Dienstag, 21. Mai 2013

Der weite Weg der Selbstverleugnung


Tägliche Meditationen - 21. Mai 2013

Dienstag der sechsten Woche im Jahreskreis
Hermann Josef von Steinfeld, OPraem

P. Edward Hopkins LC

Mk 9,3037
Jesus und seine Jünger gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.

Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich glaube an dich; du bist hier bei mir und an meinem Leben interessiert. Ich glaube, dass du mein Gebet erwartest, um mein Herz und meine Besuche bei der Eucharistie anzuleiten, um meinen Willen und das, was meine Hingabe fördert, zu stärken. Ich vertraue darauf, dass du mir dein Leben als Austausch für die Verleugnung meiner selbst gibst. Ich liebe dich und will dich noch mehr lieben, indem ich deinen Willen freudig annehme und tue. Mutter Maria, lehre mich, mit dir zu sagen: „Mir geschehe nach deinem Wort.“

Bitte: „Rede, Herr, denn dein Diener hört” (1 Sam 3,10).

1.  Jesus, Lehrer der Apostel. Diese eine Reise wollte Jesus heimlich machen. Warum? Weil er seine ganze Aufmerksamkeit und Anstrengung darauf verwenden wollte, seine Apostel das tiefste und wichtigste Geheimnis seines Lebens zu lehren: Dass er sterben müsse! Dass daher alles, was sie bisher mit ihm erlebt hatten, unvollständig war, nur eine Vorbereitung auf den letzten Akt seines Auftrags: die Vollendung seiner Liebe, seine völlige Hingabe am Kreuz. Würden sie verstehen, dass das Samenkorn sterben muss, bevor es zu neuem Leben erstehen kann? Es würde sehr hart für sie werden das zu hören. Er war ihr Herr, der mächtige, messianische König, gekommen um sie zu befreien und sein Königreich der Warhheit und Liebe zu errichten. Sie ersehnten weitere Siege, Heilungen, besiegte Dämonen und zum Schweigen gebrachte Feinde. Weit weg waren ihre Träume von der Botschaft Jesu. Auch wir haben unsere Wünsche und Bedürfnisse. Können wir uns weit genug von ihnen lösen, um im Gebet Gottes Willen und seinen Heilsplan für uns zu erkennen?

2. Langsame Schüler. Nicht nur „verstanden (sie) den Sinn seiner Worte nicht“, sondern sie „scheuten sich, ihn zu fragen“. Mit anderen Worten: sie wollten es nicht wissen. Oft hat unser Kommunikationsproblem nicht so sehr mit dem Verstand als vielmehr mit dem Willen zu tun. Es liegt uns mehr daran, uns „durchzusetzen“, zu „behaupten“, unseren „Willen zu bekommen“. Christi Wege zu lernen bedeutet bis zu einem gewissen Grad unsere eigenen Wege zu verlassen. „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30). Das erklärt, warum niemand vor Christus neutral sein kann; er fordert uns auf, unser Leben zu ändern. Jesus stieß auf erbitterten Widerstand bei denen, die ihn schließlich auch töteten. Wie offen bin ich für seine Forderungen? Bete ich hörend, um mit einem gelehrigen, aber festen „Amen“ zu antworten?

3. Die härteste Lektion. Wie auf frischer Tat ertappte Buben wollen die Apostel nicht zugeben, dass sie darüber gesprochen haben, wer von ihnen der Größte sei. Sie „hören“ also Jesus nicht nur nicht zu; sie sind im Gegenteil eifrig damit beschäftigt, ihren Willen durchzusetzen. Wie kann er ihnen also diese schwierige aber lebensnotwendige Wahrheit nahe bringen? Mit der Liebe eines Vaters stellt Jesus also ein Kind vor sie hin und fängt von vorne an: Dieses kleine Kind ist das größte! Groß seid ihr, wenn ihr euch erniedrigt, wenn ihr dient und euer Leben gebt, denn so kommt Gott zu euch. Erst der Anblick des gekreuzigten Jesus wird diese Lektion tiefer in ihre Herzen eingraben. Lerne ich diese Lektion der opfernden Liebe, um in dieser Liebe so groß zu werden wie ich kann?

Gespräch mit Christus: Lieber Gott, öffne mein Herz für deinen Willen. Befreie mich von Eigenliebe, Vorstellungen und Träumen. Lehre mich, mir selbst zu sterben, wenn ich zu beten beginne und wenn ich zu arbeiten anfange. Hilf mir, so zu arbeiten, zu beten und zu leben, dass du und deine Liebe in meinem Leben in meinen armseligen Eigenschaften und Bemühungen aufscheinen können.

Vorsatz:  Um den Herrn besser zu hören, will ich gut zuhören, bevor ich meine eigenen Gedanken oder Wünsche im Gebet oder im Umgang mit der Familie oder anderen vor ihn bringe.


Der weite Weg der Selbstverleugnung

Der weite Weg der Selbstverleugnung

Dienstag der sechsten Woche im Jahreskreis
Hermann Josef von Steinfeld, OPraem

P. Edward Hopkins LC

Mk 9,3037
Jesus und seine Jünger gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.

Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich glaube an dich; du bist hier bei mir und an meinem Leben interessiert. Ich glaube, dass du mein Gebet erwartest, um mein Herz und meine Besuche bei der Eucharistie anzuleiten, um meinen Willen und das, was meine Hingabe fördert, zu stärken. Ich vertraue darauf, dass du mir dein Leben als Austausch für die Verleugnung meiner selbst gibst. Ich liebe dich und will dich noch mehr lieben, indem ich deinen Willen freudig annehme und tue. Mutter Maria, lehre mich, mit dir zu sagen: „Mir geschehe nach deinem Wort.“

Bitte: „Rede, Herr, denn dein Diener hört” (1 Sam 3,10).

1.  Jesus, Lehrer der Apostel. Diese eine Reise wollte Jesus heimlich machen. Warum? Weil er seine ganze Aufmerksamkeit und Anstrengung darauf verwenden wollte, seine Apostel das tiefste und wichtigste Geheimnis seines Lebens zu lehren: Dass er sterben müsse! Dass daher alles, was sie bisher mit ihm erlebt hatten, unvollständig war, nur eine Vorbereitung auf den letzten Akt seines Auftrags: die Vollendung seiner Liebe, seine völlige Hingabe am Kreuz. Würden sie verstehen, dass das Samenkorn sterben muss, bevor es zu neuem Leben erstehen kann? Es würde sehr hart für sie werden das zu hören. Er war ihr Herr, der mächtige, messianische König, gekommen um sie zu befreien und sein Königreich der Warhheit und Liebe zu errichten. Sie ersehnten weitere Siege, Heilungen, besiegte Dämonen und zum Schweigen gebrachte Feinde. Weit weg waren ihre Träume von der Botschaft Jesu. Auch wir haben unsere Wünsche und Bedürfnisse. Können wir uns weit genug von ihnen lösen, um im Gebet Gottes Willen und seinen Heilsplan für uns zu erkennen?

2. Langsame Schüler. Nicht nur „verstanden (sie) den Sinn seiner Worte nicht“, sondern sie „scheuten sich, ihn zu fragen“. Mit anderen Worten: sie wollten es nicht wissen. Oft hat unser Kommunikationsproblem nicht so sehr mit dem Verstand als vielmehr mit dem Willen zu tun. Es liegt uns mehr daran, uns „durchzusetzen“, zu „behaupten“, unseren „Willen zu bekommen“. Christi Wege zu lernen bedeutet bis zu einem gewissen Grad unsere eigenen Wege zu verlassen. „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30). Das erklärt, warum niemand vor Christus neutral sein kann; er fordert uns auf, unser Leben zu ändern. Jesus stieß auf erbitterten Widerstand bei denen, die ihn schließlich auch töteten. Wie offen bin ich für seine Forderungen? Bete ich hörend, um mit einem gelehrigen, aber festen „Amen“ zu antworten?

3. Die härteste Lektion. Wie auf frischer Tat ertappte Buben wollen die Apostel nicht zugeben, dass sie darüber gesprochen haben, wer von ihnen der Größte sei. Sie „hören“ also Jesus nicht nur nicht zu; sie sind im Gegenteil eifrig damit beschäftigt, ihren Willen durchzusetzen. Wie kann er ihnen also diese schwierige aber lebensnotwendige Wahrheit nahe bringen? Mit der Liebe eines Vaters stellt Jesus also ein Kind vor sie hin und fängt von vorne an: Dieses kleine Kind ist das größte! Groß seid ihr, wenn ihr euch erniedrigt, wenn ihr dient und euer Leben gebt, denn so kommt Gott zu euch. Erst der Anblick des gekreuzigten Jesus wird diese Lektion tiefer in ihre Herzen eingraben. Lerne ich diese Lektion der opfernden Liebe, um in dieser Liebe so groß zu werden wie ich kann?

Gespräch mit Christus: Lieber Gott, öffne mein Herz für deinen Willen. Befreie mich von Eigenliebe, Vorstellungen und Träumen. Lehre mich, mir selbst zu sterben, wenn ich zu beten beginne und wenn ich zu arbeiten anfange. Hilf mir, so zu arbeiten, zu beten und zu leben, dass du und deine Liebe in meinem Leben in meinen armseligen Eigenschaften und Bemühungen aufscheinen können.

Vorsatz:  Um den Herrn besser zu hören, will ich gut zuhören, bevor ich meine eigenen Gedanken oder Wünsche im Gebet oder im Umgang mit der Familie oder anderen vor ihn bringe.

 

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