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Dienstag, 24. Juni 2008

Spät Berufener!? Nein: Spät Hörender!


Die Berufungsgeschichte von Pfarrer Josef Kranzl

Die große Mehrheit der weltweit 70.000 Mitglieder der Bewegung Regnum Christi sind Laien: Jugendliche und Erwachsene, Ledige und Verheiratete, die ihr Taufversprechen der Heiligkeit und des Apostolats intensiver leben wollen. Außerdem gibt es Bischöfe, Diözesanpriester, Diakone und Seminaristen, die im Regnum Christi eine Bereicherung für ihr persönliches Leben und ihren kirchlichen Dienst suchen.

Pfarrer Josef Kranzl ist einer der ersten Priester, die in Österreich Mitglied im RC geworden sind. Er setzt bereits Apostolate des Regnum Christi wie NET und VIA erfolgreich in seiner Pfarrgemeinde ein.

Ich bin seit fast 18 Jahren Priester und nun schon zehn Jahre Pfarrer in einem Verband von vier kleinen Pfarren in der Diözese Graz-Seckau in Österreich. Mit 33 Jahren war ich zum Priester geweiht worden. Viele sagen da bei uns: „Ah, ein Spätberufener!” Worauf ich gerne antworte: „Nein! Ein Spät Hörender!” Denn es lag wohl an mir, die Sprache Gottes in meinem Leben nicht erkannt zu haben, und vor allem bedurfte es eines „Eli” (vgl. 1 Sam 3,1ff), der mich das Sprechen und Wirken Gottes in meinem Leben lehrte.

Alles hatte mit meiner Taufe am Hochfest der Verkündigung des Herrn (25. März) begonnen. Schon dieses Datum macht mir die Führung und Liebe Gottes, aber auch mein Lebensprogramm in meinem Leben und für mein Leben deutlich. Schon mit 7 Jahren war mein Interesse an Gott und der heiligen Kirche durch einen guten, aufopferungsvollen Kaplan geweckt worden, und ich mühte mich sehr, damals noch die lateinischen Gebete zu lernen, um für den Dienst am Altar gewürdigt zu werden. Ich gestehe, dass ich damals schon einen leichten Gedanken an das Priestertum in mir verspürte, doch meine schulischen Qualitäten ließen für diese Richtung keinen Funken Hoffnung aufkommen.

Die zu Hause noch von meinem Großvater her erlebte idyllische Werkstättenatmosphäre eines Sattlers ließen mich dann schlicht und einfach das Handwerk des Polsterers und Tapezierers erlernen. Nach Beendigung meines Militärdienstes fand ich Aufnahme in der Bibliothek des Landes Steiermark, und ich war vollkommen erschlagen von so vielen Büchern. Kein einziges davon hatte ich gelesen! Ich hatte geistigen Nachholbedarf, und diesen stillte ich in der Arbeitermittelschule.

Und was will Gott von dir?”

Nun aber passierte es: Ein Jahr vor meiner Matura (dem österreichischen Abitur), ich war 23 Jahre alt, kam ein neuer Kaplan in unsere Pfarre, und nach einer heiligen Messe am Abend suchte er auch das Gespräch mit mir. Auf die Frage was ich mache, konnte ich sagen: Landesbediensteter, Abendschule, Freundschaft, Stimmbildung und aktiv in der Pfarre. Auf die Frage, was ich nach der Matura machen werde, antwortete ich: Geschichte– oder Jusstudium, Heiraten, Hausausbau, Singen und ganz sicher in der Pfarre mitarbeiten, da könne er schon mit mir rechnen! Ihn beeindruckte da meine Aufzählung anscheinend gar nicht, denn er fragte: „Und was will Gott von dir?” Ich:„Was soll das, sollte das Gott nicht passen?”

Aber diese Frage löste in mir als „bravem, praktizierendem” jungem Mann weitere Fragen aus: Gibt es Gott wirklich, ist er wirklich lebendig, spricht er zu mir, bin ich ihm wichtig, wertvoll genug…? Zwei Jahre lang ging ich mit diesen Fragen immer wieder an mein Leben heran, und es wurde immer klarer, deutlicher, bis ich vor dem Altar landete, kniete und sagte: Nun Herr verstehe ich. Bei meiner Taufe hast du zu mir „Ja” gesagt und du wartest anscheinend auf meine Antwort, damit dieser Bund zu einer Lebendigkeit auferstehen kann. Nun knie ich vor dir in der Hoffnung, dass du, wenn du einen einfachen Fischer zum ersten Papst machen konntest, auch einen Tapezierer brauchen kannst.

Ich meine noch heute, dass Gott auf diese Bereitschaft meinerseits gewartet hat, um mir nun seine Wege kundtun zu können. Was aber, wenn dieser Weg das Priestertum ist? Ich kannte mich. Gab es trotzdem Hoffnung? Der erste Korintherbrief war mir damals sehr wichtig. Paulus spricht darin von sich (15,8) als „Missgeburt”, den der Herr da erwählte, oder in 1,27 „das Schwache hat Gott erwählt…”

Dieses Vertrauen ließ mich den Weg weitergehen, so dass ich am 1. Juli 1990 zum Priester geweiht wurde. Schon in meinem ersten Kaplansjahr veranstaltete ich zusammen mit einem zweiten Kaplan ein Jugendtreffen, aus dem nun bereits das 17. Jugendtreffen in Pöllau in der Oststeiermark hervorgegangen ist.

Vor vier Jahren traf ich dort auch Mitglieder des Regnum Christi und entdeckte sehr schnell, welche Gnade der Kirche mit den Legionären geschenkt ist. Noch im selben Sommer nahm ich mit meinen Ministranten an Pfarrer Josef Kranzl mit P. George Elsbett (re.), dem Oberen der Legionäre Christi in Österreicheinem Sommercamp des Regnum Christi teil. Das war ein ganz großes Geschenk für mich. Ich erlebte in kompetentester und diszipliniertester Weise, in klarer und eindeutiger, freudiger, lebendiger katholischer Form Jugendarbeit, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte und in stümperhaften Versuchen auch praktizierte, aber mir dabei immer allein vorkam. Nun, in dieser Woche wurde mir selbst anhand der vier Säulen: Glaube, Wissen, Sport (Spiel) und Apostolizität, selber viel an Ermutigung und Bestärkung in meinem Dienst zuteil. Immer mehr durfte ich die Hilfe der Legionäre durch Einkehrtage, Beichtdienst und Jugendarbeit in meinem Pfarrverband annehmen.

Auch auf mehreren Romreisen mit den Legionären wurde mir allein durch das Mitfeiern der heiligen Messe mit hunderten jungen Ordensleuten viel Hoffnung über die Zukunft der Kirche zuteil.

Welche Bereicherung und Erleichterung das Regnum Christi für einen Diözesanpriester sein kann, erlebe ich auf zwei Weisen.

Zum einen durch Apostolate des Regnum Christi: Zwei Mütter haben vor zwei Jahren eine „NET”-Gruppe für Kinder im Grundschulalter in unserem Pfarrverband ins Leben gerufen und in diesen Kartagen hatten wir
auch die Freude, durch Jugendliche in der Aktion VIA eine kleine Pfarrmission durchzuführen.

Und zum andern wurde ich am 29. August 2007 selbst Mitglied des Regnum Christi. Die konsequente und disziplinierte Bildung und Formung meines Priesterseins durch die Leitung im Regnum Christi schätze und brauche ich auch, um als Diözesanpriester und Pfarrer mit meinen mir von Gott anvertrauten Talenten am Aufbau des Reiches Gottes mitarbeiten zu dürfen, um immer mehr Priester nach dem Herzen Gottes werden zu können.

Josef Kranzl


Spät Berufener!? Nein: Spät Hörender!

Spät Berufener!? Nein: Spät Hörender!

Die große Mehrheit der weltweit 70.000 Mitglieder der Bewegung Regnum Christi sind Laien: Jugendliche und Erwachsene, Ledige und Verheiratete, die ihr Taufversprechen der Heiligkeit und des Apostolats intensiver leben wollen. Außerdem gibt es Bischöfe, Diözesanpriester, Diakone und Seminaristen, die im Regnum Christi eine Bereicherung für ihr persönliches Leben und ihren kirchlichen Dienst suchen.

Pfarrer Josef Kranzl ist einer der ersten Priester, die in Österreich Mitglied im RC geworden sind. Er setzt bereits Apostolate des Regnum Christi wie NET und VIA erfolgreich in seiner Pfarrgemeinde ein.

Ich bin seit fast 18 Jahren Priester und nun schon zehn Jahre Pfarrer in einem Verband von vier kleinen Pfarren in der Diözese Graz-Seckau in Österreich. Mit 33 Jahren war ich zum Priester geweiht worden. Viele sagen da bei uns: „Ah, ein Spätberufener!” Worauf ich gerne antworte: „Nein! Ein Spät Hörender!” Denn es lag wohl an mir, die Sprache Gottes in meinem Leben nicht erkannt zu haben, und vor allem bedurfte es eines „Eli” (vgl. 1 Sam 3,1ff), der mich das Sprechen und Wirken Gottes in meinem Leben lehrte.

Alles hatte mit meiner Taufe am Hochfest der Verkündigung des Herrn (25. März) begonnen. Schon dieses Datum macht mir die Führung und Liebe Gottes, aber auch mein Lebensprogramm in meinem Leben und für mein Leben deutlich. Schon mit 7 Jahren war mein Interesse an Gott und der heiligen Kirche durch einen guten, aufopferungsvollen Kaplan geweckt worden, und ich mühte mich sehr, damals noch die lateinischen Gebete zu lernen, um für den Dienst am Altar gewürdigt zu werden. Ich gestehe, dass ich damals schon einen leichten Gedanken an das Priestertum in mir verspürte, doch meine schulischen Qualitäten ließen für diese Richtung keinen Funken Hoffnung aufkommen.

Die zu Hause noch von meinem Großvater her erlebte idyllische Werkstättenatmosphäre eines Sattlers ließen mich dann schlicht und einfach das Handwerk des Polsterers und Tapezierers erlernen. Nach Beendigung meines Militärdienstes fand ich Aufnahme in der Bibliothek des Landes Steiermark, und ich war vollkommen erschlagen von so vielen Büchern. Kein einziges davon hatte ich gelesen! Ich hatte geistigen Nachholbedarf, und diesen stillte ich in der Arbeitermittelschule.

Und was will Gott von dir?”

Nun aber passierte es: Ein Jahr vor meiner Matura (dem österreichischen Abitur), ich war 23 Jahre alt, kam ein neuer Kaplan in unsere Pfarre, und nach einer heiligen Messe am Abend suchte er auch das Gespräch mit mir. Auf die Frage was ich mache, konnte ich sagen: Landesbediensteter, Abendschule, Freundschaft, Stimmbildung und aktiv in der Pfarre. Auf die Frage, was ich nach der Matura machen werde, antwortete ich: Geschichte– oder Jusstudium, Heiraten, Hausausbau, Singen und ganz sicher in der Pfarre mitarbeiten, da könne er schon mit mir rechnen! Ihn beeindruckte da meine Aufzählung anscheinend gar nicht, denn er fragte: „Und was will Gott von dir?” Ich:„Was soll das, sollte das Gott nicht passen?”

Aber diese Frage löste in mir als „bravem, praktizierendem” jungem Mann weitere Fragen aus: Gibt es Gott wirklich, ist er wirklich lebendig, spricht er zu mir, bin ich ihm wichtig, wertvoll genug…? Zwei Jahre lang ging ich mit diesen Fragen immer wieder an mein Leben heran, und es wurde immer klarer, deutlicher, bis ich vor dem Altar landete, kniete und sagte: Nun Herr verstehe ich. Bei meiner Taufe hast du zu mir „Ja” gesagt und du wartest anscheinend auf meine Antwort, damit dieser Bund zu einer Lebendigkeit auferstehen kann. Nun knie ich vor dir in der Hoffnung, dass du, wenn du einen einfachen Fischer zum ersten Papst machen konntest, auch einen Tapezierer brauchen kannst.

Ich meine noch heute, dass Gott auf diese Bereitschaft meinerseits gewartet hat, um mir nun seine Wege kundtun zu können. Was aber, wenn dieser Weg das Priestertum ist? Ich kannte mich. Gab es trotzdem Hoffnung? Der erste Korintherbrief war mir damals sehr wichtig. Paulus spricht darin von sich (15,8) als „Missgeburt”, den der Herr da erwählte, oder in 1,27 „das Schwache hat Gott erwählt…”

Dieses Vertrauen ließ mich den Weg weitergehen, so dass ich am 1. Juli 1990 zum Priester geweiht wurde. Schon in meinem ersten Kaplansjahr veranstaltete ich zusammen mit einem zweiten Kaplan ein Jugendtreffen, aus dem nun bereits das 17. Jugendtreffen in Pöllau in der Oststeiermark hervorgegangen ist.

Vor vier Jahren traf ich dort auch Mitglieder des Regnum Christi und entdeckte sehr schnell, welche Gnade der Kirche mit den Legionären geschenkt ist. Noch im selben Sommer nahm ich mit meinen Ministranten an Pfarrer Josef Kranzl mit P. George Elsbett (re.), dem Oberen der Legionäre Christi in Österreicheinem Sommercamp des Regnum Christi teil. Das war ein ganz großes Geschenk für mich. Ich erlebte in kompetentester und diszipliniertester Weise, in klarer und eindeutiger, freudiger, lebendiger katholischer Form Jugendarbeit, wie ich sie mir immer vorgestellt hatte und in stümperhaften Versuchen auch praktizierte, aber mir dabei immer allein vorkam. Nun, in dieser Woche wurde mir selbst anhand der vier Säulen: Glaube, Wissen, Sport (Spiel) und Apostolizität, selber viel an Ermutigung und Bestärkung in meinem Dienst zuteil. Immer mehr durfte ich die Hilfe der Legionäre durch Einkehrtage, Beichtdienst und Jugendarbeit in meinem Pfarrverband annehmen.

Auch auf mehreren Romreisen mit den Legionären wurde mir allein durch das Mitfeiern der heiligen Messe mit hunderten jungen Ordensleuten viel Hoffnung über die Zukunft der Kirche zuteil.

Welche Bereicherung und Erleichterung das Regnum Christi für einen Diözesanpriester sein kann, erlebe ich auf zwei Weisen.

Zum einen durch Apostolate des Regnum Christi: Zwei Mütter haben vor zwei Jahren eine „NET”-Gruppe für Kinder im Grundschulalter in unserem Pfarrverband ins Leben gerufen und in diesen Kartagen hatten wir
auch die Freude, durch Jugendliche in der Aktion VIA eine kleine Pfarrmission durchzuführen.

Und zum andern wurde ich am 29. August 2007 selbst Mitglied des Regnum Christi. Die konsequente und disziplinierte Bildung und Formung meines Priesterseins durch die Leitung im Regnum Christi schätze und brauche ich auch, um als Diözesanpriester und Pfarrer mit meinen mir von Gott anvertrauten Talenten am Aufbau des Reiches Gottes mitarbeiten zu dürfen, um immer mehr Priester nach dem Herzen Gottes werden zu können.

Josef Kranzl

 

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