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Freitag, 27. April 2012

Lass los, vertrau!“


Die Berufungsgeschichte von Melanie Zoll, gottgeweihte Frau im Regnum Christi

Melanie ZollHätte mir jemand vor 20 Jahren gesagt, dass ich später die Entscheidung fällen würde, mein Leben ganz Gott zu schenken, hätte ich wahrscheinlich laut gelacht und dieser Person zu ihrem Einfallsreichtum gratuliert. Trotzdem bin ich heute gottgeweihte Frau in der Bewegung Regnum Christi. Wie kam es dazu?

1977 wurde ich im Münsterland als drittes von fünf Kindern geboren. Von klein auf habe ich den Glauben auf natürliche und fröhliche Weise erlernt, er gehörte einfach zum Familienleben dazu. Als Teenager habe ich mir dann viele Fragen über den Glauben gestellt und wollte der Sache „Gott“ auf den Grund gehen. Nach intensivem Fragen, Suchen und Hadern bin ich zu der festen und frohen Überzeugung gelangt, dass mein Leben ohne Gott keinen Sinn macht, aber ich sah meine Zukunft nicht in einem „Kloster“. Ganz im Gegenteil: Ich wollte ein Lehramtsstudium absolvieren, heiraten und eine große Familie gründen.

Nach dem Abitur wollte ich erst einmal was erleben und entschied mich, gemeinsam mit meiner Freundin für ein Coworker-Jahr, ein Angebot für junge Frauen und Männer, ein Jahr in verschiedensten Ländern und Apostolaten des Regnum Christi mitzuarbeiten. So war ich in einer Schule in Guadalajara (Mexiko) tätig – im wahrsten Sinne des Wortes ein Abenteuer. Das ausschlaggebende Erlebnis, welches mich auf den Weg der Berufung führte, hatte ich dort während geistlicher Exerzitien. Mich hat die Liebe Christi am Kreuz unendlich berührt. Zum ersten Mal begriff ich, dass Christus sich in Getsemani bewusst für das Kreuz entschieden hatte. Angenagelt ans Holz, in seinen unmenschlichen Todesqualen, hätte er diese Entscheidung nicht rückgängig machen wollen – wegen mir. Von diesem Kreuz schaute er mich mit Augen voller Liebe an, mich ganz persönlich, obwohl auch ich Grund für diese Schmerzen bin. Aber nicht nur ich, sondern jeder Mensch, waren ihm das Kreuz mit all seinen Konsequenzen wert. In diesem Moment legte Christus mir die Frage ins Herz: Möchtest du mir ganz allein gehören?

Es folgten Monate des Haderns und der Flucht. Der Prophet Jona hätte noch etwas von mir lernen können. Meine Erfahrung der Liebe Gottes war real, aber genauso real war die Angst vor dem, was vor mir lag. Wie sollte ich in einem Leben ohne Mann und Familie glücklich werden können? Das schien mir unmöglich! Gleichzeitig hallte seine Frage in mir nach und er bat mich: „Lass los, vertrau!“ Man lernt Gottes Liebe erst im Vertrauen, ohne jegliche Absicherung. Man erfährt erst, dass ein Fallschirm trägt, wenn man aus dem Flugzeug abgesprungen ist. Und ich bin gesprungen, ich habe mich entschieden, Christus vollkommen zu vertrauen und meine eigenen Vorstellungen von Glück loszulassen. So weihte ich mich ihm 1998 im Regnum Christi. Der Fallschirm ist aufgegangen und trägt. Christus ist wahrlich das Leben in Fülle, er stillt die tiefsten Sehnsüchte. Das gottgeweihte Leben ist kein „Leben ohne Mann“, sondern im Gegenteil eine lebendige Beziehung zu Christus – und die Familie, die Menschen, die Gott mir tagtäglich anvertraut, wächst stetig. 

Heute, fast 15 Jahre danach, bin ich Gott sehr dankbar für unseren gemeinsamen Weg. Er führt nicht nur über Blumenwiesen, sondern so manches Mal durch dunkle Täler. Und gerade in diesen Momenten erneuere ich meine Entscheidung, seinen Worten weiter zu glauben, die mir sagen: „Lass los, vertrau!“

Der Fallschirm wird mich über die Ebene des Verstandes hinaus in die Nähe des lebendigen Gottes tragen. Und noch eins ist mir immer gewiss: sein liebender Blick.

Melanie Zoll


Melanie Zoll wurde 1977 in Rhede im Münsterland geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Mariengarden Burlo (Borken) absolvierte sie ein soziales Jahr als Coworkerin in Guadalajara (Mexiko). In dieser Zeit fasste sie den Entschluss, ihr Leben Gott als gottgeweihte Frau im Regnum Christi zu schenken. Die Weihe folgte schließlich 1998. Nach dem anschließenden Studium der Religions– und Erziehungswissenschaften in Madrid wirkte sie seit 2001 in der Jugend– und Familienarbeit des Regnum Christi in Bayern und Berlin. 2007 vertiefte sie ihre Studien der Erziehungswissenschaften nochmals in Madrid. Seit 2008 wirkt sie in der Jugend– und Familienarbeit des Regnum Christi in Franken und Baden-Württemberg.


Diese Berufungsgeschichte ist eine Vorab-Veröffentlichung aus der Ausgabe 1/2012 unseres „L“-Magazins, das Anfang Mai erscheinen wird. Weitere Berufungszeugnisse finden Sie online gleich hier auf unserer Website.

 

 


„Lass los, vertrau!“

Lass los, vertrau!“

Melanie ZollHätte mir jemand vor 20 Jahren gesagt, dass ich später die Entscheidung fällen würde, mein Leben ganz Gott zu schenken, hätte ich wahrscheinlich laut gelacht und dieser Person zu ihrem Einfallsreichtum gratuliert. Trotzdem bin ich heute gottgeweihte Frau in der Bewegung Regnum Christi. Wie kam es dazu?

1977 wurde ich im Münsterland als drittes von fünf Kindern geboren. Von klein auf habe ich den Glauben auf natürliche und fröhliche Weise erlernt, er gehörte einfach zum Familienleben dazu. Als Teenager habe ich mir dann viele Fragen über den Glauben gestellt und wollte der Sache „Gott“ auf den Grund gehen. Nach intensivem Fragen, Suchen und Hadern bin ich zu der festen und frohen Überzeugung gelangt, dass mein Leben ohne Gott keinen Sinn macht, aber ich sah meine Zukunft nicht in einem „Kloster“. Ganz im Gegenteil: Ich wollte ein Lehramtsstudium absolvieren, heiraten und eine große Familie gründen.

Nach dem Abitur wollte ich erst einmal was erleben und entschied mich, gemeinsam mit meiner Freundin für ein Coworker-Jahr, ein Angebot für junge Frauen und Männer, ein Jahr in verschiedensten Ländern und Apostolaten des Regnum Christi mitzuarbeiten. So war ich in einer Schule in Guadalajara (Mexiko) tätig – im wahrsten Sinne des Wortes ein Abenteuer. Das ausschlaggebende Erlebnis, welches mich auf den Weg der Berufung führte, hatte ich dort während geistlicher Exerzitien. Mich hat die Liebe Christi am Kreuz unendlich berührt. Zum ersten Mal begriff ich, dass Christus sich in Getsemani bewusst für das Kreuz entschieden hatte. Angenagelt ans Holz, in seinen unmenschlichen Todesqualen, hätte er diese Entscheidung nicht rückgängig machen wollen – wegen mir. Von diesem Kreuz schaute er mich mit Augen voller Liebe an, mich ganz persönlich, obwohl auch ich Grund für diese Schmerzen bin. Aber nicht nur ich, sondern jeder Mensch, waren ihm das Kreuz mit all seinen Konsequenzen wert. In diesem Moment legte Christus mir die Frage ins Herz: Möchtest du mir ganz allein gehören?

Es folgten Monate des Haderns und der Flucht. Der Prophet Jona hätte noch etwas von mir lernen können. Meine Erfahrung der Liebe Gottes war real, aber genauso real war die Angst vor dem, was vor mir lag. Wie sollte ich in einem Leben ohne Mann und Familie glücklich werden können? Das schien mir unmöglich! Gleichzeitig hallte seine Frage in mir nach und er bat mich: „Lass los, vertrau!“ Man lernt Gottes Liebe erst im Vertrauen, ohne jegliche Absicherung. Man erfährt erst, dass ein Fallschirm trägt, wenn man aus dem Flugzeug abgesprungen ist. Und ich bin gesprungen, ich habe mich entschieden, Christus vollkommen zu vertrauen und meine eigenen Vorstellungen von Glück loszulassen. So weihte ich mich ihm 1998 im Regnum Christi. Der Fallschirm ist aufgegangen und trägt. Christus ist wahrlich das Leben in Fülle, er stillt die tiefsten Sehnsüchte. Das gottgeweihte Leben ist kein „Leben ohne Mann“, sondern im Gegenteil eine lebendige Beziehung zu Christus – und die Familie, die Menschen, die Gott mir tagtäglich anvertraut, wächst stetig. 

Heute, fast 15 Jahre danach, bin ich Gott sehr dankbar für unseren gemeinsamen Weg. Er führt nicht nur über Blumenwiesen, sondern so manches Mal durch dunkle Täler. Und gerade in diesen Momenten erneuere ich meine Entscheidung, seinen Worten weiter zu glauben, die mir sagen: „Lass los, vertrau!“

Der Fallschirm wird mich über die Ebene des Verstandes hinaus in die Nähe des lebendigen Gottes tragen. Und noch eins ist mir immer gewiss: sein liebender Blick.

Melanie Zoll


Melanie Zoll wurde 1977 in Rhede im Münsterland geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Mariengarden Burlo (Borken) absolvierte sie ein soziales Jahr als Coworkerin in Guadalajara (Mexiko). In dieser Zeit fasste sie den Entschluss, ihr Leben Gott als gottgeweihte Frau im Regnum Christi zu schenken. Die Weihe folgte schließlich 1998. Nach dem anschließenden Studium der Religions– und Erziehungswissenschaften in Madrid wirkte sie seit 2001 in der Jugend– und Familienarbeit des Regnum Christi in Bayern und Berlin. 2007 vertiefte sie ihre Studien der Erziehungswissenschaften nochmals in Madrid. Seit 2008 wirkt sie in der Jugend– und Familienarbeit des Regnum Christi in Franken und Baden-Württemberg.


Diese Berufungsgeschichte ist eine Vorab-Veröffentlichung aus der Ausgabe 1/2012 unseres „L“-Magazins, das Anfang Mai erscheinen wird. Weitere Berufungszeugnisse finden Sie online gleich hier auf unserer Website.

 

 

 

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