Samstag, 1. Mai 2010

Erklärung des Heiligen Stuhls


Die Legionäre Christi danken Papst Benedikt XVI. für seine väterliche Fürsorge und nehmen in Glauben und Gehorsam an, was er verfügt hat.

Am heutigen 1. Mai haben die Legionäre Christi Kenntnis von der Erklärung erhalten, die der Heilige Stuhl zum Abschluss eines Treffens der Apostolischen Visitatoren in italienischer Sprache veröffentlicht hat (Internetseite des Presseamtes des Vatikans).

Wir danken Papst Benedikt XVI. herzlich für seine väterliche Fürsorge gegenüber unserer Kongregation und nehmen in tiefem Glauben und Gehorsam an, was er verfügt hat. Ebenso sind wir dankbar für die intensive und selbstlose Arbeit der Apostolischen Visitatoren und für die Nähe und das Gebet so vieler Menschen, die uns in dieser Zeit begleiten.

Im Folgenden finden Sie die offizielle Erklärung des Heiligen Stuhls in deutscher Sprache.

***

Erklärung des Heiligen Stuhls

Vatikanstadt, 1. Mai 2010. Presseamt des Heiligen Stuhls

1. Am 30. April und 1. Mai 2010 fand im Vatikan unter der Leitung des Kardinalstaatssekretärs eine Besprechung mit den fünf Bischöfen statt, die mit der Apostolischen Visitation der Kongregation der Legionäre Christi beauftragt waren (S. Exz. Ricardo Blázquez Pérez, Erzbischof von Valladolid; S. Exz. Charles Joseph Chaput OFMCap., Erzbischof von Denver; S. Exz. Ricardo Ezzati Andrello SDB, Erzbischof von Concepción, S. Exz. Giuseppe Versaldi, Bischof von Alessandria; S. Exz. Ricardo Watty Urquidi MSpS, Bischof von Tepic). Ferner nahmen die Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre und der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens sowie der Substitut für die Allgemeinen Angelegenheiten des Staatssekretariats an den Gesprächen teil. Eine der Sitzungen fand im Beisein des Heiligen Vaters statt, dem die Visitatoren eine Zusammenfassung ihrer schon zuvor übersandten Berichte vorgetragen haben.

Im Verlauf der Visitation gab es persönliche Begegnungen mit über 1000 Legionären, und es wurden Hunderte schriftlicher Zeugnisse ausgewertet. Die Visitatoren haben sich in fast alle Ordensniederlassungen und in viele der von der Kongregation geleiteten Apostolatswerke begeben. Sie haben – mündlich oder schriftlich – das Urteil vieler Diözesanbischöfe der Länder, in denen die Kongregation tätig ist, angehört. Die Visitatoren trafen auch zahlreiche Mitglieder der Bewegung „Regnum Christi”, auch wenn diese nicht Gegenstand der Visitation war, insbesondere gottgeweihte Männer und Frauen. Sie erhielten ebenfalls eine beträchtliche Korrespondenz von engagierten Laien und Familienangehörigen von Mitgliedern der Bewegung.

Die fünf Visitatoren haben die ihnen erwiesene freundliche Aufnahme und den Geist tatkräftiger Zusammenarbeit hervorgehoben, den die gesamte Kongregation und die einzelnen Ordensleute gezeigt haben. Obwohl sie unabhängig voneinander gearbeitet haben, sind sie zu einer weitgehend übereinstimmenden Bewertung und zu einem gemeinsamen Urteil gelangt. Sie haben bescheinigt, eine große Anzahl beispielhafter, rechtschaffener und talentierter Ordensleute getroffen zu haben, darunter viele junge, die Christus mit authentischem Eifer suchen und ihr ganzes Leben für die Verbreitung des Reiches Gottes einsetzen.

2. Die Apostolische Visitation hat ergeben, daß die Lebensführung von Pater Marcial Maciel Degollado ernste Folgen im Leben und in der Struktur der Kongregation der Legionäre Christi verursacht hat, und zwar dermaßen, daß ein Weg tiefgehender Revision erforderlich sein wird.

Das sehr schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhalten von Pater Maciel, das durch unbestreitbare Zeugenaussagen belegt ist, äußert sich bisweilen in Gestalt von wirklichen Straftaten und offenbart ein gewissenloses Leben ohne echte religiöse Gesinnung. Der Großteil der Legionäre wußte nichts von diesem Leben, vor allem aufgrund des von Pater Maciel aufgebauten Beziehungssystems, der es geschickt verstand, sich Alibis zu verschaffen und bei den Personen seiner Umgebung Vertrauen, Vertraulichkeit und Stillschweigen zu erreichen und die eigene Rolle als charismatischer Gründer zu stärken.

Nicht selten hatten ein beklagenswertes Diskreditieren und Entfernen derer, die an seinem korrekten Lebenswandel zweifelten, und auch die irrige Auffassung, dem Guten nicht schaden zu wollen, das die Legionäre vollbrachten, um ihn herum einen Verteidigungsmechanismus geschaffen, der ihn über lange Zeit unangreifbar machte und folglich das Wissen um sein wahres Leben äußerst erschwerte.

3. Der aufrichtige Eifer der Mehrheit der Legionäre, der sich auch bei den Besuchen der Häuser der Kongregation und vieler ihrer Einrichtungen zeigte, die von nicht wenigen sehr geschätzt werden, hat in der Vergangenheit viele dazu geführt, die Anschuldigungen – die immer eindringlicher wurden und da und dort geäußert wurden – für nichts anderes als Verleumdungen zu halten.

Deshalb haben die Aufdeckung und die Kenntnis der Wahrheit über den Gründer bei den Mitgliedern der Legionäre Christi Überraschung, Erschütterung und tiefen Schmerz ausgelöst, was von den Visitatoren deutlich hervorgehoben wurde.

4. Aus den Ergebnissen der Apostolischen Visitation sind unter anderem diese Gesichtspunkte klar zutage getreten:

a) die Notwendigkeit, das Charisma der Kongregation der Legionäre Christi neu zu definieren und dabei den wahren Kern, den der „militia Christi”, zu erhalten, der das apostolische und missionarische Tun der Kirche kennzeichnet und nicht mit einem Leistungsstreben um jeden Preis identisch ist;

b) die Notwendigkeit einer Korrektur der Ausübung der Autorität, die mit der Wahrheit verbunden sein muß, um das Gewissen zu achten und sich im Lichte des Evangeliums als ein echter kirchlicher Dienst zu entfalten;

c) die Notwendigkeit, mittels einer angemessenen Ausbildung die Glaubensbegeisterung der Jüngeren, den missionarischen Eifer und den apostolischen Schwung aufrechtzuerhalten. Tatsächlich könnte die Enttäuschung über den Gründer ihre Berufung und jenen Kern des Charismas, der zu den Legionären Christi gehört und ihnen eigen ist, in Frage stellen.

5. Der Heilige Vater möchte allen Legionären und Mitgliedern der Bewegung „Regnum Christi” versichern, daß sie nicht allein gelassen werden: Die Kirche hat den festen Willen, sie zu begleiten und ihnen auf dem Weg der Reinigung zu helfen, der ihnen bevorsteht. Dieser wird auch eine ehrliche Begegnung mit jenen beinhalten, die innerhalb und außerhalb der Kongregation der Legionäre Christi Opfer des sexuellen Mißbrauchs und des vom Gründer aufgebauten Machtsystems geworden sind: Ihnen gelten in dieser Stunde die Gedanken und das Gebet des Heiligen Vaters, verbunden mit der Dankbarkeit gegenüber all jenen unter ihnen, die inmitten großer Schwierigkeiten den Mut und die Beharrlichkeit hatten, die Wahrheit einzufordern.

6. Der Heilige Vater dankt den Visitatoren für die schwierige Arbeit, die sie kompetent, großherzig und mit tiefer pastoraler Sensibilität durchgeführt haben. Er behält sich vor, die Modalitäten der genannten Begleitung demnächst festzulegen, angefangen von der Ernennung eines Delegaten und einer Studienkommission für die Konstitutionen.

Den gottgeweihten Mitgliedern der Bewegung „Regnum Christi”, die eindringlich darum gebeten haben, wird der Heilige Vater einen Visitator senden.

7. Abschließend spricht der Papst allen Legionären Christi, ihren Familien und den in der Bewegung „Regnum Christi” engagierten Laien in diesem für die Kongregation und für jeden einzelnen von ihnen schwierigen Moment erneut seine Ermutigung zu. Er ermahnt sie, nicht aus den Augen zu verlieren, daß ihre Berufung, die vom Ruf Christi herrührt und vom Ideal beseelt ist, seine Liebe vor der Welt zu bezeugen, ein echtes Geschenk von Gott ist, ein Reichtum für die Kirche, das unzerstörbare Fundament, auf dem die persönliche Zukunft und die der Kongregation der Legionäre Christi aufgebaut wird.

 

Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt „Ein neues Kapitel in unserer Geschichte“ über diesen Link.


Erklärung des Heiligen Stuhls

Erklärung des Heiligen Stuhls

Am heutigen 1. Mai haben die Legionäre Christi Kenntnis von der Erklärung erhalten, die der Heilige Stuhl zum Abschluss eines Treffens der Apostolischen Visitatoren in italienischer Sprache veröffentlicht hat (Internetseite des Presseamtes des Vatikans).

Wir danken Papst Benedikt XVI. herzlich für seine väterliche Fürsorge gegenüber unserer Kongregation und nehmen in tiefem Glauben und Gehorsam an, was er verfügt hat. Ebenso sind wir dankbar für die intensive und selbstlose Arbeit der Apostolischen Visitatoren und für die Nähe und das Gebet so vieler Menschen, die uns in dieser Zeit begleiten.

Im Folgenden finden Sie die offizielle Erklärung des Heiligen Stuhls in deutscher Sprache.

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Erklärung des Heiligen Stuhls

Vatikanstadt, 1. Mai 2010. Presseamt des Heiligen Stuhls

1. Am 30. April und 1. Mai 2010 fand im Vatikan unter der Leitung des Kardinalstaatssekretärs eine Besprechung mit den fünf Bischöfen statt, die mit der Apostolischen Visitation der Kongregation der Legionäre Christi beauftragt waren (S. Exz. Ricardo Blázquez Pérez, Erzbischof von Valladolid; S. Exz. Charles Joseph Chaput OFMCap., Erzbischof von Denver; S. Exz. Ricardo Ezzati Andrello SDB, Erzbischof von Concepción, S. Exz. Giuseppe Versaldi, Bischof von Alessandria; S. Exz. Ricardo Watty Urquidi MSpS, Bischof von Tepic). Ferner nahmen die Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre und der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens sowie der Substitut für die Allgemeinen Angelegenheiten des Staatssekretariats an den Gesprächen teil. Eine der Sitzungen fand im Beisein des Heiligen Vaters statt, dem die Visitatoren eine Zusammenfassung ihrer schon zuvor übersandten Berichte vorgetragen haben.

Im Verlauf der Visitation gab es persönliche Begegnungen mit über 1000 Legionären, und es wurden Hunderte schriftlicher Zeugnisse ausgewertet. Die Visitatoren haben sich in fast alle Ordensniederlassungen und in viele der von der Kongregation geleiteten Apostolatswerke begeben. Sie haben – mündlich oder schriftlich – das Urteil vieler Diözesanbischöfe der Länder, in denen die Kongregation tätig ist, angehört. Die Visitatoren trafen auch zahlreiche Mitglieder der Bewegung „Regnum Christi”, auch wenn diese nicht Gegenstand der Visitation war, insbesondere gottgeweihte Männer und Frauen. Sie erhielten ebenfalls eine beträchtliche Korrespondenz von engagierten Laien und Familienangehörigen von Mitgliedern der Bewegung.

Die fünf Visitatoren haben die ihnen erwiesene freundliche Aufnahme und den Geist tatkräftiger Zusammenarbeit hervorgehoben, den die gesamte Kongregation und die einzelnen Ordensleute gezeigt haben. Obwohl sie unabhängig voneinander gearbeitet haben, sind sie zu einer weitgehend übereinstimmenden Bewertung und zu einem gemeinsamen Urteil gelangt. Sie haben bescheinigt, eine große Anzahl beispielhafter, rechtschaffener und talentierter Ordensleute getroffen zu haben, darunter viele junge, die Christus mit authentischem Eifer suchen und ihr ganzes Leben für die Verbreitung des Reiches Gottes einsetzen.

2. Die Apostolische Visitation hat ergeben, daß die Lebensführung von Pater Marcial Maciel Degollado ernste Folgen im Leben und in der Struktur der Kongregation der Legionäre Christi verursacht hat, und zwar dermaßen, daß ein Weg tiefgehender Revision erforderlich sein wird.

Das sehr schwerwiegende und objektiv unmoralische Verhalten von Pater Maciel, das durch unbestreitbare Zeugenaussagen belegt ist, äußert sich bisweilen in Gestalt von wirklichen Straftaten und offenbart ein gewissenloses Leben ohne echte religiöse Gesinnung. Der Großteil der Legionäre wußte nichts von diesem Leben, vor allem aufgrund des von Pater Maciel aufgebauten Beziehungssystems, der es geschickt verstand, sich Alibis zu verschaffen und bei den Personen seiner Umgebung Vertrauen, Vertraulichkeit und Stillschweigen zu erreichen und die eigene Rolle als charismatischer Gründer zu stärken.

Nicht selten hatten ein beklagenswertes Diskreditieren und Entfernen derer, die an seinem korrekten Lebenswandel zweifelten, und auch die irrige Auffassung, dem Guten nicht schaden zu wollen, das die Legionäre vollbrachten, um ihn herum einen Verteidigungsmechanismus geschaffen, der ihn über lange Zeit unangreifbar machte und folglich das Wissen um sein wahres Leben äußerst erschwerte.

3. Der aufrichtige Eifer der Mehrheit der Legionäre, der sich auch bei den Besuchen der Häuser der Kongregation und vieler ihrer Einrichtungen zeigte, die von nicht wenigen sehr geschätzt werden, hat in der Vergangenheit viele dazu geführt, die Anschuldigungen – die immer eindringlicher wurden und da und dort geäußert wurden – für nichts anderes als Verleumdungen zu halten.

Deshalb haben die Aufdeckung und die Kenntnis der Wahrheit über den Gründer bei den Mitgliedern der Legionäre Christi Überraschung, Erschütterung und tiefen Schmerz ausgelöst, was von den Visitatoren deutlich hervorgehoben wurde.

4. Aus den Ergebnissen der Apostolischen Visitation sind unter anderem diese Gesichtspunkte klar zutage getreten:

a) die Notwendigkeit, das Charisma der Kongregation der Legionäre Christi neu zu definieren und dabei den wahren Kern, den der „militia Christi”, zu erhalten, der das apostolische und missionarische Tun der Kirche kennzeichnet und nicht mit einem Leistungsstreben um jeden Preis identisch ist;

b) die Notwendigkeit einer Korrektur der Ausübung der Autorität, die mit der Wahrheit verbunden sein muß, um das Gewissen zu achten und sich im Lichte des Evangeliums als ein echter kirchlicher Dienst zu entfalten;

c) die Notwendigkeit, mittels einer angemessenen Ausbildung die Glaubensbegeisterung der Jüngeren, den missionarischen Eifer und den apostolischen Schwung aufrechtzuerhalten. Tatsächlich könnte die Enttäuschung über den Gründer ihre Berufung und jenen Kern des Charismas, der zu den Legionären Christi gehört und ihnen eigen ist, in Frage stellen.

5. Der Heilige Vater möchte allen Legionären und Mitgliedern der Bewegung „Regnum Christi” versichern, daß sie nicht allein gelassen werden: Die Kirche hat den festen Willen, sie zu begleiten und ihnen auf dem Weg der Reinigung zu helfen, der ihnen bevorsteht. Dieser wird auch eine ehrliche Begegnung mit jenen beinhalten, die innerhalb und außerhalb der Kongregation der Legionäre Christi Opfer des sexuellen Mißbrauchs und des vom Gründer aufgebauten Machtsystems geworden sind: Ihnen gelten in dieser Stunde die Gedanken und das Gebet des Heiligen Vaters, verbunden mit der Dankbarkeit gegenüber all jenen unter ihnen, die inmitten großer Schwierigkeiten den Mut und die Beharrlichkeit hatten, die Wahrheit einzufordern.

6. Der Heilige Vater dankt den Visitatoren für die schwierige Arbeit, die sie kompetent, großherzig und mit tiefer pastoraler Sensibilität durchgeführt haben. Er behält sich vor, die Modalitäten der genannten Begleitung demnächst festzulegen, angefangen von der Ernennung eines Delegaten und einer Studienkommission für die Konstitutionen.

Den gottgeweihten Mitgliedern der Bewegung „Regnum Christi”, die eindringlich darum gebeten haben, wird der Heilige Vater einen Visitator senden.

7. Abschließend spricht der Papst allen Legionären Christi, ihren Familien und den in der Bewegung „Regnum Christi” engagierten Laien in diesem für die Kongregation und für jeden einzelnen von ihnen schwierigen Moment erneut seine Ermutigung zu. Er ermahnt sie, nicht aus den Augen zu verlieren, daß ihre Berufung, die vom Ruf Christi herrührt und vom Ideal beseelt ist, seine Liebe vor der Welt zu bezeugen, ein echtes Geschenk von Gott ist, ein Reichtum für die Kirche, das unzerstörbare Fundament, auf dem die persönliche Zukunft und die der Kongregation der Legionäre Christi aufgebaut wird.

 

Weitere Artikel zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt „Ein neues Kapitel in unserer Geschichte“ über diesen Link.

 

Die Legionäre Christi danken Papst Benedikt XVI. für seine väterliche Fürsorge und nehmen in Glauben und Gehorsam an, was er verfügt hat.

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