Mittwoch, 9. April 2014

Jugendliche sind vom Glauben begeistert


Interview mit Artur Weber, Coworker bei den Legionären Christi

Artur Weber (rechts) mit Coworker-Kollege und Kolleginnen. Artur Weber, in Polen geboren, legte 2013 in Stuttgart sein Abitur ab. Artur hat noch zwei jüngere Geschwister, Aleksander (15 Jahre) und Arwena (6 Jahre). Im Interview erzählt er von seiner abenteuerlichen Zeit als Coworker bei der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi in Chicago.

Ein Coworker arbeitet ehrenamtlich, zumeist ein Jahr, in den Apostolaten der Legionäre Christi im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche. Sie werden in den unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, betreuen Kinder– und Jugendgruppen, helfen bei Ferienlagern, geben Glaubensimpulse, organisieren Missionen oder andere christliche Veranstaltungen. Ein Jahr als Coworker ist für junge Männer und Frauen die beste Universität des Lebens – eine Bereicherung und Gelegenheit, im Austausch mit anderen sich zu bewähren, sowie  menschlich und spirituell zu reifen.

Frage: Viele Jugendliche machen nach ihrem Schulabschluss erst einmal eine Reise, ein Auslandsjahr. Wie bist Du dazu gekommen, Coworker zu werden?
Artur Weber: Von klein auf war mir klar, dass ich eines Tages ins Ausland gehen wollte, um interessante Leute kennen zu lernen und  Abenteuer zu erleben. Lange Zeit war mir nicht klar, wie ich das realisieren könnte. Ich wusste auch erst einmal nicht, was ich nach dem Abitur machen sollte. Eins war klar, ich wollte erst ein Jahr Pause machen, bevor ich Studieren gehe. Auf einem christlichen Jugendwochenende von meiner Polnischen Gemeinde in Stuttgart, hörte ich von der Möglichkeit, ein Jahr als „Coworker“ zu arbeiten und was das alles beinhaltet. Ich war sofort „Feuer und Flamme“. Auch von den Legionären Christi und vom Regnum Christi hörte ich hier zum ersten Mal. So setzte ich mich mit Pater Klaus Einsle in Verbindung und kam zu dem Entschluss, Coworker zu werden.

Artur Weber bei einem JugendcampFrage: Wie bestreitest Du die Kosten für deinen Lebensunterhalt in diesem Jahr? Wie sieht es beispielsweise auch mit Versicherungen aus?
Artur Weber: Da ich in Chicago/Amerika bin, hab ich eine extra Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die sich schon aufgrund mehrfacher Arztvisiten gelohnt hat. Um mir das Auslandsjahr finanzieren zu können, habe ich einerseits vor dem Beginn des Jahres gejobbt und selbst dafür gespart. Andererseits habe Ich auch finanzielle Unterstützung von meiner Kirchengemeinde erhalten, aber auch Spenden von Privatpersonen und Familienmitgliedern.

Frage: Was hast du bisher erlebst, wo bist Du untergebracht, was waren bisherige Stationen und Highlights? 
Artur Weber: Das Coworker-Jahr ist echt super, man erlebt sehr viel und lernt sehr viele interessante und coole Leute kennen. Untergebracht bin ich in Chicago, doch wir reisen sehr viel und ich konnte somit auch viel von Amerika sehen. Eines der Highlights war ein Vater-Sohn-Camp das wir mit einer Schule der Legionäre Christi in Chicago organisiert haben, mit der wir zusammenarbeiten. Wir hatten ein Lagerfeuer, eine Schnitzeljagd, eine Wasserbombenschlacht, aber auch einen Bibelimpuls und gemeinsames Rosenkranzgebet.

Ein weiteres Highlight war der Sommerkurs zu Beginn des Coworker-Jahrs. Das war wahrscheinlich der beste Sommer meines Lebens – bis jetzt. 18 Coworker aus verschiedenen Ländern kamen da zusammen, um sich auf das Coworkerjahr vorzubereiten. Die Freundschaften die ich dort gefunden habe sind Freundschaften fürs Leben. In diesen Wochen sind wir sehr stark zusammengewachsen und es hat sich eine echte Gemeinschaft gebildet.

Doch das größte Highlight war definitiv die Reise nach Washington DC zum „March for life“. Das ist ein großer christlicher Protestmarsch in den USA gegen Abtreibung. Wir Coworker aus Chicago haben eine Jugendgruppe begleitet. Alle zusammen waren wir drei Tage unterwegs. Insgesamt haben 50 Leute in unserer Gruppe teilgenommen. Der Marsch war eine ganz neue Erfahrung für mich. Es wurde viel gebetet und gesungen, man kam mit Tausenden anderen Teilnehmern zusammen. Obwohl es um die –10 Grad kalt war, herrschte viel Freude und eine gute Atmosphäre. Die Reise war ein voller Erfolg.

Frage: Arbeitest Du mit anderen Coworkern zusammen und wie sieht so eine Zusammenarbeit aus?
Artur Weber: Wir arbeiten hauptsächlich im Team. Ich lebe mit drei anderen Coworkern in einem Haus mit acht Priestern und drei Brüdern der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi. Außerdem haben wir vier Coworkerinnen in Chicago, die etwa eine halbe Stunde entfernt wohnen. Einkehrtage und Camps bereiten wir zusammen vor und jeder übernimmt einen Teil der Arbeit. Fast alles wird im Team besprochen geplant und organisiert. Sei es einen Vortrag halten, eine Diskussionsrunde zu führen oder „hinter den Kulissen“ die nächste Aktivität vorzubereiten. Es ist sehr abwechslungsreich. Des Weiteren haben wir einige Jugendgruppen und Schulen, die wir in Viererteams betreuen. Jeweils zwei Jungs mit zwei Mädchen.

Frage: Was und wie hat sich in deinem Leben etwas verändert durch die Zeit, wo hast du andere Perspektiven, Blickwinkel bekommen? 
Artur Weber: Meine Beziehung zu Gott hat sich sehr vertieft. Es ist fantastisch zu sehen, was Gott einem gibt, wenn man Ihm nur ein bisschen seiner Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Mein Blickwinkel auf die Kirche hat sich auch verändert. Die Kirche ist nicht nur eine Institution, vielmehr kann ich sie jetzt eher wie eine Familie sehen, die Menschen auf der ganzen Welt miteinander vereint. Oft hört man in den Medien, dass es keine Jugendlichen mehr in der Kirche gibt, sie nicht attraktiv und zu konservativ ist. In Amerika erlebe ich das anders! Es gibt hier viele vom Glauben begeisterte Jugendliche. Sie finden anscheinend in der Kirche Antworten auf ihre Fragen, die sie heutzutage stark beschäftigen. Das gibt ihnen Hoffnung und wahre Freude.

Durch das Jahr fühle ich mich meiner Familie enger verbunden. Trotz der räumlichen Entfernung hat sich die Beziehung zu meinem 15-jährigen Bruder verbessert. Durch diese Trennung merkt man erst wie wichtig einem die Familie ist, welches Geschenk es ist eine intakte und gesunde Familie zu haben und wie stark man miteinander verbunden ist.

Artur Weber gibt eine Glaubenszeugnis auf einer Busfahrt.Frage: Was steht in den nächsten Wochen und Monaten an?
Artur Weber: Dadurch, dass ich wegen einer Erkrankung erst kürzlich wieder nach Amerika gekommen bin, werde Ich mich zunächst einmal wieder einleben müssen. Doch das klappt schon sehr gut. Gerade erleben wir die Fastenzeit, das sind intensive Wochen. Nach Ostern steht eine Pilgerreise nach Jerusalem und Rom an, an der fast alle Coworker in Amerika teilnehmen werden. Wir werden die ersten fünf Tage in Jerusalem verbringen und danach nach Rom fliegen zur Heiligsprechung von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. Das ist ein weiterer Traum der durch das Coworker-Jahr wahr wird.

Mehr Informationen zum Coworker-Jahr finden Sie auf unserer Website unter: www.regnumchristi.org/de/mitglieder/coworker oder bei Pater Martin Baranowski, LC, E-Mail: mbaranowski(at)legionaries.org


Jugendliche sind vom Glauben begeistert

Jugendliche sind vom Glauben begeistert

Artur Weber (rechts) mit Coworker-Kollege und Kolleginnen. Artur Weber, in Polen geboren, legte 2013 in Stuttgart sein Abitur ab. Artur hat noch zwei jüngere Geschwister, Aleksander (15 Jahre) und Arwena (6 Jahre). Im Interview erzählt er von seiner abenteuerlichen Zeit als Coworker bei der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi in Chicago.

Ein Coworker arbeitet ehrenamtlich, zumeist ein Jahr, in den Apostolaten der Legionäre Christi im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche. Sie werden in den unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, betreuen Kinder– und Jugendgruppen, helfen bei Ferienlagern, geben Glaubensimpulse, organisieren Missionen oder andere christliche Veranstaltungen. Ein Jahr als Coworker ist für junge Männer und Frauen die beste Universität des Lebens – eine Bereicherung und Gelegenheit, im Austausch mit anderen sich zu bewähren, sowie  menschlich und spirituell zu reifen.

Frage: Viele Jugendliche machen nach ihrem Schulabschluss erst einmal eine Reise, ein Auslandsjahr. Wie bist Du dazu gekommen, Coworker zu werden?
Artur Weber: Von klein auf war mir klar, dass ich eines Tages ins Ausland gehen wollte, um interessante Leute kennen zu lernen und  Abenteuer zu erleben. Lange Zeit war mir nicht klar, wie ich das realisieren könnte. Ich wusste auch erst einmal nicht, was ich nach dem Abitur machen sollte. Eins war klar, ich wollte erst ein Jahr Pause machen, bevor ich Studieren gehe. Auf einem christlichen Jugendwochenende von meiner Polnischen Gemeinde in Stuttgart, hörte ich von der Möglichkeit, ein Jahr als „Coworker“ zu arbeiten und was das alles beinhaltet. Ich war sofort „Feuer und Flamme“. Auch von den Legionären Christi und vom Regnum Christi hörte ich hier zum ersten Mal. So setzte ich mich mit Pater Klaus Einsle in Verbindung und kam zu dem Entschluss, Coworker zu werden.

Artur Weber bei einem JugendcampFrage: Wie bestreitest Du die Kosten für deinen Lebensunterhalt in diesem Jahr? Wie sieht es beispielsweise auch mit Versicherungen aus?
Artur Weber: Da ich in Chicago/Amerika bin, hab ich eine extra Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, die sich schon aufgrund mehrfacher Arztvisiten gelohnt hat. Um mir das Auslandsjahr finanzieren zu können, habe ich einerseits vor dem Beginn des Jahres gejobbt und selbst dafür gespart. Andererseits habe Ich auch finanzielle Unterstützung von meiner Kirchengemeinde erhalten, aber auch Spenden von Privatpersonen und Familienmitgliedern.

Frage: Was hast du bisher erlebst, wo bist Du untergebracht, was waren bisherige Stationen und Highlights? 
Artur Weber: Das Coworker-Jahr ist echt super, man erlebt sehr viel und lernt sehr viele interessante und coole Leute kennen. Untergebracht bin ich in Chicago, doch wir reisen sehr viel und ich konnte somit auch viel von Amerika sehen. Eines der Highlights war ein Vater-Sohn-Camp das wir mit einer Schule der Legionäre Christi in Chicago organisiert haben, mit der wir zusammenarbeiten. Wir hatten ein Lagerfeuer, eine Schnitzeljagd, eine Wasserbombenschlacht, aber auch einen Bibelimpuls und gemeinsames Rosenkranzgebet.

Ein weiteres Highlight war der Sommerkurs zu Beginn des Coworker-Jahrs. Das war wahrscheinlich der beste Sommer meines Lebens – bis jetzt. 18 Coworker aus verschiedenen Ländern kamen da zusammen, um sich auf das Coworkerjahr vorzubereiten. Die Freundschaften die ich dort gefunden habe sind Freundschaften fürs Leben. In diesen Wochen sind wir sehr stark zusammengewachsen und es hat sich eine echte Gemeinschaft gebildet.

Doch das größte Highlight war definitiv die Reise nach Washington DC zum „March for life“. Das ist ein großer christlicher Protestmarsch in den USA gegen Abtreibung. Wir Coworker aus Chicago haben eine Jugendgruppe begleitet. Alle zusammen waren wir drei Tage unterwegs. Insgesamt haben 50 Leute in unserer Gruppe teilgenommen. Der Marsch war eine ganz neue Erfahrung für mich. Es wurde viel gebetet und gesungen, man kam mit Tausenden anderen Teilnehmern zusammen. Obwohl es um die –10 Grad kalt war, herrschte viel Freude und eine gute Atmosphäre. Die Reise war ein voller Erfolg.

Frage: Arbeitest Du mit anderen Coworkern zusammen und wie sieht so eine Zusammenarbeit aus?
Artur Weber: Wir arbeiten hauptsächlich im Team. Ich lebe mit drei anderen Coworkern in einem Haus mit acht Priestern und drei Brüdern der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi. Außerdem haben wir vier Coworkerinnen in Chicago, die etwa eine halbe Stunde entfernt wohnen. Einkehrtage und Camps bereiten wir zusammen vor und jeder übernimmt einen Teil der Arbeit. Fast alles wird im Team besprochen geplant und organisiert. Sei es einen Vortrag halten, eine Diskussionsrunde zu führen oder „hinter den Kulissen“ die nächste Aktivität vorzubereiten. Es ist sehr abwechslungsreich. Des Weiteren haben wir einige Jugendgruppen und Schulen, die wir in Viererteams betreuen. Jeweils zwei Jungs mit zwei Mädchen.

Frage: Was und wie hat sich in deinem Leben etwas verändert durch die Zeit, wo hast du andere Perspektiven, Blickwinkel bekommen? 
Artur Weber: Meine Beziehung zu Gott hat sich sehr vertieft. Es ist fantastisch zu sehen, was Gott einem gibt, wenn man Ihm nur ein bisschen seiner Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Mein Blickwinkel auf die Kirche hat sich auch verändert. Die Kirche ist nicht nur eine Institution, vielmehr kann ich sie jetzt eher wie eine Familie sehen, die Menschen auf der ganzen Welt miteinander vereint. Oft hört man in den Medien, dass es keine Jugendlichen mehr in der Kirche gibt, sie nicht attraktiv und zu konservativ ist. In Amerika erlebe ich das anders! Es gibt hier viele vom Glauben begeisterte Jugendliche. Sie finden anscheinend in der Kirche Antworten auf ihre Fragen, die sie heutzutage stark beschäftigen. Das gibt ihnen Hoffnung und wahre Freude.

Durch das Jahr fühle ich mich meiner Familie enger verbunden. Trotz der räumlichen Entfernung hat sich die Beziehung zu meinem 15-jährigen Bruder verbessert. Durch diese Trennung merkt man erst wie wichtig einem die Familie ist, welches Geschenk es ist eine intakte und gesunde Familie zu haben und wie stark man miteinander verbunden ist.

Artur Weber gibt eine Glaubenszeugnis auf einer Busfahrt.Frage: Was steht in den nächsten Wochen und Monaten an?
Artur Weber: Dadurch, dass ich wegen einer Erkrankung erst kürzlich wieder nach Amerika gekommen bin, werde Ich mich zunächst einmal wieder einleben müssen. Doch das klappt schon sehr gut. Gerade erleben wir die Fastenzeit, das sind intensive Wochen. Nach Ostern steht eine Pilgerreise nach Jerusalem und Rom an, an der fast alle Coworker in Amerika teilnehmen werden. Wir werden die ersten fünf Tage in Jerusalem verbringen und danach nach Rom fliegen zur Heiligsprechung von Johannes Paul II. und Johannes XXIII. Das ist ein weiterer Traum der durch das Coworker-Jahr wahr wird.

Mehr Informationen zum Coworker-Jahr finden Sie auf unserer Website unter: www.regnumchristi.org/de/mitglieder/coworker oder bei Pater Martin Baranowski, LC, E-Mail: mbaranowski(at)legionaries.org

 

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