Dienstag, 13. April 2010

Brief von P. Álvaro Corcuera LC


Begleitbrief des Generaldirektors der Legionäre Christi zur Offiziellen Stellungnahme der Ordensleitung vom 25. März.

P. Álvaro Corcuera LCRom, 25. März 2010
Hochfest der Verkündigung des Herrn


An alle Mitglieder und Freunde
der Bewegung Regnum Christi


Liebe Freunde in Christus!

Das Fest der Verkündigung des Herrn gibt mir die Gelegenheit, Ihnen allen einen herzlichen Gruß zu senden. Heute feiern wir das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Er wollte unsere menschliche Natur annehmen, um unsere Sünden zu tilgen und uns den Weg zum Vater zu eröffnen. Ein Geheimnis der unendlichen Liebe Gottes. Er hätte uns die Erlösung auch auf eine leichtere Art und Weise gewähren können. Aber er hat den Weg der Erniedrigung und Demütigung seines Sohnes gewählt, um uns zu zeigen: Wie groß auch immer das Geheimnis unserer Schuld sein mag, das seiner barmherzigen Liebe ist unendlich viel größer.

Wir stehen kurz vor der Karwoche. In einer Woche beginnen wir das Ostertriduum, um Christus in dieser Zeit, die auf so erschreckende Art unseren Verstand übersteigt, zu begleiten; die Stunde, in der die Finsternis die Macht hat (vgl. Lk 22,53). Die Stunde seiner Erhöhung am Kreuz. Aber auch die Stunde seines Triumphes und seiner glorreichen Auferstehung.

Die Betrachtung dieser unbeschreiblichen Geheimnisse öffnet uns die stille, mütterliche Anwesenheit Marias. In Nazareth, in Bethlehem, am Kalvarienberg ist Maria da! Nicht als Zuschauerin, sondern vollkommen eingehüllt und in aktiver Teilnahme an diesem Geheimnis. Sie will, dass wir uns wie sie darauf einlassen und den Teil annehmen, den Christus uns zugedacht hat. Denn auch wir spielen darin eine Hauptrolle.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Mitteilung vorstellen, die wir zeitgleich mit diesem Brief veröffentlichen.

1. Sie werden feststellen, dass die Mitteilung inhaltlich viele Themen aufgreift, die wir im Laufe des vergangenen Jahres auf die ein oder andere Art und Weise bereits besprochen haben. Mit einigen von Ihnen haben wir persönlich gesprochen, mit anderen im größeren Kreis bei Besprechungen oder Treffen. Ich habe Ihnen auch mehrmals geschrieben. Wir haben immer wieder gemeinsam gebetet. Und ich weiß, dass die Legionäre und gottgeweihten Mitglieder, mit denen Sie in Kontakt stehen, ihre ganze Energie dafür aufgewendet haben, Ihnen zur Seite zu stehen und Ihre Fragen und Zweifel zu beantworten. So wie es diese Themen eben zugelassen haben, die nach und nach ans Tageslicht kamen.

Für alle war es eine sehr schmerzhafte Zeit. Vielleicht sogar traumatisch. Völlig unerwartet sind im Leben unseres Gründers Facetten aufgetaucht, die ganz und gar nicht mit dem übereinstimmen, was wir an seiner Seite erlebt haben. Darauf waren wir nicht vorbereitet! Nur nach und nach konnten wir die Fakten aufnehmen, zwangsläufig manchmal sogar sehr langsam. Oft mussten unglaubliche menschliche und spirituelle Ressourcen zusammen genommen werden, die jeder einzelne von uns im Gebet, im Dialog mit Christus in der Eucharistie, im innigen Kontakt zur Jungfrau Maria, in den Gesprächen mit den Direktoren, den geistlichen Leitern oder auch mit den Weggefährten in der Sektion, in der Familie und im Freundeskreis gefunden hat.

In diesem Prozess, in dem wir uns den Fakten und ihren Konsequenzen stellten, ist es normal, dass jeder einen ganz persönlichen Weg durchlaufen musste. Dieser richtete sich nach der eigenen Sensibilität, dem kulturellen Hintergrund und den eigenen spirituellen Grundmauern. Und es ist auch normal, dass sich nicht alle am gleichen Punkt befinden. Manche konnten mit Hilfe der Gnade diesen Abschnitt bereits hinter sich lassen. Andere benötigen noch mehr Zeit und Gebet, um all das verarbeiten und in ihrem Innersten dieses Kapitel abschließen zu können. Wir müssen dabei mit viel Feingefühl die Entwicklung jedes Einzelnen respektieren und verstehen.

2. In diesen Tagen haben wir über all das mit dem Generalrat und mit den Territorialdirektoren nachgedacht. Alle zusammen haben wir verstanden, dass es an uns liegt, einen großen Schritt nach vorne zu tun, sobald wir diese Seite im Buch der Geschichte der Legion und des Regnum Christi „gelesen“ und innerlich verarbeitet haben. Das gilt für jeden persönlich und als Institution, damit wir dieses Kapitel unserer Geschichte abschließen und ein neues beginnen können.

Wir erwarten noch die Ergebnisse der apostolischen Visitation, deren operative Phase inzwischen abgeschlossen ist; und es besteht kein Zweifel daran, dass wir für alle Entscheidungen, die der Heilige Vater als richtig erachtet, vollkommen offen sind und sie folgsam und im übernatürlichen Geist aufnehmen werden. Aber obwohl dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen ist – es wird vermutlich noch einige Monate dauern – wollen wir uns gewissermaßen jetzt schon in Bewegung setzen. Wir wollen unseren Weg wieder mit Glauben und Demut beschreiten und uns wieder mit ganzer Kraft der Mission widmen, die uns Jesus Christus im Dienst der Kirche anvertraut hat. Die beiliegende Erklärung soll neben der Bedeutung, die sie in sich trägt, auch ein Zeichen dieses neuen Aufbruchs der ganzen Institution sein.

3. Ich glaube, dass die Betrachtung des Beispiels der seligen Jungfrau uns zeigen kann, welche Einstellungen uns in diesem geschichtsträchtigen Moment begleiten müssen. Ausgehend von der Verkündigung in Nazareth bis hinauf zum Kalvarienberg entpuppt sich die Seele Marias voll des Glaubens, voller Hoffnung und übernatürlicher Liebe. Diese drei Tugenden zu leben, darum bittet uns Gott momentan mit Nachdruck. Einen Glauben, der die Vergangenheit erhellt. Eine Hoffnung, die uns im Angesicht der Zukunft stärkt. Und eine Liebe, die unser Antrieb in der Gegenwart ist.

4. Glaube, der die Vergangenheit erhellt

Maria wurde in ihrem Leben mit so vielen Vorkommnissen konfrontiert, die sie unmöglich alle verstehen konnte. Angefangen von der Botschaft des Engels über eine Vielzahl von Unvorhersehbarem, Zwischenfällen, Widrigkeiten, Hindernissen, bis hin zum tragischen Ende. Zwar war alles angekündigt; aber trotzdem war es unbegreiflich und schien all dem zu widersprechen, was man vernünftigerweise als das Schicksal dessen erwarten würde, der doch immerhin Gottes Sohn war. Und sie? Was hat sie getan? Wie hat sie reagiert?

Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“ (Lk 2,51). Sie meditierte darüber. Aus dem Glauben heraus. Sie dachte darüber nach, ohne zu verstehen. Sie sprach mit Gott darüber, ohne von ihm Rechenschaft oder Erklärungen zu verlangen. Sie wusste einfach, dass alles zu seinem Plan gehörte und dass er schon wusste, was er tat, und warum. Das genügte ihr. Auch wenn sie nichts verstand. Sie betrachtete all diese Dinge nicht, um in einer fruchtlosen Trauer zu verharren oder sich selbst zu bemitleiden, sondern um zu versuchen, den Plan Gottes ein wenig besser verstehen zu können. Und um ihn um die Kraft zu bitten, diesen Plan anzunehmen und sich gehorsam, demütig und freudig dessen Verwirklichung hinzugeben.

Und am Kalvarienberg, am Fuße des Kreuzes? Stille und vertrauensvolles Gebet! Wieder verstand sie nichts. Es war so grausam, so niederträchtig, so schrecklich unheilvoll. Doch wenn ihre Augen auch tränengefüllt waren und ihr Geist von Verwirrung benommen, so erstrahlte ihre Seele doch im Glauben. Sie wusste, dass Gott seinen Ratschluss erfüllte. Und sie antwortete wieder „Ja“, meditierte weiter. Sie meditierte im Glauben, sie glaubte im Vertrauen.

Ich denke, dass das der Glaube ist, um den Gott uns bittet. Vielleicht werden wir das Warum so vieler Dinge, die jetzt ans Licht gekommen sind, niemals verstehen. Genauso wenig, wie warum Gott ein solches Werkzeug gewählt hat, um die Legion und das Regnum Christi ins Leben zu rufen. Warum können die Legion und das Regnum Christi nicht auch einen Gründer vorweisen, wie so viele andere Gemeinschaften und Bewegungen? Gott weiß es! Wir müssen es mit Glauben hinnehmen, und in Glauben und Demut erkennen, dass Gott – so groß das Geheimnis auch sein mag – weiser ist als wir. Einmal mehr bestätigt sich sein Wort: „Eure Wege sind nicht meine Wege!“ (Jes 55,8)

Gott bittet uns um einen Glauben, der uns nicht daran zweifeln lässt, „dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28). Und dass er daher auch ganz besondere Gnaden für uns vorbereitet hat. Wir müssen vertrauen, dass er, der diese Dinge zugelassen hat, auch gut und mächtig genug ist, um daraus ein größeres Gut hervorzubringen. Teilweise sehen wir das jetzt schon, und ich bin mir sicher, dass wir noch mehr davon erfahren werden. Der Katechismus lehrt uns: „So kann man mit der Zeit entdecken, dass Gott in seiner allmächtigen Vorsehung sogar aus den Folgen eines durch seine Geschöpfe verursachten moralischen Übels etwas Gutes zu ziehen vermag.“ Und „aus dem schlimmsten moralischen Übel, das je begangen worden ist, aus der durch die Sünden aller Menschen verschuldeten Verwerfung und Ermordung des Sohnes Gottes, hat Gott im Übermaß seiner Gnade (vgl. Röm 5,20) das größte aller Güter gemacht: die Verherrlichung Christi und unsere Erlösung.“ Gleichzeitig weist er aber auch daraufhin, dass das Böse deswegen nicht zu etwas Gutem wird (Katechismus der katholischen Kirche, 312).

Im Glauben müssen wir entdecken und akzeptieren, dass es vor allem die göttliche Vorsehung ist, die unsere Geschicke steuert, trotz all der Wechselfälle unserer Geschichte. Der Glaube hilft uns, auf diese Tatsache wirklich zu vertrauen, obwohl es uns manchmal so vorkommen mag, als gingen wir in die falsche Richtung und wir oft nur das – zum Teil unbeholfene – Wirken der menschlichen Freiheit wahrnehmen. Viele Faktoren haben die Richtung beeinflusst, die die Legion und das Regnum Christi im letzten Jahr genommen haben. Einer dieser Faktoren war das Handeln der Direktoren. Aus rein menschlicher Perspektive waren diese mehr oder weniger treffend oder auch unzutreffend. Wenn ich über mein eigenes Handeln nachdenke, und im Hinblick auf die mir auferlegte Verantwortung, kann ich Ihnen versichern, dass ich in jedem Moment versucht habe, mit reiner Absicht und größtmöglicher Umsicht vorzugehen. Täglich habe ich den Heiligen Geist um die Gabe des Rates gebeten, der, wie Sie wissen, die Tugend der Klugheit erleuchtet und vollendet. Ich habe mich dabei auf den Generalrat, viele Persönlichkeiten der Kirche und auf Sie gestützt. Wir haben versucht, jeden Schritt und jede Entscheidung im Licht Gottes zu treffen und haben uns daran orientiert, wie Christus wohl gehandelt hätte. Aber ich bin nicht unfehlbar. Ich weiß nicht, ob ich immer richtig gehandelt habe. Sicher nicht immer! Es ist durchaus möglich, dass auch die anderen Direktoren sich neben unzähligen richtigen Entscheidungen vielleicht einmal geirrt haben. Aber eines steht fest: Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade. Trotz der großen Begrenztheit und der Mängel der Werkzeuge hat Gott uns doch auf diesem Weg in der Vergangenheit geleitet und wird dies auch in der Zukunft weiterhin tun. Der Glaube Marias versichert uns das.

5. Hoffnung, die uns im Angesicht der Zukunft stärkt

Maria ist uns auch ein Vorbild der Hoffnung. Sie gab nie der Versuchung des Misstrauens nach. Es gab Momente, die völlig aussichtslos schienen. Ihr wurde die jungfräuliche Mutterschaft verkündet, und sie wusste wohl um die Verdächtigungen, die damit einhergehen würden. Ihr wurde gesagt, dass sie eilig vor dem Zorn des Herodes nach Ägypten fliehen müssten. Leicht kann man sich die Ungewissheit und Sorge vorstellen, die sich in ihr breitgemacht haben müssen. Ihr wurde angekündigt, dass ein Schwert ihre Seele durchbohren wird, und sicher lag diese Prophezeiung viele Jahre wie ein Schatten über ihr. Unter dem Kreuz ihres Sohnes hörte sie die Ankündigung einer neuen, universellen Mutterschaft… Aber sie hatte gelernt, sich wieder und wieder den Händen Gottes anzuvertrauen, mit einer grenzenlosen Hoffnung. Gott hat ihre Hoffnung nicht enttäuscht.

Wie die Jungfrau Maria müssen auch wir der Zukunft mit großem Vertrauen auf Gott entgegenblicken, ohne dass uns irgendein Unbill den Optimismus rauben könnte. Das ist demjenigen möglich, der wie der heilige Paulus weiß, dass uns nichts von der Liebe Christi trennen kann und dass die Erfahrung dieser Liebe Christi alles andere als Verlust erscheinen lässt, weil sie allein die Grundlage unserer Existenz ist.

Die Hoffnung erwächst aus dem Glauben. Wenn wir wirklich an Gott glauben, an seine Vorsehung, seine unendliche Weisheit und Güte, dann können wir nicht anders als seine Hand zu erfassen und in ihn, nur in ihn, unsere ganze Hoffnung zu setzen. Nichts, was die Zukunft bringen mag, kann uns Angst machen.

Mit übernatürlicher Hoffnung in die Zukunft zu blicken bedeutet, sie mit einem tiefen Verantwortungsbewusstsein anzugehen. Gott selber wollte die Legion und das Regnum Christi, um der Kirche viele Apostel zu schenken, die demütig und leidenschaftlich an der großen Mission der Evangelisierung mitarbeiten. Er wird uns nicht verlassen. Er wird uns nicht enttäuschen. Er bittet nur um ein heiligmäßiges Leben, unsere Aufrichtigkeit und unser Verantwortungsbewusstsein, damit wir ihn, seine Kirche, die Gesellschaft und die Seelen nicht enttäuschen.

6. Liebe, die unser Antrieb in der Gegenwart ist

Maria glaubte und hoffte nicht nur. Vor allem liebte sie Gott. Aus Liebe nahm sie in jedem Moment seinen Willen an und setzte eifrig alles daran, diesen in die Tat umzusetzen. Dabei dachte sie nicht an sich selbst, an ihre Bequemlichkeit, ihren Ruf oder ihr Wohlbefinden. Sie wollte nur Gott lieben und seinen Willen erfüllen.

In dieser Stunde bittet uns Gott auch um ein solches Engagement. Wenn wir durch den Glauben entdecken, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, dann müsse wir jetzt noch mehr lieben; dann müssen wir ohne Grenzen lieben. So werden wir sehen, wie viel Gutes Gott in der Welt daraus hervorbringen wird. Genau darum bittet er uns. Wir dürfen unserer Liebe keine Grenzen setzen oder darin nachlassen. Im Gebet müssen wir sie jeden Tag mehr entflammen. Lassen wir das einen unserer wichtigsten Vorsätze sein: Frauen und Männer des Gebets und eines tiefen inneren Lebens zu sein.

Aus Liebe werden wir auch weiterhin der Kirche dienen. Selbstlos, nicht aufgrund des Nutzens, der uns daraus entsteht.

Aus Liebe werden wir weiterhin dem wunderschönen und fruchtbaren Charisma Leben verleihen, das Gott uns geschenkt hat. Aus Liebe versuchen wir, es Früchte tragen zu lassen. Aus Liebe wollen wir es mit vielen anderen teilen. Die Gaben, die wir von Gott empfangen haben, sollen auch andere spirituell bereichern. So werden wir das endgültige Ziel unseres Lebens erreichen, den Himmel.

Aus Liebe gehen wir weiter, Seite an Seite, helfen einander und bringen uns Verständnis entgegen. Aus Liebe versuchen wir, die Einheit und den Geist einer Familie in unseren Reihen noch mehr zu stärken. Dieses unschätzbare Geschenk bringt so viel Frieden und Ruhe in unsere Gemeinschaften und Teams.

Aus Liebe stehen wir allen zur Seite: unseren Weggefährten im Regnum Christi, unseren Freunden, Familienangehörigen, Wohltätern und wem auch immer wir auf unserem Weg begegnen. So finden alle in uns den Simon von Zyrene, der ihnen hilft, ihr Kreuz in der Nachfolge Christi zu tragen.

7. Liebe Freunde und Mitglieder des Regnum Christi: Ich lade Sie dazu ein, diese Überlegungen vor Christus in der Eucharistie zu bringen. Sie sind Frucht langer und reiflicher Betrachtungen, die wir mit dem Generalrat und den Territorialdirektoren angestellt haben. Dort bei Christus und an der Hand der Gottesmutter Maria sollten wir diese Punkte meditieren und unser „Ja“ erneuern. Ein „Ja“ das jetzt noch klarer, noch kohärenter ist, im Leiden gereift; und freudiger als zuvor. Wie Maria bitten wir Christus um die Gnade, seinen Plan mit lichtreichem Glauben anzunehmen, mit unzerbrechlicher Hoffnung in die Zukunft zu blicken und uns vorzunehmen, unser ganzes Leben in der Nächstenliebe zu leben.

Innig vereint im Gebet und unserer gemeinsamen Mission, verbleibe ich in Christus, Ihr

Álvaro Corcuera LC

Übersetzung des spanischsprachigen Originals


Brief von P. Álvaro Corcuera LC

Brief von P. Álvaro Corcuera LC

P. Álvaro Corcuera LCRom, 25. März 2010
Hochfest der Verkündigung des Herrn


An alle Mitglieder und Freunde
der Bewegung Regnum Christi


Liebe Freunde in Christus!

Das Fest der Verkündigung des Herrn gibt mir die Gelegenheit, Ihnen allen einen herzlichen Gruß zu senden. Heute feiern wir das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Er wollte unsere menschliche Natur annehmen, um unsere Sünden zu tilgen und uns den Weg zum Vater zu eröffnen. Ein Geheimnis der unendlichen Liebe Gottes. Er hätte uns die Erlösung auch auf eine leichtere Art und Weise gewähren können. Aber er hat den Weg der Erniedrigung und Demütigung seines Sohnes gewählt, um uns zu zeigen: Wie groß auch immer das Geheimnis unserer Schuld sein mag, das seiner barmherzigen Liebe ist unendlich viel größer.

Wir stehen kurz vor der Karwoche. In einer Woche beginnen wir das Ostertriduum, um Christus in dieser Zeit, die auf so erschreckende Art unseren Verstand übersteigt, zu begleiten; die Stunde, in der die Finsternis die Macht hat (vgl. Lk 22,53). Die Stunde seiner Erhöhung am Kreuz. Aber auch die Stunde seines Triumphes und seiner glorreichen Auferstehung.

Die Betrachtung dieser unbeschreiblichen Geheimnisse öffnet uns die stille, mütterliche Anwesenheit Marias. In Nazareth, in Bethlehem, am Kalvarienberg ist Maria da! Nicht als Zuschauerin, sondern vollkommen eingehüllt und in aktiver Teilnahme an diesem Geheimnis. Sie will, dass wir uns wie sie darauf einlassen und den Teil annehmen, den Christus uns zugedacht hat. Denn auch wir spielen darin eine Hauptrolle.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Mitteilung vorstellen, die wir zeitgleich mit diesem Brief veröffentlichen.

1. Sie werden feststellen, dass die Mitteilung inhaltlich viele Themen aufgreift, die wir im Laufe des vergangenen Jahres auf die ein oder andere Art und Weise bereits besprochen haben. Mit einigen von Ihnen haben wir persönlich gesprochen, mit anderen im größeren Kreis bei Besprechungen oder Treffen. Ich habe Ihnen auch mehrmals geschrieben. Wir haben immer wieder gemeinsam gebetet. Und ich weiß, dass die Legionäre und gottgeweihten Mitglieder, mit denen Sie in Kontakt stehen, ihre ganze Energie dafür aufgewendet haben, Ihnen zur Seite zu stehen und Ihre Fragen und Zweifel zu beantworten. So wie es diese Themen eben zugelassen haben, die nach und nach ans Tageslicht kamen.

Für alle war es eine sehr schmerzhafte Zeit. Vielleicht sogar traumatisch. Völlig unerwartet sind im Leben unseres Gründers Facetten aufgetaucht, die ganz und gar nicht mit dem übereinstimmen, was wir an seiner Seite erlebt haben. Darauf waren wir nicht vorbereitet! Nur nach und nach konnten wir die Fakten aufnehmen, zwangsläufig manchmal sogar sehr langsam. Oft mussten unglaubliche menschliche und spirituelle Ressourcen zusammen genommen werden, die jeder einzelne von uns im Gebet, im Dialog mit Christus in der Eucharistie, im innigen Kontakt zur Jungfrau Maria, in den Gesprächen mit den Direktoren, den geistlichen Leitern oder auch mit den Weggefährten in der Sektion, in der Familie und im Freundeskreis gefunden hat.

In diesem Prozess, in dem wir uns den Fakten und ihren Konsequenzen stellten, ist es normal, dass jeder einen ganz persönlichen Weg durchlaufen musste. Dieser richtete sich nach der eigenen Sensibilität, dem kulturellen Hintergrund und den eigenen spirituellen Grundmauern. Und es ist auch normal, dass sich nicht alle am gleichen Punkt befinden. Manche konnten mit Hilfe der Gnade diesen Abschnitt bereits hinter sich lassen. Andere benötigen noch mehr Zeit und Gebet, um all das verarbeiten und in ihrem Innersten dieses Kapitel abschließen zu können. Wir müssen dabei mit viel Feingefühl die Entwicklung jedes Einzelnen respektieren und verstehen.

2. In diesen Tagen haben wir über all das mit dem Generalrat und mit den Territorialdirektoren nachgedacht. Alle zusammen haben wir verstanden, dass es an uns liegt, einen großen Schritt nach vorne zu tun, sobald wir diese Seite im Buch der Geschichte der Legion und des Regnum Christi „gelesen“ und innerlich verarbeitet haben. Das gilt für jeden persönlich und als Institution, damit wir dieses Kapitel unserer Geschichte abschließen und ein neues beginnen können.

Wir erwarten noch die Ergebnisse der apostolischen Visitation, deren operative Phase inzwischen abgeschlossen ist; und es besteht kein Zweifel daran, dass wir für alle Entscheidungen, die der Heilige Vater als richtig erachtet, vollkommen offen sind und sie folgsam und im übernatürlichen Geist aufnehmen werden. Aber obwohl dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen ist – es wird vermutlich noch einige Monate dauern – wollen wir uns gewissermaßen jetzt schon in Bewegung setzen. Wir wollen unseren Weg wieder mit Glauben und Demut beschreiten und uns wieder mit ganzer Kraft der Mission widmen, die uns Jesus Christus im Dienst der Kirche anvertraut hat. Die beiliegende Erklärung soll neben der Bedeutung, die sie in sich trägt, auch ein Zeichen dieses neuen Aufbruchs der ganzen Institution sein.

3. Ich glaube, dass die Betrachtung des Beispiels der seligen Jungfrau uns zeigen kann, welche Einstellungen uns in diesem geschichtsträchtigen Moment begleiten müssen. Ausgehend von der Verkündigung in Nazareth bis hinauf zum Kalvarienberg entpuppt sich die Seele Marias voll des Glaubens, voller Hoffnung und übernatürlicher Liebe. Diese drei Tugenden zu leben, darum bittet uns Gott momentan mit Nachdruck. Einen Glauben, der die Vergangenheit erhellt. Eine Hoffnung, die uns im Angesicht der Zukunft stärkt. Und eine Liebe, die unser Antrieb in der Gegenwart ist.

4. Glaube, der die Vergangenheit erhellt

Maria wurde in ihrem Leben mit so vielen Vorkommnissen konfrontiert, die sie unmöglich alle verstehen konnte. Angefangen von der Botschaft des Engels über eine Vielzahl von Unvorhersehbarem, Zwischenfällen, Widrigkeiten, Hindernissen, bis hin zum tragischen Ende. Zwar war alles angekündigt; aber trotzdem war es unbegreiflich und schien all dem zu widersprechen, was man vernünftigerweise als das Schicksal dessen erwarten würde, der doch immerhin Gottes Sohn war. Und sie? Was hat sie getan? Wie hat sie reagiert?

Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“ (Lk 2,51). Sie meditierte darüber. Aus dem Glauben heraus. Sie dachte darüber nach, ohne zu verstehen. Sie sprach mit Gott darüber, ohne von ihm Rechenschaft oder Erklärungen zu verlangen. Sie wusste einfach, dass alles zu seinem Plan gehörte und dass er schon wusste, was er tat, und warum. Das genügte ihr. Auch wenn sie nichts verstand. Sie betrachtete all diese Dinge nicht, um in einer fruchtlosen Trauer zu verharren oder sich selbst zu bemitleiden, sondern um zu versuchen, den Plan Gottes ein wenig besser verstehen zu können. Und um ihn um die Kraft zu bitten, diesen Plan anzunehmen und sich gehorsam, demütig und freudig dessen Verwirklichung hinzugeben.

Und am Kalvarienberg, am Fuße des Kreuzes? Stille und vertrauensvolles Gebet! Wieder verstand sie nichts. Es war so grausam, so niederträchtig, so schrecklich unheilvoll. Doch wenn ihre Augen auch tränengefüllt waren und ihr Geist von Verwirrung benommen, so erstrahlte ihre Seele doch im Glauben. Sie wusste, dass Gott seinen Ratschluss erfüllte. Und sie antwortete wieder „Ja“, meditierte weiter. Sie meditierte im Glauben, sie glaubte im Vertrauen.

Ich denke, dass das der Glaube ist, um den Gott uns bittet. Vielleicht werden wir das Warum so vieler Dinge, die jetzt ans Licht gekommen sind, niemals verstehen. Genauso wenig, wie warum Gott ein solches Werkzeug gewählt hat, um die Legion und das Regnum Christi ins Leben zu rufen. Warum können die Legion und das Regnum Christi nicht auch einen Gründer vorweisen, wie so viele andere Gemeinschaften und Bewegungen? Gott weiß es! Wir müssen es mit Glauben hinnehmen, und in Glauben und Demut erkennen, dass Gott – so groß das Geheimnis auch sein mag – weiser ist als wir. Einmal mehr bestätigt sich sein Wort: „Eure Wege sind nicht meine Wege!“ (Jes 55,8)

Gott bittet uns um einen Glauben, der uns nicht daran zweifeln lässt, „dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28). Und dass er daher auch ganz besondere Gnaden für uns vorbereitet hat. Wir müssen vertrauen, dass er, der diese Dinge zugelassen hat, auch gut und mächtig genug ist, um daraus ein größeres Gut hervorzubringen. Teilweise sehen wir das jetzt schon, und ich bin mir sicher, dass wir noch mehr davon erfahren werden. Der Katechismus lehrt uns: „So kann man mit der Zeit entdecken, dass Gott in seiner allmächtigen Vorsehung sogar aus den Folgen eines durch seine Geschöpfe verursachten moralischen Übels etwas Gutes zu ziehen vermag.“ Und „aus dem schlimmsten moralischen Übel, das je begangen worden ist, aus der durch die Sünden aller Menschen verschuldeten Verwerfung und Ermordung des Sohnes Gottes, hat Gott im Übermaß seiner Gnade (vgl. Röm 5,20) das größte aller Güter gemacht: die Verherrlichung Christi und unsere Erlösung.“ Gleichzeitig weist er aber auch daraufhin, dass das Böse deswegen nicht zu etwas Gutem wird (Katechismus der katholischen Kirche, 312).

Im Glauben müssen wir entdecken und akzeptieren, dass es vor allem die göttliche Vorsehung ist, die unsere Geschicke steuert, trotz all der Wechselfälle unserer Geschichte. Der Glaube hilft uns, auf diese Tatsache wirklich zu vertrauen, obwohl es uns manchmal so vorkommen mag, als gingen wir in die falsche Richtung und wir oft nur das – zum Teil unbeholfene – Wirken der menschlichen Freiheit wahrnehmen. Viele Faktoren haben die Richtung beeinflusst, die die Legion und das Regnum Christi im letzten Jahr genommen haben. Einer dieser Faktoren war das Handeln der Direktoren. Aus rein menschlicher Perspektive waren diese mehr oder weniger treffend oder auch unzutreffend. Wenn ich über mein eigenes Handeln nachdenke, und im Hinblick auf die mir auferlegte Verantwortung, kann ich Ihnen versichern, dass ich in jedem Moment versucht habe, mit reiner Absicht und größtmöglicher Umsicht vorzugehen. Täglich habe ich den Heiligen Geist um die Gabe des Rates gebeten, der, wie Sie wissen, die Tugend der Klugheit erleuchtet und vollendet. Ich habe mich dabei auf den Generalrat, viele Persönlichkeiten der Kirche und auf Sie gestützt. Wir haben versucht, jeden Schritt und jede Entscheidung im Licht Gottes zu treffen und haben uns daran orientiert, wie Christus wohl gehandelt hätte. Aber ich bin nicht unfehlbar. Ich weiß nicht, ob ich immer richtig gehandelt habe. Sicher nicht immer! Es ist durchaus möglich, dass auch die anderen Direktoren sich neben unzähligen richtigen Entscheidungen vielleicht einmal geirrt haben. Aber eines steht fest: Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade. Trotz der großen Begrenztheit und der Mängel der Werkzeuge hat Gott uns doch auf diesem Weg in der Vergangenheit geleitet und wird dies auch in der Zukunft weiterhin tun. Der Glaube Marias versichert uns das.

5. Hoffnung, die uns im Angesicht der Zukunft stärkt

Maria ist uns auch ein Vorbild der Hoffnung. Sie gab nie der Versuchung des Misstrauens nach. Es gab Momente, die völlig aussichtslos schienen. Ihr wurde die jungfräuliche Mutterschaft verkündet, und sie wusste wohl um die Verdächtigungen, die damit einhergehen würden. Ihr wurde gesagt, dass sie eilig vor dem Zorn des Herodes nach Ägypten fliehen müssten. Leicht kann man sich die Ungewissheit und Sorge vorstellen, die sich in ihr breitgemacht haben müssen. Ihr wurde angekündigt, dass ein Schwert ihre Seele durchbohren wird, und sicher lag diese Prophezeiung viele Jahre wie ein Schatten über ihr. Unter dem Kreuz ihres Sohnes hörte sie die Ankündigung einer neuen, universellen Mutterschaft… Aber sie hatte gelernt, sich wieder und wieder den Händen Gottes anzuvertrauen, mit einer grenzenlosen Hoffnung. Gott hat ihre Hoffnung nicht enttäuscht.

Wie die Jungfrau Maria müssen auch wir der Zukunft mit großem Vertrauen auf Gott entgegenblicken, ohne dass uns irgendein Unbill den Optimismus rauben könnte. Das ist demjenigen möglich, der wie der heilige Paulus weiß, dass uns nichts von der Liebe Christi trennen kann und dass die Erfahrung dieser Liebe Christi alles andere als Verlust erscheinen lässt, weil sie allein die Grundlage unserer Existenz ist.

Die Hoffnung erwächst aus dem Glauben. Wenn wir wirklich an Gott glauben, an seine Vorsehung, seine unendliche Weisheit und Güte, dann können wir nicht anders als seine Hand zu erfassen und in ihn, nur in ihn, unsere ganze Hoffnung zu setzen. Nichts, was die Zukunft bringen mag, kann uns Angst machen.

Mit übernatürlicher Hoffnung in die Zukunft zu blicken bedeutet, sie mit einem tiefen Verantwortungsbewusstsein anzugehen. Gott selber wollte die Legion und das Regnum Christi, um der Kirche viele Apostel zu schenken, die demütig und leidenschaftlich an der großen Mission der Evangelisierung mitarbeiten. Er wird uns nicht verlassen. Er wird uns nicht enttäuschen. Er bittet nur um ein heiligmäßiges Leben, unsere Aufrichtigkeit und unser Verantwortungsbewusstsein, damit wir ihn, seine Kirche, die Gesellschaft und die Seelen nicht enttäuschen.

6. Liebe, die unser Antrieb in der Gegenwart ist

Maria glaubte und hoffte nicht nur. Vor allem liebte sie Gott. Aus Liebe nahm sie in jedem Moment seinen Willen an und setzte eifrig alles daran, diesen in die Tat umzusetzen. Dabei dachte sie nicht an sich selbst, an ihre Bequemlichkeit, ihren Ruf oder ihr Wohlbefinden. Sie wollte nur Gott lieben und seinen Willen erfüllen.

In dieser Stunde bittet uns Gott auch um ein solches Engagement. Wenn wir durch den Glauben entdecken, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, dann müsse wir jetzt noch mehr lieben; dann müssen wir ohne Grenzen lieben. So werden wir sehen, wie viel Gutes Gott in der Welt daraus hervorbringen wird. Genau darum bittet er uns. Wir dürfen unserer Liebe keine Grenzen setzen oder darin nachlassen. Im Gebet müssen wir sie jeden Tag mehr entflammen. Lassen wir das einen unserer wichtigsten Vorsätze sein: Frauen und Männer des Gebets und eines tiefen inneren Lebens zu sein.

Aus Liebe werden wir auch weiterhin der Kirche dienen. Selbstlos, nicht aufgrund des Nutzens, der uns daraus entsteht.

Aus Liebe werden wir weiterhin dem wunderschönen und fruchtbaren Charisma Leben verleihen, das Gott uns geschenkt hat. Aus Liebe versuchen wir, es Früchte tragen zu lassen. Aus Liebe wollen wir es mit vielen anderen teilen. Die Gaben, die wir von Gott empfangen haben, sollen auch andere spirituell bereichern. So werden wir das endgültige Ziel unseres Lebens erreichen, den Himmel.

Aus Liebe gehen wir weiter, Seite an Seite, helfen einander und bringen uns Verständnis entgegen. Aus Liebe versuchen wir, die Einheit und den Geist einer Familie in unseren Reihen noch mehr zu stärken. Dieses unschätzbare Geschenk bringt so viel Frieden und Ruhe in unsere Gemeinschaften und Teams.

Aus Liebe stehen wir allen zur Seite: unseren Weggefährten im Regnum Christi, unseren Freunden, Familienangehörigen, Wohltätern und wem auch immer wir auf unserem Weg begegnen. So finden alle in uns den Simon von Zyrene, der ihnen hilft, ihr Kreuz in der Nachfolge Christi zu tragen.

7. Liebe Freunde und Mitglieder des Regnum Christi: Ich lade Sie dazu ein, diese Überlegungen vor Christus in der Eucharistie zu bringen. Sie sind Frucht langer und reiflicher Betrachtungen, die wir mit dem Generalrat und den Territorialdirektoren angestellt haben. Dort bei Christus und an der Hand der Gottesmutter Maria sollten wir diese Punkte meditieren und unser „Ja“ erneuern. Ein „Ja“ das jetzt noch klarer, noch kohärenter ist, im Leiden gereift; und freudiger als zuvor. Wie Maria bitten wir Christus um die Gnade, seinen Plan mit lichtreichem Glauben anzunehmen, mit unzerbrechlicher Hoffnung in die Zukunft zu blicken und uns vorzunehmen, unser ganzes Leben in der Nächstenliebe zu leben.

Innig vereint im Gebet und unserer gemeinsamen Mission, verbleibe ich in Christus, Ihr

Álvaro Corcuera LC

Übersetzung des spanischsprachigen Originals

 

Begleitbrief des Generaldirektors der Legionäre Christi zur Offiziellen Stellungnahme der Ordensleitung vom 25. März.

close
Dienstag, 13. April 2010

Direktlink senden

http://www.regnumchristi.org/de/component/k2/item/414-brief-von-p-alvaro-corcuera-lc/

Diesen Artikel empfehlen:



To listen to this song, you need the latest Flash-Player and active javascript in your browser.