch wissen wir, dass die Weitergabe des Glaubens von einer Generation zur nächsten nicht leicht war. Wenn wir die Geschichte der Kirche betrachten, wird uns sofort bewusst, dass dazu viel Heiligkeit und persönlicher Einsatz nötig war, und die christlichen Tugenden oft in heroischem Grad gelebt wurden. Wie viele Märtyrer hat es in diesen zwanzig Jahrhunderten gegeben! Wie schon Tertullian sagte: »Das Blut der Märtyrer ist der Same der Christenheit«. Wenn wir heute hier stehen, liegt das auch an der Opferbereitschaft vieler Frauen und Männer, die ihr Leben für Christus und den Nächsten hingegeben haben, die bereit waren, wie Weizenkörner in die Erde zu fallen und ihr Leben hinzugeben.

Gott hat es gefallen, uns in diesem Augenblick der Geschichte zu Zeugen des Glaubens zu berufen, damit viele Menschen zum Glauben an ihn kommen und lernen ihn zu lieben. Wir gehören zu dieser langen, ununterbrochenen Kette der Gläubigen, in der wir uns gegenseitig unterstützen und den Auftrag, das Empfangene weiterzugeben, miteinander teilen: »Niemand kann für sich allein glauben, wie auch niemand für sich allein leben kann. Niemand hat sich selbst den Glauben gegeben, wie auch niemand sich selbst das Leben gegeben hat. Der Glaubende hat den Glauben von anderen empfangen; er muss ihn anderen weitergeben. Unsere Liebe zu Jesus und den Menschen drängt uns, zu anderen von unserem Glauben zu sprechen. Jeder Glaubende ist so ein Glied in der großen Kette der Glaubenden. Ich kann nicht glauben, wenn ich nicht durch den Glauben anderer getragen bin, und ich trage durch meinen Glauben den Glauben anderer mit«. (Katechismus der Katholischen Kirche, 166). Wie groß ist Gottes Vertrauen in uns, wenn er uns diese Mission übergibt!

Darüber hinaus hat er uns das Regnum Christi – ein Geschenk des Heiligen Geistes für seine Kirche – anvertraut. Nur in dem Maße, in dem wir mit dem Herrn zusammenarbeiten – ohne dabei seiner göttlichen Fügung Hindernisse in den Weg zu legen – wird es auch zur vollen Entfaltung gelangen. Wir alle sehen das gute Beispiel von so vielen Mitgliedern unter uns, die ihre Berufung zu Aposteln in der Bewegung mit großer Leidenschaft leben. Sie erinnern uns daran, dass wir in jedem Alter dazu berufen sind, Zeugnis für unseren Glauben abzulegen, nach Heiligkeit zu streben, die Liebe zu Christus dort auszustrahlen, wo Gott uns hingestellt hat. »Das, was die Welt heute braucht, ist das glaubhafte Zeugnis derer, die vom Wort des Herrn im Geist und im Herzen erleuchtet, fähig sind, den Geist und das Herz vieler zu öffnen für die Sehnsucht nach Gott und nach dem ewigen Leben, das kein Ende hat« (Porta Fidei, 15).

In seiner Predigt anlässlich des letzten Konsistoriums wandte sich der Papst an die neuen Kardinäle und erinnerte sie daran, dass ihre Mission vor allem darin bestehe, »die Freude der Liebe Christi zu bezeugen« (Predigt vom 19. Februar 2012). Wenn unser Herz von dieser Liebe erfüllt ist, können wir weder traurig noch verschlossen leben, selbst wenn wir uns inmitten von Prüfungen und Leid befinden. Der Glaube gibt uns die Gewissheit seiner Liebe, und aus der tiefen Freude darüber bricht mit Kraft das Zeugnis hervor, das fähig ist, die Welt zu verwandeln.

2. Unseren Glauben stärken

Wenn wir das Leben der ersten Christen betrachten, überrascht uns der Mut, mit dem sie sich der Verkündigung des Evangeliums hingegeben haben, obwohl sie oft nur mit geringen Mitteln vorliebnehmen mussten und ihre Mission unter widrigen Umständen ausübten. Ihr Glaube und ihre Liebe zu Christus haben sie dazu gebracht, außerordentliche Dinge zu leisten, so wie Jesus es seine Aposteln beim Letzten Abendmahl versprochen hatte: »Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater« (Joh 14,12).

In der heutigen Zeit Zeugen des Glaubens zu sein, bedeutet – wir wissen es – gegen den Strom zu schwimmen. Aber wir sollen das Kreuz und seine verschiedenen Erscheinungsformen nicht fürchten, denn von ihm kann nur Segen ausgehen. Gott lädt uns dazu ein, zuerst an die Bedürfnisse der Seelen, an unsere Mission zu denken. Die beste Art und Weise, uns um uns selbst zu kümmern, besteht darin, für die anderen zu sorgen. Wenn wir uns aller Notlagen der Kirche und das Maß ihres Leidens vollauf bewusst wären, würden wir ohne Unterlass daran arbeiten, Christus zu all jenen zu bringen, die ihn noch nicht kennen; nicht nur in fernen Erdteilen, sondern in unseren eigenen Städten und unter jenen, die uns nahestehen. Der größte Dienst, den wir ihnen erweisen können, besteht darin, ihnen zur Freundschaft mit Christus zu verhelfen.

Gleichzeitig erfahren wir unsere Grenzen als Menschen und erkennen, wie wenig wir aus eigener Kraft tun können. Deshalb müssen wir Gott um die Gabe des Glaubens bitten. Ich schlage Ihnen drei konkrete Mittel vor, die uns allen sehr dabei behilflich sein können, unseren Glauben zu stärken und im Glauben zu wachsen, um so besser an Gottes Heilsplan mitwirken zu können. Nur durch viel Eifer im Gebet, durch innigen Kontakt mit Christus in der Eucharistie und in seinem Wort, werden wir authentische Zeugen des Glaubens sein können.

Das Gebet

Der christliche Glaube besteht nicht aus abstrakten Ideen, sondern besteht darin, sich demjenigen hinzugeben, der uns aus Liebe erschaffen hat: der Glaube ist vor allem »eine persönliche Bindung des Menschen an Gott« (Katechismus der Katholischen Kirche, 150). Unser Glaube wächst also durch einen einfachen und herzlichen Umgang mit Gott. Dabei vertrauen wir ihm Freud und Leid an, unsere Schwierigkeiten und unsere Sehnsüchte, aber vor allem hören wir auf ihn und machen uns von Herzen seinen Plan über unser Leben zu Eigen – in guten, wie in schlechten Zeiten. Der Papst wies uns in einer seiner letzten Generalaudienzen darauf hin: »Angesichts der schwierigsten und schmerzlichsten Situationen, wenn Gott uns nicht zu hören scheint, brauchen wir keine Angst haben, ihm die ganze Last anzuvertrauen, die wir in unserem Herzen tragen, dürfen wir keine Angst haben, vor ihm unser Leid herauszuschreien, müssen wir überzeugt sein, dass Gott nahe ist, auch wenn er scheinbar schweigt« (Generalaudienz, 8. Februar 2012).

Daher bedeutet Beten nicht, an vieles zu denken, sondern vielmehr dass wir Gott in unser Herz aufnehmen, und ihn betrachten; dass unser ganzes Leben ihm gegenüber zu einer liebenden Antwort wird. Dass wir uns mit ihm, seinem Willen, seiner Sicht– und Handlungsweise identifizieren. Dass wir zulassen, dass er, Christus, in uns lebt. Besonders in diesen Zeiten müssen wir ihn ständig fragen: „Herr, was willst du nun von mir?“ Um ihm dann von ganzem Herzen zu sagen, dass wir das wollen, was er will. Die tiefste Quelle unseres Friedens und unserer Einheit besteht darin, den Willen Gottes kennenzulernen und aus Liebe zu erfüllen, unser Leben auf den Felsen seines Willens zu bauen: »als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heran fluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein, denn es war auf Fels gebaut« (Mt 7,25).

Der Heilige Vater erklärte das Gebet Christi in Getsemani mit folgenden Worten: »Wir müssen lernen, uns der göttlichen Vorsehung stärker anzuvertrauen, müssen Gott um die Kraft bitten, aus uns selbst herauszukommen, um ihm gegenüber unser „Ja“ zu erneuern, um ihm immer wieder zu sagen: „Dein Wille geschehe“, um unseren Willen dem seinen anzugleichen. Darum müssen wir täglich beten, denn es ist nicht immer leicht, uns dem Willen Gottes anzuvertrauen, das „Ja“ Jesu, das „Ja“ Marias zu wiederholen« (Generalaudienz, 1. Februar 2012). Bemühen wir uns also während dieser Fastenzeit unser Gebetsleben zu stärken, damit der Herr uns, wie es der Papst während der eben erwähnten Audienz gesagt hat, Hoffnung schenkt, uns seine Nähe spüren lässt und uns ein wenig Licht für unseren Lebensweg spendet.

Leben mit der Eucharistie

Wie der Priester es bei der Messfeier nach der Wandlung verkündet, ist die Eucharistie das »Geheimnis des Glaubens«. Die zahlreichen Initiativen eine verstärkte eucharistische Anbetung zu halten, die sich in dieser Zeit in der Gemeinschaft der Legionäre Christi und der Mitglieder der Bewegung ergeben haben, sind wirklich ein Grund zur Freude. Wie dies auch Papst Benedikt XVI. vor kurzem betont hat, verwandelt Christus hier wirklich unser Leben: »Anbetung ist zuerst ein Akt des Glaubens – der Akt des Glaubens als solcher. […] Er ist da. Und wenn er da ist, dann beuge ich mich vor ihm. Dann öffnen sich Verstand und Wille und Herz auf ihn hin und von ihm her. Im auferstandenen Christus ist der menschgewordene Gott da, der für uns gelitten hat, weil er uns liebt. In diese Gewissheit der leibhaftigen Liebe Gottes zu uns treten wir als Mitliebende hinein. Das ist Anbetung, und das bestimmt dann mein Leben« (Ansprache an die Römische Kurie, 22. Dezember 2011).

Deshalb ist die Eucharistiefeier die beste Gelegenheit, um im Glauben zu wachsen und Christus immer inniger in uns aufzunehmen. Hier lernen wir, die Dinge aus seiner Sicht zu betrachten und wir werden tief miteinander vereint, indem wir am gleichen Brot und am gleichen Kelch teilhaben. Die Errichtung des Reiches Christi hängt in erster Linie weder von unseren Gedanken, noch von unserer Arbeit ab, sondern vielmehr vom Handeln Gottes in einem jeden von uns. Gott kann durch jeden Menschen der einen tiefen Glauben hat Wunder wirken. Hinter einem leidenschaftlichen Zeugen des Glaubens, einem Heiligen, einem Apostel verbirgt sich stets ein Mensch der ein tiefes eucharistisches Leben führt. Wenn wir Christus in unser Herz aufnehmen, wird uns genau jene Kraft zuteil, die uns so oft, menschlich gesehen, zu fehlen scheint.

Das Wort Gottes lesen und meditieren

Oft möchten wir Gottes Stimme hören, und suchen ihn an allen möglichen Orten. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass er zu uns vor allem durch die Heilige Schrift spricht. Gerade dort finden wir sein Wort, das er im Heute unseres Lebens an uns richtet. Das Wort Gottes muss der erste Bezugspunkt für unser Handeln sein, so dass wir unser Leben ständig am Evangelium ausrichten und Christus fragen, wie er in diesem Moment handeln würde.

Papst Benedikt XVI. erinnert uns daran, wie nützlich es ist, auf das Wort Gottes zu hören, um im Glauben zu wachsen: »Tatsächlich ist es gerade die Verkündigung des göttlichen Wortes, die den Glauben hervorruft, durch den wir der uns offenbarten Wahrheit von Herzen zustimmen und unser ganzes Sein Christus anvertrauen: „So gründet der Glaube in der Botschaft, die Botschaft im Wort Christi“ (Röm 10,17)« (Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini, 25).

Das Evangelium aufschlagen heißt, Christus zu begegnen und ihm auf diese Weise erlauben unser Leben zu verwandeln. Nur so verwirklicht sich das, was der Papst in dem genannten Schreiben folgendermaßen ausdrückt: »Der Heilige Geist, der die heiligen Autoren inspiriert hat, ist derselbe, der auch die Heiligen antreibt, das Leben für das Evangelium hinzugeben« (Verbum Domini, 49). Bitten wir Gott darum, dass wir sein Wort mit gläubigen und fügsamen Herzen annehmen, und in uns auf diese Weise Christi Abbild stets deutlicher zum Vorschein komme.

Damit komme ich zum Ende der Gedanken, die ich Ihnen mit auf den Weg geben wollte, jedoch nicht ohne Ihnen vorher von Herzen für Ihr Zeugnis und Ihre Treue zu danken. Ich würde gern mehr für einen jeden von Ihnen tun, verspreche Ihnen aber wenigstens mein Gebet und meinen aufrichtigen Dank. In dieser Stunde unserer Geschichte müssen wir die gute Saat aussähen, müssen wir aufrichtige Zeugen und fügsame Werkzeuge sein, damit der Heilige Geist zur rechten Zeit die ihm wohlgefälligen Früchte hervorbringen kann.

In dem Maße, in dem wir uns selbst in ihn verwandeln lassen, werden wir fähig als glaubwürdige Zeugen der Liebe Gottes zu wirken. So, wie wir jetzt die Geschichte unseres Glaubens Revue passieren ließen, so werden auch die zukünftigen Generationen von Legionären Christi und Mitgliedern des Regnum Christi ihre Augen auf uns richten, um zu sehen, wie wir diesen Augenblick gelebt haben. Denken wir an das, was die Bewegung in einigen Jahren sein wird, was sie dank der Treue jedes Einzelnen bewerkstelligen wird. Stützen wir uns auch weiterhin gegenseitig im Gebet und legen wir diese Fastenzeit in die Hände Mariens. Von ihr erbitten wir Hilfe, damit wir im Glauben und in der Liebe zu Jesus Christus wachsen, damit wir so werden, wie er uns haben möchte.

Herzlichst in Christus und der Bewegung,

P. Álvaro Corcuera LC

 

(Übersetzung des spanischsprachigen Originals)

 


Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

P. Álvaro Corcuera LC, Generaldirektor der Legionäre Christi und des Regnum Christi, schrieb am 22. Februar 2012 diesen Brief an die Mitglieder und Freunde des Regnum Christi aus Anlass des Beginns der Fastenzeit.



P. Álvaro Corcuera LCRom, den 22. Februar 2012

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn,

es ist für mich eine Freude, diese Gelegenheit wahrzunehmen, um mich an Sie zu wenden, jetzt, da wir, diese Zeit der Gnade – die Fastenzeit – begonnen haben. Die Zeiten im liturgischen Jahreskreis kehren zwar jedes Jahr wieder, sind aber in gewissem Sinne immer neu, denn Gott behält uns jeweils die Gnaden vor, die wir im gegenwärtigen Moment am meisten benötigen.

Jeder von uns befindet sich zu Beginn dieser Fastenzeit in einer bestimmten persönlichen Situation, von der aus er in diese Zeit der Gnade eintritt. Sicherlich wünschen wir alle, die wir zu dieser geistlichen Familie des Regnum Christi berufen worden sind, in unserer Liebe zu Jesus Christus, der Liebe unseres Lebens, zu wachsen. Wir sind außerdem auch mit Kreuz und Leid beladen, die Gott in unserem Leben zulässt und die uns mit vielen Menschen in der Welt verbinden. Was für eine wunderbare Gelegenheit uns mit dem gekreuzigten Christus inniger zu vereinigen. Er allein erschließt uns die Hoffnung und den Sinn des Leidens. „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!“ (Röm 12,12).

Wir begleiten jetzt auf besondere Weise die gottgeweihten Mitglieder der Bewegung, die eine neue Etappe auf dem Weg der Erneuerung beginnen. In diesen schwierigen Zeiten, vertrauen wir mehr denn je auf Gott, und fühlen wie Christus und die Kirche uns wirklich als Familie vereinen: Legionäre Christi, gottgeweihte Frauen und Männer, jedes einzelne Mitglied und alle Freunde von Regnum Christi, die Kinder des ECYD, usw. Wir sind nicht allein! Gott beruft uns dazu, Apostel der Barmherzigkeit zu sein, grenzenlos zu lieben und ebenso zu vergeben und um Vergebung zu bitten, indem wir nicht dem natürlichen Drang folgen, die Schuld auf andere zu schieben, sondern uns von der Gnade und vom Gesetz des Evangeliums, der Liebe, anleiten lassen. Wir wissen, dass wir füreinander da sind und uns gegenseitig im Gebet, durch das gute Beispiel und durch so viele Gesten der Zuneigung unterstützen. Wir sind sehr dankbar dafür, dass unsere Mutter Kirche uns an die Hand nimmt und uns in dieser Zeit durch den Stellvertreter Christi und den Päpstlichen Delegaten ganz besonders zur Seite steht. Gott führt uns an der Hand und gibt uns eine Sicherheit, die nicht auf menschlichen Erwartungen, sondern auf den göttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gegründet ist.

Gemeinsam mit der ganzen Kirche bereiten wir uns auf das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene Jahr des Glaubens vor, das im kommenden Oktober beginnen wird. Angesichts dieser Tatsache würde ich gerne mit Ihnen kurz über unsere Berufung als Zeugen des Glaubens nachdenken.

1. Berufen, Zeugen des Glaubens zu sein

Im vergangenen Dezember und Januar hatte ich die Gelegenheit vielen von Ihnen in Chile, den Vereinigten Staaten und in Mexiko zu begegnen. Es war für mich eine große Freude, mit Ihnen diese Momente zu teilen! Es ist ein wahrer Segen zu sehen, wie viel Sehnsucht nach Heiligkeit, wie viele Initiativen und konkrete Hilfeleistungen der Heilige Geist ins Leben ruft, um den Menschen die Liebe Christi näherzubringen. Wenn wir heute hier stehen, dann haben wir das anderen Menschen zu verdanken, die geglaubt haben und dafür gearbeitet haben, uns den christlichen Glauben zu vermitteln. Wenn wir unseren persönlichen Werdegang überdenken, stellen wir mit großer Dankbarkeit fest, dass es da viele Menschen, Frauen und Männer, gibt, die uns auf verschiedenste Weise Gott nahegebracht haben, und uns ihn immer noch nahebringen. Noch ehe wir unsere Berufung zur Bewegung verspürt haben, hatten wir dank der Großzügigkeit vieler, die aufgrund ihres Glaubens als Werkzeuge maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Evangelium in unseren Ländern und Familien Fuß gefasst hat, in der Kirche sowohl die Sakramente empfangen, als auch vielen anderen Gnadengeschenken und Gaben.

Das Apostolische Schreiben Porta Fidei, mit dem der Papst das Jahr des Glaubens ausrief, lädt uns dazu ein, die Geschichte unseres Glaubens zu meditieren. Der Papst erwähnt in diesem Zusammenhang Maria, die Apostel, die Jünger der ersten christlichen Gemeinde, die Märtyrer, die Männer und Frauen, die ihr Leben Christus geweiht haben und schließlich auch die vielen Männer und Frauen, die »im Laufe der Jahrhunderte… die Schönheit bekannt [haben], was es heißt, dem Herrn Jesus dort nachzufolgen, wo sie berufen waren, ihr Christsein zu bezeugen: in der Familie, im Beruf, im öffentlichen Leben, in der Ausübung der Charismen und Dienste, zu denen sie gerufen wurden« (Porta Fidei, 13). Man wird wirklich von großer Dankbarkeit erfüllt, wenn man diese ununterbrochene Kette der Treue und des Einsatzes betrachtet, dank derer der Glaube bis zu uns gelangt ist!

Dennoch wissen wir, dass die Weitergabe des Glaubens von einer Generation zur nächsten nicht leicht war. Wenn wir die Geschichte der Kirche betrachten, wird uns sofort bewusst, dass dazu viel Heiligkeit und persönlicher Einsatz nötig war, und die christlichen Tugenden oft in heroischem Grad gelebt wurden. Wie viele Märtyrer hat es in diesen zwanzig Jahrhunderten gegeben! Wie schon Tertullian sagte: »Das Blut der Märtyrer ist der Same der Christenheit«. Wenn wir heute hier stehen, liegt das auch an der Opferbereitschaft vieler Frauen und Männer, die ihr Leben für Christus und den Nächsten hingegeben haben, die bereit waren, wie Weizenkörner in die Erde zu fallen und ihr Leben hinzugeben.

Gott hat es gefallen, uns in diesem Augenblick der Geschichte zu Zeugen des Glaubens zu berufen, damit viele Menschen zum Glauben an ihn kommen und lernen ihn zu lieben. Wir gehören zu dieser langen, ununterbrochenen Kette der Gläubigen, in der wir uns gegenseitig unterstützen und den Auftrag, das Empfangene weiterzugeben, miteinander teilen: »Niemand kann für sich allein glauben, wie auch niemand für sich allein leben kann. Niemand hat sich selbst den Glauben gegeben, wie auch niemand sich selbst das Leben gegeben hat. Der Glaubende hat den Glauben von anderen empfangen; er muss ihn anderen weitergeben. Unsere Liebe zu Jesus und den Menschen drängt uns, zu anderen von unserem Glauben zu sprechen. Jeder Glaubende ist so ein Glied in der großen Kette der Glaubenden. Ich kann nicht glauben, wenn ich nicht durch den Glauben anderer getragen bin, und ich trage durch meinen Glauben den Glauben anderer mit«. (Katechismus der Katholischen Kirche, 166). Wie groß ist Gottes Vertrauen in uns, wenn er uns diese Mission übergibt!

Darüber hinaus hat er uns das Regnum Christi – ein Geschenk des Heiligen Geistes für seine Kirche – anvertraut. Nur in dem Maße, in dem wir mit dem Herrn zusammenarbeiten – ohne dabei seiner göttlichen Fügung Hindernisse in den Weg zu legen – wird es auch zur vollen Entfaltung gelangen. Wir alle sehen das gute Beispiel von so vielen Mitgliedern unter uns, die ihre Berufung zu Aposteln in der Bewegung mit großer Leidenschaft leben. Sie erinnern uns daran, dass wir in jedem Alter dazu berufen sind, Zeugnis für unseren Glauben abzulegen, nach Heiligkeit zu streben, die Liebe zu Christus dort auszustrahlen, wo Gott uns hingestellt hat. »Das, was die Welt heute braucht, ist das glaubhafte Zeugnis derer, die vom Wort des Herrn im Geist und im Herzen erleuchtet, fähig sind, den Geist und das Herz vieler zu öffnen für die Sehnsucht nach Gott und nach dem ewigen Leben, das kein Ende hat« (Porta Fidei, 15).

In seiner Predigt anlässlich des letzten Konsistoriums wandte sich der Papst an die neuen Kardinäle und erinnerte sie daran, dass ihre Mission vor allem darin bestehe, »die Freude der Liebe Christi zu bezeugen« (Predigt vom 19. Februar 2012). Wenn unser Herz von dieser Liebe erfüllt ist, können wir weder traurig noch verschlossen leben, selbst wenn wir uns inmitten von Prüfungen und Leid befinden. Der Glaube gibt uns die Gewissheit seiner Liebe, und aus der tiefen Freude darüber bricht mit Kraft das Zeugnis hervor, das fähig ist, die Welt zu verwandeln.

2. Unseren Glauben stärken

Wenn wir das Leben der ersten Christen betrachten, überrascht uns der Mut, mit dem sie sich der Verkündigung des Evangeliums hingegeben haben, obwohl sie oft nur mit geringen Mitteln vorliebnehmen mussten und ihre Mission unter widrigen Umständen ausübten. Ihr Glaube und ihre Liebe zu Christus haben sie dazu gebracht, außerordentliche Dinge zu leisten, so wie Jesus es seine Aposteln beim Letzten Abendmahl versprochen hatte: »Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater« (Joh 14,12).

In der heutigen Zeit Zeugen des Glaubens zu sein, bedeutet – wir wissen es – gegen den Strom zu schwimmen. Aber wir sollen das Kreuz und seine verschiedenen Erscheinungsformen nicht fürchten, denn von ihm kann nur Segen ausgehen. Gott lädt uns dazu ein, zuerst an die Bedürfnisse der Seelen, an unsere Mission zu denken. Die beste Art und Weise, uns um uns selbst zu kümmern, besteht darin, für die anderen zu sorgen. Wenn wir uns aller Notlagen der Kirche und das Maß ihres Leidens vollauf bewusst wären, würden wir ohne Unterlass daran arbeiten, Christus zu all jenen zu bringen, die ihn noch nicht kennen; nicht nur in fernen Erdteilen, sondern in unseren eigenen Städten und unter jenen, die uns nahestehen. Der größte Dienst, den wir ihnen erweisen können, besteht darin, ihnen zur Freundschaft mit Christus zu verhelfen.

Gleichzeitig erfahren wir unsere Grenzen als Menschen und erkennen, wie wenig wir aus eigener Kraft tun können. Deshalb müssen wir Gott um die Gabe des Glaubens bitten. Ich schlage Ihnen drei konkrete Mittel vor, die uns allen sehr dabei behilflich sein können, unseren Glauben zu stärken und im Glauben zu wachsen, um so besser an Gottes Heilsplan mitwirken zu können. Nur durch viel Eifer im Gebet, durch innigen Kontakt mit Christus in der Eucharistie und in seinem Wort, werden wir authentische Zeugen des Glaubens sein können.

Das Gebet

Der christliche Glaube besteht nicht aus abstrakten Ideen, sondern besteht darin, sich demjenigen hinzugeben, der uns aus Liebe erschaffen hat: der Glaube ist vor allem »eine persönliche Bindung des Menschen an Gott« (Katechismus der Katholischen Kirche, 150). Unser Glaube wächst also durch einen einfachen und herzlichen Umgang mit Gott. Dabei vertrauen wir ihm Freud und Leid an, unsere Schwierigkeiten und unsere Sehnsüchte, aber vor allem hören wir auf ihn und machen uns von Herzen seinen Plan über unser Leben zu Eigen – in guten, wie in schlechten Zeiten. Der Papst wies uns in einer seiner letzten Generalaudienzen darauf hin: »Angesichts der schwierigsten und schmerzlichsten Situationen, wenn Gott uns nicht zu hören scheint, brauchen wir keine Angst haben, ihm die ganze Last anzuvertrauen, die wir in unserem Herzen tragen, dürfen wir keine Angst haben, vor ihm unser Leid herauszuschreien, müssen wir überzeugt sein, dass Gott nahe ist, auch wenn er scheinbar schweigt« (Generalaudienz, 8. Februar 2012).

Daher bedeutet Beten nicht, an vieles zu denken, sondern vielmehr dass wir Gott in unser Herz aufnehmen, und ihn betrachten; dass unser ganzes Leben ihm gegenüber zu einer liebenden Antwort wird. Dass wir uns mit ihm, seinem Willen, seiner Sicht– und Handlungsweise identifizieren. Dass wir zulassen, dass er, Christus, in uns lebt. Besonders in diesen Zeiten müssen wir ihn ständig fragen: „Herr, was willst du nun von mir?“ Um ihm dann von ganzem Herzen zu sagen, dass wir das wollen, was er will. Die tiefste Quelle unseres Friedens und unserer Einheit besteht darin, den Willen Gottes kennenzulernen und aus Liebe zu erfüllen, unser Leben auf den Felsen seines Willens zu bauen: »als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heran fluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein, denn es war auf Fels gebaut« (Mt 7,25).

Der Heilige Vater erklärte das Gebet Christi in Getsemani mit folgenden Worten: »Wir müssen lernen, uns der göttlichen Vorsehung stärker anzuvertrauen, müssen Gott um die Kraft bitten, aus uns selbst herauszukommen, um ihm gegenüber unser „Ja“ zu erneuern, um ihm immer wieder zu sagen: „Dein Wille geschehe“, um unseren Willen dem seinen anzugleichen. Darum müssen wir täglich beten, denn es ist nicht immer leicht, uns dem Willen Gottes anzuvertrauen, das „Ja“ Jesu, das „Ja“ Marias zu wiederholen« (Generalaudienz, 1. Februar 2012). Bemühen wir uns also während dieser Fastenzeit unser Gebetsleben zu stärken, damit der Herr uns, wie es der Papst während der eben erwähnten Audienz gesagt hat, Hoffnung schenkt, uns seine Nähe spüren lässt und uns ein wenig Licht für unseren Lebensweg spendet.

Leben mit der Eucharistie

Wie der Priester es bei der Messfeier nach der Wandlung verkündet, ist die Eucharistie das »Geheimnis des Glaubens«. Die zahlreichen Initiativen eine verstärkte eucharistische Anbetung zu halten, die sich in dieser Zeit in der Gemeinschaft der Legionäre Christi und der Mitglieder der Bewegung ergeben haben, sind wirklich ein Grund zur Freude. Wie dies auch Papst Benedikt XVI. vor kurzem betont hat, verwandelt Christus hier wirklich unser Leben: »Anbetung ist zuerst ein Akt des Glaubens – der Akt des Glaubens als solcher. […] Er ist da. Und wenn er da ist, dann beuge ich mich vor ihm. Dann öffnen sich Verstand und Wille und Herz auf ihn hin und von ihm her. Im auferstandenen Christus ist der menschgewordene Gott da, der für uns gelitten hat, weil er uns liebt. In diese Gewissheit der leibhaftigen Liebe Gottes zu uns treten wir als Mitliebende hinein. Das ist Anbetung, und das bestimmt dann mein Leben« (Ansprache an die Römische Kurie, 22. Dezember 2011).

Deshalb ist die Eucharistiefeier die beste Gelegenheit, um im Glauben zu wachsen und Christus immer inniger in uns aufzunehmen. Hier lernen wir, die Dinge aus seiner Sicht zu betrachten und wir werden tief miteinander vereint, indem wir am gleichen Brot und am gleichen Kelch teilhaben. Die Errichtung des Reiches Christi hängt in erster Linie weder von unseren Gedanken, noch von unserer Arbeit ab, sondern vielmehr vom Handeln Gottes in einem jeden von uns. Gott kann durch jeden Menschen der einen tiefen Glauben hat Wunder wirken. Hinter einem leidenschaftlichen Zeugen des Glaubens, einem Heiligen, einem Apostel verbirgt sich stets ein Mensch der ein tiefes eucharistisches Leben führt. Wenn wir Christus in unser Herz aufnehmen, wird uns genau jene Kraft zuteil, die uns so oft, menschlich gesehen, zu fehlen scheint.

Das Wort Gottes lesen und meditieren

Oft möchten wir Gottes Stimme hören, und suchen ihn an allen möglichen Orten. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass er zu uns vor allem durch die Heilige Schrift spricht. Gerade dort finden wir sein Wort, das er im Heute unseres Lebens an uns richtet. Das Wort Gottes muss der erste Bezugspunkt für unser Handeln sein, so dass wir unser Leben ständig am Evangelium ausrichten und Christus fragen, wie er in diesem Moment handeln würde.

Papst Benedikt XVI. erinnert uns daran, wie nützlich es ist, auf das Wort Gottes zu hören, um im Glauben zu wachsen: »Tatsächlich ist es gerade die Verkündigung des göttlichen Wortes, die den Glauben hervorruft, durch den wir der uns offenbarten Wahrheit von Herzen zustimmen und unser ganzes Sein Christus anvertrauen: „So gründet der Glaube in der Botschaft, die Botschaft im Wort Christi“ (Röm 10,17)« (Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini, 25).

Das Evangelium aufschlagen heißt, Christus zu begegnen und ihm auf diese Weise erlauben unser Leben zu verwandeln. Nur so verwirklicht sich das, was der Papst in dem genannten Schreiben folgendermaßen ausdrückt: »Der Heilige Geist, der die heiligen Autoren inspiriert hat, ist derselbe, der auch die Heiligen antreibt, das Leben für das Evangelium hinzugeben« (Verbum Domini, 49). Bitten wir Gott darum, dass wir sein Wort mit gläubigen und fügsamen Herzen annehmen, und in uns auf diese Weise Christi Abbild stets deutlicher zum Vorschein komme.

Damit komme ich zum Ende der Gedanken, die ich Ihnen mit auf den Weg geben wollte, jedoch nicht ohne Ihnen vorher von Herzen für Ihr Zeugnis und Ihre Treue zu danken. Ich würde gern mehr für einen jeden von Ihnen tun, verspreche Ihnen aber wenigstens mein Gebet und meinen aufrichtigen Dank. In dieser Stunde unserer Geschichte müssen wir die gute Saat aussähen, müssen wir aufrichtige Zeugen und fügsame Werkzeuge sein, damit der Heilige Geist zur rechten Zeit die ihm wohlgefälligen Früchte hervorbringen kann.

In dem Maße, in dem wir uns selbst in ihn verwandeln lassen, werden wir fähig als glaubwürdige Zeugen der Liebe Gottes zu wirken. So, wie wir jetzt die Geschichte unseres Glaubens Revue passieren ließen, so werden auch die zukünftigen Generationen von Legionären Christi und Mitgliedern des Regnum Christi ihre Augen auf uns richten, um zu sehen, wie wir diesen Augenblick gelebt haben. Denken wir an das, was die Bewegung in einigen Jahren sein wird, was sie dank der Treue jedes Einzelnen bewerkstelligen wird. Stützen wir uns auch weiterhin gegenseitig im Gebet und legen wir diese Fastenzeit in die Hände Mariens. Von ihr erbitten wir Hilfe, damit wir im Glauben und in der Liebe zu Jesus Christus wachsen, damit wir so werden, wie er uns haben möchte.

Herzlichst in Christus und der Bewegung,

P. Álvaro Corcuera LC

 

(Übersetzung des spanischsprachigen Originals)

 

 

Brief von P. Álvaro Corcuera LC zum Beginn der Fastenzeit

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Montag, 12. März 2012

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