Freitag, 28. September 2012

Falsch verstandene Identität


Tägliche Meditationen - 28. September 2012
Freitag der fünfundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Hl. Lioba, Äbtissin

P. Shane Lambert LC

Lk 9,1822
Jesus betete einmal in der Einsamkeit, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.

Einführendes Gebet: Herr, du bist der Urheber des Lebens und der Spender alles Guten. Du bist der Friedensfürst und mein Helfer. Du bist mein Arzt und die Medizin selbst. Ich brauche dich dringend. Ich liebe dich und binde mich ganz an dich, denn ich weiß, dass du mich weder im Stich lassen noch mich betrügen könntest. Ich danke dir dafür, dass du dich mir ganz schenkst.

Bitte: Jesus, unser Herr, lehre mich, deine Kirche mit aufzubauen und eine Zivilisation der Liebe zu schaffen, indem ich öffentlich zum christlichen Glauben und zur christlichen Moral stehe.

1. Meinungsumfrage. Obwohl die moderne Soziologie oder die Politikwissenschaften behaupten mögen, dass Meinungsumfragen ein modernes Phänomen sind, stellt Jesus hier verschiedene Meinungen zu seiner Identität vor, die gerade im Umlauf sind. Jesus hat nicht die Nacht im Gebet verbracht, weil er sich um sein öffentliches Erscheinungsbild sorgte. Tatsächlich hat Jesus schon eine Wahl durchgeführt. Er hat Führer ausgewählt – zwölf Apostel – und er hat zu Gott, dem Vater, gebetet, dass ihnen Urteilskraft gegeben werde. Basiert das, was sie denken und sagen, auf Hörensagen oder haben sie die Wahrheit tief verinnerlicht? Die Antworten, die die Jünger geben, sind viel sagend: die erste ist „Johannes der Täufer.“ Wie könnte das sein? Johannes der Täufer und Jesus waren Zeitgenossen, zwei verschiedene Personen. Johannes der Täufer gab öffentlich zu: „Ich bin nicht der Messias“ (Joh 1,20). Doch die „öffentliche Meinung“ hat alles falsch verstanden. Dann fährt die Liste mit anderen Namen fort, aber sie sind immer noch nicht richtig. Möglicherweise beginnen Jesu Jünger erst jetzt, richtig nachzudenken…

2. Datenerhebung. Jesus wendet die Konversation dann der „Wahrheit“ zu, in der Hoffnung, dass jemand von Herzen überzeugt ist: „Aber für wen haltet ihr mich?“ Genug mit der Menge; genug mit dem Dahinreden; genug damit, die Frage, die wirklich zählt, zu vermeiden. Jesus hat sie erwählt – warum sind sie ihm gefolgt? Wird irgendjemand es wagen, das Ergebnis zu nennen, ohne erst darüber abstimmen zu lassen? Die Datenerhebung ergibt: Jesus ist eine Person, die keinen irdischen Ursprung hat, und Simon Petrus spricht es mutig aus: „Der Messias Gottes.“ Petrus war von Christus erwählt worden. Petrus hat über die Wahrheit seiner Erfahrung nachgedacht. Petrus ist in seinem Herzen überzeugt worden. Petrus hat seinen Glauben öffentlich bezeugt. Petrus ist ein Christ – eine Person mit einem lebendigen Glauben – der es wert ist, Christi Namen zu tragen. Vielleicht kann seine Meinung, die jetzt öffentlich gemacht ist, eine breite Zustimmung erfahren. Habe ich meine Nachforschungen abgeschlossen? Habe ich mit dem Herzen gesucht? Wage ich es, die Wahrheit über Christus öffentlich zu bekennen? Immerhin wurde er als König der Könige und Herr der Herren geboren.

3. Sinn ergeben. Warum gibt es diesen Widerspruch zwischen der öffentlichen Meinung und der Wahrheit? Der Widerspruch ist signifikant. Christus erklärt ihn und bringt seine Apostel zu Verstand: Weil er für die Wahrheit steht und für sie Zeugnis ablegt, werden die Meinungen der Welt zu seinem Leiden und Sterben führen. „Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.“ Jesus bereitet seine Jünger für die Mission, für die er sie auserwählt hat, vor. Wer wird inmitten der Prüfungen an seiner Seite stehen? Bin ich bereit, für meinen Glauben an Christus ein Zeichen des Widerspruchs zu sein, wenn ich mich in der Öffentlichkeit zu ihm bekenne?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, Saulus von Tarsus musste fragen: „Wer bist du, Herr?“, als er deine Identität falsch verstanden und deine Jünger verfolgt hat und der Kirche den Krieg erklärt hat. In deiner Gnade erhelle mein Herz mit deiner Wahrheit, damit ich dich in meinen Brüdern erkenne und mich nicht von meinen Leidenschaften blenden lasse oder mich von der schreienden Menge, die deine Heiligen mit Steinen bewirft, beeinflussen lasse.

Vorsatz: Ich werde heute im Gespräch etwas Wahres und Gutes über einen meiner Mitmenschen sagen.


Falsch verstandene Identität

Falsch verstandene Identität

Hl. Lioba, Äbtissin

P. Shane Lambert LC

Lk 9,1822
Jesus betete einmal in der Einsamkeit, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.

Einführendes Gebet: Herr, du bist der Urheber des Lebens und der Spender alles Guten. Du bist der Friedensfürst und mein Helfer. Du bist mein Arzt und die Medizin selbst. Ich brauche dich dringend. Ich liebe dich und binde mich ganz an dich, denn ich weiß, dass du mich weder im Stich lassen noch mich betrügen könntest. Ich danke dir dafür, dass du dich mir ganz schenkst.

Bitte: Jesus, unser Herr, lehre mich, deine Kirche mit aufzubauen und eine Zivilisation der Liebe zu schaffen, indem ich öffentlich zum christlichen Glauben und zur christlichen Moral stehe.

1. Meinungsumfrage. Obwohl die moderne Soziologie oder die Politikwissenschaften behaupten mögen, dass Meinungsumfragen ein modernes Phänomen sind, stellt Jesus hier verschiedene Meinungen zu seiner Identität vor, die gerade im Umlauf sind. Jesus hat nicht die Nacht im Gebet verbracht, weil er sich um sein öffentliches Erscheinungsbild sorgte. Tatsächlich hat Jesus schon eine Wahl durchgeführt. Er hat Führer ausgewählt – zwölf Apostel – und er hat zu Gott, dem Vater, gebetet, dass ihnen Urteilskraft gegeben werde. Basiert das, was sie denken und sagen, auf Hörensagen oder haben sie die Wahrheit tief verinnerlicht? Die Antworten, die die Jünger geben, sind viel sagend: die erste ist „Johannes der Täufer.“ Wie könnte das sein? Johannes der Täufer und Jesus waren Zeitgenossen, zwei verschiedene Personen. Johannes der Täufer gab öffentlich zu: „Ich bin nicht der Messias“ (Joh 1,20). Doch die „öffentliche Meinung“ hat alles falsch verstanden. Dann fährt die Liste mit anderen Namen fort, aber sie sind immer noch nicht richtig. Möglicherweise beginnen Jesu Jünger erst jetzt, richtig nachzudenken…

2. Datenerhebung. Jesus wendet die Konversation dann der „Wahrheit“ zu, in der Hoffnung, dass jemand von Herzen überzeugt ist: „Aber für wen haltet ihr mich?“ Genug mit der Menge; genug mit dem Dahinreden; genug damit, die Frage, die wirklich zählt, zu vermeiden. Jesus hat sie erwählt – warum sind sie ihm gefolgt? Wird irgendjemand es wagen, das Ergebnis zu nennen, ohne erst darüber abstimmen zu lassen? Die Datenerhebung ergibt: Jesus ist eine Person, die keinen irdischen Ursprung hat, und Simon Petrus spricht es mutig aus: „Der Messias Gottes.“ Petrus war von Christus erwählt worden. Petrus hat über die Wahrheit seiner Erfahrung nachgedacht. Petrus ist in seinem Herzen überzeugt worden. Petrus hat seinen Glauben öffentlich bezeugt. Petrus ist ein Christ – eine Person mit einem lebendigen Glauben – der es wert ist, Christi Namen zu tragen. Vielleicht kann seine Meinung, die jetzt öffentlich gemacht ist, eine breite Zustimmung erfahren. Habe ich meine Nachforschungen abgeschlossen? Habe ich mit dem Herzen gesucht? Wage ich es, die Wahrheit über Christus öffentlich zu bekennen? Immerhin wurde er als König der Könige und Herr der Herren geboren.

3. Sinn ergeben. Warum gibt es diesen Widerspruch zwischen der öffentlichen Meinung und der Wahrheit? Der Widerspruch ist signifikant. Christus erklärt ihn und bringt seine Apostel zu Verstand: Weil er für die Wahrheit steht und für sie Zeugnis ablegt, werden die Meinungen der Welt zu seinem Leiden und Sterben führen. „Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.“ Jesus bereitet seine Jünger für die Mission, für die er sie auserwählt hat, vor. Wer wird inmitten der Prüfungen an seiner Seite stehen? Bin ich bereit, für meinen Glauben an Christus ein Zeichen des Widerspruchs zu sein, wenn ich mich in der Öffentlichkeit zu ihm bekenne?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, Saulus von Tarsus musste fragen: „Wer bist du, Herr?“, als er deine Identität falsch verstanden und deine Jünger verfolgt hat und der Kirche den Krieg erklärt hat. In deiner Gnade erhelle mein Herz mit deiner Wahrheit, damit ich dich in meinen Brüdern erkenne und mich nicht von meinen Leidenschaften blenden lasse oder mich von der schreienden Menge, die deine Heiligen mit Steinen bewirft, beeinflussen lasse.

Vorsatz: Ich werde heute im Gespräch etwas Wahres und Gutes über einen meiner Mitmenschen sagen.

 

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