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Dienstag, 23. November 2010

Licht der Welt“


Das erste „Live”-Interviewbuch mit einem Papst - Benedikt XVI. antwortet auch auf eine Frage zum Gründer der Legionäre Christi

Titelseite des Buches „Licht der Welt“23. November 2010. Am heutigen Vormittag wurde im Pressesaal des Heiligen Stuhls das Buch „Licht der Welt – Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit“ vorgestellt. Es handelt sich um ein Interview des bekannten katholischen Journalisten Peter Seewald mit Papst Benedikt XVI., das im Sommer 2010 geführt wurde.

Peter Seewald, geboren 1954, arbeitete beim Spiegel, beim Stern und beim Magazin der Süddeutschen Zeitung; er lebt derzeit als freier Publizist in München.

Schon in der Vergangenheit konnte Peter Seewald zwei ausführliche Interviews dieser Art durchführen, zu jener Zeit noch mit Joseph Kardinal Ratzinger. Beide wurden in Buchform veröffentlicht: „Salz der Erde“ (1996) und „Gott und die Welt“ (2001).

In „Licht der Welt“ äußert sich der Heilige Vater erneut und ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu aktuellen Fragen, insbesondere den Herausforderungen im Petrusamt. Zu den besprochenen Themen zählen u.a. die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, deren Wirkung in den Massenmedien und die Reaktion der Kirche, die Beziehung der Kirche zum Islam und zur jüdischen Religion, die Rolle der Frau in der Kirche, Christentum und Moderne, das Drogenproblem in der Welt, der Einsatz der Kirche gegen HIV, „Humana Vitae“ und menschliche Sexualität, Pius XII. usw.

An einer Stelle befragt Peter Seewald den Heiligen Vater auch konkret über den Gründer der Legionäre Christi, P. Marcial Maciel, und die Kongregation. Benedikt XVI. gibt darauf eine kurze Zusammenfassung der durchlaufenen Entwicklung und beschreibt den Weg, den er für die Gemeinschaft sieht und welchen diese derzeit schon mit Hilfe des päpstlichen Delegaten beschreitet:

Peter Seewald: Auch die Aufdeckung des Doppellebens des Gründers der Ordensgemeinschaft der „Legionäre Christi“, Marcial Maciel Degollado, erschütterte die Kirche. Missbrauchsvorwürfe gegen den 2008 in den USA verstorbenen Maciel standen bereits seit Jahren im Raum. Die Lebensgefährtin Maciels gab an, Mutter zweier gemeinsamer Kinder zu sein. In Mexiko sind nun Stimmen zu hören, die öffentlichen Entschuldigungen der „Legionäre Christi“ reichten nicht aus, die Ordensgemeinschaft müsse aufgelöst werden.

Benedikt XVI.: Leider sind wir nur sehr langsam und verspätet an diese Dinge herangekommen. Sie waren irgendwie sehr gut verdeckt, und erst seit etwa dem Jahr 2000 haben wir konkrete Anhaltspunkte gewonnen. Schließlich brauchte es eindeutige Zeugnisse, um wirklich Gewissheit zu haben, dass die Vorwürfe zutreffen.

Für mich bleibt Marcial Maciel eine mysteriöse Gestalt. Da ist einerseits ein Leben, das, wie wir nun wissen, jenseits des Moralischen liegt, ein abenteuerliches, vertanes, verdrehtes Leben. Andererseits sehen wir die Dynamik und die Kraft, mit der er die Gemeinschaft der Legionäre aufgebaut hat.

Wir haben inzwischen eine Apostolische Visitation durchführen lassen und einen Delegaten eingesetzt, der mit einer Gruppe von Mitarbeitern die nötigen Reformen vorbereitet. Natürlich sind Korrekturen zu machen, aber im Großen und Ganzen ist die Gemeinschaft gesund. Es gibt hier viele junge Menschen, die mit Begeisterung dem Glauben dienen wollen. Diese Begeisterung darf man nicht zerstören. Viele sind von einer falschen Gestalt letztendlich doch zum Richtigen gerufen worden. Das ist das Merkwürdige, der Widerspruch, dass sozusagen ein falscher Prophet doch eine positive Wirkung haben konnte. Diesen vielen jungen Menschen muss neu Mut gegeben werden. Es braucht eine neue Struktur, damit sie nicht ins Leere fallen, sondern, richtig geleitet, weiter der Kirche und den Menschen einen Dienst tun können.“

(„Licht der Welt“. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald, Verlag Herder, 1. Auflage, 2010, S. 56 f.)


„Licht der Welt“

Licht der Welt“

Titelseite des Buches „Licht der Welt“23. November 2010. Am heutigen Vormittag wurde im Pressesaal des Heiligen Stuhls das Buch „Licht der Welt – Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit“ vorgestellt. Es handelt sich um ein Interview des bekannten katholischen Journalisten Peter Seewald mit Papst Benedikt XVI., das im Sommer 2010 geführt wurde.

Peter Seewald, geboren 1954, arbeitete beim Spiegel, beim Stern und beim Magazin der Süddeutschen Zeitung; er lebt derzeit als freier Publizist in München.

Schon in der Vergangenheit konnte Peter Seewald zwei ausführliche Interviews dieser Art durchführen, zu jener Zeit noch mit Joseph Kardinal Ratzinger. Beide wurden in Buchform veröffentlicht: „Salz der Erde“ (1996) und „Gott und die Welt“ (2001).

In „Licht der Welt“ äußert sich der Heilige Vater erneut und ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu aktuellen Fragen, insbesondere den Herausforderungen im Petrusamt. Zu den besprochenen Themen zählen u.a. die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, deren Wirkung in den Massenmedien und die Reaktion der Kirche, die Beziehung der Kirche zum Islam und zur jüdischen Religion, die Rolle der Frau in der Kirche, Christentum und Moderne, das Drogenproblem in der Welt, der Einsatz der Kirche gegen HIV, „Humana Vitae“ und menschliche Sexualität, Pius XII. usw.

An einer Stelle befragt Peter Seewald den Heiligen Vater auch konkret über den Gründer der Legionäre Christi, P. Marcial Maciel, und die Kongregation. Benedikt XVI. gibt darauf eine kurze Zusammenfassung der durchlaufenen Entwicklung und beschreibt den Weg, den er für die Gemeinschaft sieht und welchen diese derzeit schon mit Hilfe des päpstlichen Delegaten beschreitet:

Peter Seewald: Auch die Aufdeckung des Doppellebens des Gründers der Ordensgemeinschaft der „Legionäre Christi“, Marcial Maciel Degollado, erschütterte die Kirche. Missbrauchsvorwürfe gegen den 2008 in den USA verstorbenen Maciel standen bereits seit Jahren im Raum. Die Lebensgefährtin Maciels gab an, Mutter zweier gemeinsamer Kinder zu sein. In Mexiko sind nun Stimmen zu hören, die öffentlichen Entschuldigungen der „Legionäre Christi“ reichten nicht aus, die Ordensgemeinschaft müsse aufgelöst werden.

Benedikt XVI.: Leider sind wir nur sehr langsam und verspätet an diese Dinge herangekommen. Sie waren irgendwie sehr gut verdeckt, und erst seit etwa dem Jahr 2000 haben wir konkrete Anhaltspunkte gewonnen. Schließlich brauchte es eindeutige Zeugnisse, um wirklich Gewissheit zu haben, dass die Vorwürfe zutreffen.

Für mich bleibt Marcial Maciel eine mysteriöse Gestalt. Da ist einerseits ein Leben, das, wie wir nun wissen, jenseits des Moralischen liegt, ein abenteuerliches, vertanes, verdrehtes Leben. Andererseits sehen wir die Dynamik und die Kraft, mit der er die Gemeinschaft der Legionäre aufgebaut hat.

Wir haben inzwischen eine Apostolische Visitation durchführen lassen und einen Delegaten eingesetzt, der mit einer Gruppe von Mitarbeitern die nötigen Reformen vorbereitet. Natürlich sind Korrekturen zu machen, aber im Großen und Ganzen ist die Gemeinschaft gesund. Es gibt hier viele junge Menschen, die mit Begeisterung dem Glauben dienen wollen. Diese Begeisterung darf man nicht zerstören. Viele sind von einer falschen Gestalt letztendlich doch zum Richtigen gerufen worden. Das ist das Merkwürdige, der Widerspruch, dass sozusagen ein falscher Prophet doch eine positive Wirkung haben konnte. Diesen vielen jungen Menschen muss neu Mut gegeben werden. Es braucht eine neue Struktur, damit sie nicht ins Leere fallen, sondern, richtig geleitet, weiter der Kirche und den Menschen einen Dienst tun können.“

(„Licht der Welt“. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit. Ein Gespräch mit Peter Seewald, Verlag Herder, 1. Auflage, 2010, S. 56 f.)

 

Das erste „Live”-Interviewbuch mit einem Papst - Benedikt XVI. antwortet auch auf eine Frage zum Gründer der Legionäre Christi

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Dienstag, 23. November 2010

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