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Mittwoch, 24. April 2013

Dr. Reinhard Lettmann


Ein Leben als Bischof

Dr. Reinhard LettmannBischof Reinhard Lettmann ist schon als junger Mann von seinem Bischof in die Pflicht genommen worden, eine der größten deutschen Diözesen zu verwalten. In seiner langen Amtszeit hat ihn der Blick auf die Priester und die Gläubigen seines Bistums bestärkt, das Gebet mit der Hl. Schrift und die Feier der Eucharistie haben ihn getragen.

Meine frühe Jugendzeit fällt mit der Zeit des Nationalsozialismus zusammen. Denn am 09.03.1933 wurde ich in Datteln geboren. Unsere Familie wohnte am Kirchplatz. Sie war voll in das Leben der Pfarrgemeinde integriert. Schon früh wurde ich Messdiener. Gern habe ich diesen Dienst getan und bin so in das liturgische Leben der Kirche hinein gewachsen.

Wir hatten in der Pfarrgemeinde St. Amandus fünf Priester. Vor dem damals 70-jährigen Dechanten hatten wir großen Respekt. Im Haus der jüngeren Priester, vor allem von Vikar Demming und Kaplan Klümpen, ging ich ein und aus. So lernte ich das Leben der Priester näher kennen.

Im Alter von zehn Jahren wurden alle Jugendlichen Mitglied des Jungvolkes. Da ich lieber zu den Messdienerstunden ging als zum Antreten des Jungvolkes, riefen manche mir nach: Du Pastor oder Du heiliger Franz Josef. Das hat mich nicht sonderlich gestört, sondern mich darin bestärkt, den Weg in der Kirche zu gehen.

In den letzten Jahren des Gymnasiums habe ich damit geliebäugelt, Mathematik und Physik zu studieren. Dann aber habe ich mich doch für die Theologie entschieden und bin Priester geworden. 1959 wurde ich zum Priester geweiht.

Nach eineinhalbjähriger Kaplanszeit schickte mich Bischof Dr. Michael Keller nach Rom, um Kirchenrecht zu studieren. Nach Beendigung des Studiums ernannte Bischof Dr. Höffner mich zu seinem Kaplan. Ich konnte ihn zu allen Sitzungen des II. Vatikanischen Konzils nach Rom begleiten. An allen Sitzungen des Konzils habe ich, zunächst als Stenograph und dann als Platzanweiser teilgenommen.

Das Erlebnis der Weltkirche im Konzil hat mich tief beeindruckt. Bischöfe aus allen Teilen der Welt waren vereint im einen Glauben und suchten nach einem guten Weg für die Kirche in die Zukunft hinein. Meine weiteren priesterlichen Aufgaben führten mich aus der unmittelbaren Gemeindeseelsorge hinaus: Ich wurde Generalvikar, Weihbischof.

Bis vor wenigen Wochen war ich 28 Jahre lang Diözesanbischof des Bistums Münster. Es ist mit mehr als zwei Millionen Katholiken das drittgrößte Bistum in Deutschland. In diesen langen Jahren der Tätigkeit auf der Ebene des Bistums habe ich alle Priester kennen gelernt.

Es hat mich in meinem bischöflichen Dienst bestärkt, erfahren zu können, wie die überwältigende Mehrzahl der Priester mit Freude und Einsatzbereitschaft ihren priesterlichen Dienst tut. Mit besonderer Freude habe ich im Dom zu Münster und in allen Gemeinden des Bistums die Eucharistie gefeiert. Tausenden von jungen Menschen habe ich bei der Spendung der Firmung in die Augen geschaut. Trotz aller Wandlungen im kirchlichen Leben in den fünfzig Jahren, die ich überschauen kann, war es für mich eine Freude und Bestärkung, erfahren zu dürfen, dass der Glaube auch heute in den Herzen vieler Menschen lebendig ist.

Wichtig war es mir, in meinem Tagesplan eine feste Zeit für das Gebet, die Meditation und das Lesen der Heiligen Schrift vorzusehen. Die Psalmen des Alten Testaments, die wir im Stundenbuch täglich beten, sind mir eine willkommene Brücke des Gebetes zu Gott.

Lass uns deinem kommenden Christus entgegen eilen. Als ich Bischof wurde, habe ich mir dieses Gebet an Gott, den Vater, ein Wort vom 1. Adventssonntag, zum Leitspruch gewählt. Ich bin dankbar und froh, dass ich mit so vielen Priestern und Gläubigen diesen Glaubensweg gemeinsam gehen konnte und weiterhin gemeinsam gehen werde.


Dr. Reinhard Lettmann

Dr. Reinhard Lettmann

Dr. Reinhard LettmannBischof Reinhard Lettmann ist schon als junger Mann von seinem Bischof in die Pflicht genommen worden, eine der größten deutschen Diözesen zu verwalten. In seiner langen Amtszeit hat ihn der Blick auf die Priester und die Gläubigen seines Bistums bestärkt, das Gebet mit der Hl. Schrift und die Feier der Eucharistie haben ihn getragen.

Meine frühe Jugendzeit fällt mit der Zeit des Nationalsozialismus zusammen. Denn am 09.03.1933 wurde ich in Datteln geboren. Unsere Familie wohnte am Kirchplatz. Sie war voll in das Leben der Pfarrgemeinde integriert. Schon früh wurde ich Messdiener. Gern habe ich diesen Dienst getan und bin so in das liturgische Leben der Kirche hinein gewachsen.

Wir hatten in der Pfarrgemeinde St. Amandus fünf Priester. Vor dem damals 70-jährigen Dechanten hatten wir großen Respekt. Im Haus der jüngeren Priester, vor allem von Vikar Demming und Kaplan Klümpen, ging ich ein und aus. So lernte ich das Leben der Priester näher kennen.

Im Alter von zehn Jahren wurden alle Jugendlichen Mitglied des Jungvolkes. Da ich lieber zu den Messdienerstunden ging als zum Antreten des Jungvolkes, riefen manche mir nach: Du Pastor oder Du heiliger Franz Josef. Das hat mich nicht sonderlich gestört, sondern mich darin bestärkt, den Weg in der Kirche zu gehen.

In den letzten Jahren des Gymnasiums habe ich damit geliebäugelt, Mathematik und Physik zu studieren. Dann aber habe ich mich doch für die Theologie entschieden und bin Priester geworden. 1959 wurde ich zum Priester geweiht.

Nach eineinhalbjähriger Kaplanszeit schickte mich Bischof Dr. Michael Keller nach Rom, um Kirchenrecht zu studieren. Nach Beendigung des Studiums ernannte Bischof Dr. Höffner mich zu seinem Kaplan. Ich konnte ihn zu allen Sitzungen des II. Vatikanischen Konzils nach Rom begleiten. An allen Sitzungen des Konzils habe ich, zunächst als Stenograph und dann als Platzanweiser teilgenommen.

Das Erlebnis der Weltkirche im Konzil hat mich tief beeindruckt. Bischöfe aus allen Teilen der Welt waren vereint im einen Glauben und suchten nach einem guten Weg für die Kirche in die Zukunft hinein. Meine weiteren priesterlichen Aufgaben führten mich aus der unmittelbaren Gemeindeseelsorge hinaus: Ich wurde Generalvikar, Weihbischof.

Bis vor wenigen Wochen war ich 28 Jahre lang Diözesanbischof des Bistums Münster. Es ist mit mehr als zwei Millionen Katholiken das drittgrößte Bistum in Deutschland. In diesen langen Jahren der Tätigkeit auf der Ebene des Bistums habe ich alle Priester kennen gelernt.

Es hat mich in meinem bischöflichen Dienst bestärkt, erfahren zu können, wie die überwältigende Mehrzahl der Priester mit Freude und Einsatzbereitschaft ihren priesterlichen Dienst tut. Mit besonderer Freude habe ich im Dom zu Münster und in allen Gemeinden des Bistums die Eucharistie gefeiert. Tausenden von jungen Menschen habe ich bei der Spendung der Firmung in die Augen geschaut. Trotz aller Wandlungen im kirchlichen Leben in den fünfzig Jahren, die ich überschauen kann, war es für mich eine Freude und Bestärkung, erfahren zu dürfen, dass der Glaube auch heute in den Herzen vieler Menschen lebendig ist.

Wichtig war es mir, in meinem Tagesplan eine feste Zeit für das Gebet, die Meditation und das Lesen der Heiligen Schrift vorzusehen. Die Psalmen des Alten Testaments, die wir im Stundenbuch täglich beten, sind mir eine willkommene Brücke des Gebetes zu Gott.

Lass uns deinem kommenden Christus entgegen eilen. Als ich Bischof wurde, habe ich mir dieses Gebet an Gott, den Vater, ein Wort vom 1. Adventssonntag, zum Leitspruch gewählt. Ich bin dankbar und froh, dass ich mit so vielen Priestern und Gläubigen diesen Glaubensweg gemeinsam gehen konnte und weiterhin gemeinsam gehen werde.

 

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