Donnerstag, 11. Oktober 2012

Der Christ, der nicht betet, behandelt Gott wie einen Diener


Tägliche Meditationen - 11. Oktober 2012
Donnerstag der siebenundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Hl. Bruno von Köln, Erzbischof

P. James Swanson LC

Lk 11,513
Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, du bist der Schöpfer der Welt und dennoch willst du mich anhören und leiten. Du kennst alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige und dennoch gibst du mir die Freiheit, mich für dich zu entscheiden. Ich danke dir, dass du dich selbst mir schenkst. Dafür möchte ich dir die Niedrigkeit meiner selbst anbieten, mit allem, was ich geben kann.

Bitte: Herr, gib mir durch diese Meditation die Gnade eines größeren Vertrauens auf dich.

1.  Gott möchte, dass wir ihn bitten. Manchmal denken wir, dass wir Gott um nichts bitten müssen, weil er alles weiß. Wir müssen nur warten, bis Gott uns gibt, was wir brauchen. Nichts könnte weiter entfernt von der Wahrheit sein. In dieser Perikope sagt Jesus nicht, dass wir uns nicht sorgen sollen; stattdessen sagt er, dass unser Himmlischer Vater uns gerne und voll Liebe geben wird, was immer wir brauchen, wenn wir ihn darum bitten. Ein Grund dafür, warum Gott dies so arrangiert hat, ist, dass, wenn er sich automatisch um alle unsere Bedürfnisse kümmern würde, viele von uns nicht einmal erkennen würden, dass es Gott gibt, oder dass wir ihn leicht vergessen würden. Es gibt Wohlstandsgesellschaften, in denen die materiellen Bedürfnisse der Menschen leicht gestillt werden. Erinnert eine solche Situation die Menschen an Gott, seine Macht, oder seine Liebe? Wenn wir Gott darum bitten, sich um unsere Bedürfnisse zu kümmern, erkennen wir implizit seine Existenz und seine Autorität in unserem Leben. Das möchte Gott von uns.

2. Bitten im Gebet vergrößern meinen Glauben. Aber es gibt noch wichtigere Gründe, warum Gott möchte, dass wir ihn bitten. Durch das Bitten wächst unser Glauben. Je mehr ich bitte, umso mehr bekomme ich ein persönliches Verhältnis zu Gott. Wenn ich mich nie wegen meiner Bedürfnisse an ihn wenden müsste, würde ich nie erkennen, wie sehr er ein Teil meines Lebens sein möchte. Aber wenn ich bitten muss, besonders wenn ich einige Zeit und Mühe dafür aufwenden muss, dann wird es, wenn meine Bedürfnisse gestillt sind, sehr klar sein, dass alles von Gott kommt. Es wird klar sein, dass nicht ich es war, oder Glück, oder irgendetwas anderes, sondern Gott. Haben wir keine Angst zu bitten. Entwickeln wir unseren Glauben durch das Gebet.

3. Wenn ich nicht um das bitte, was ich brauche, behandle ich Gott wie einen Diener. Wenn wir von Gott erwarten, dass er uns alles gibt, ohne dass wir ihn bitten, bürden wir ihm dann nicht die ganze Last unserer Erlösung auf und behalten nichts für uns? Sind wir dann nicht irgendwie faul? „Du weißt, was ich brauche, Herr. Gib es mir einfach, kümmere dich darum, während ich mich um meine eigenen Interessen kümmere.“ Dies ist nicht nur Faulheit, sondern auch Stolz, weil wir Gott wie einen Diener behandeln, dessen Rolle darin besteht, sich um alles zu kümmern, was wir brauchen. Wir vergessen, dass er Gott ist. Sicherlich ist Gott großzügig und liebt uns und will uns alles geben, was gut für uns ist; aber er ist immer noch Gott, und er verdient unseren Respekt, unsere Anbetung und besonders unsere Dankbarkeit.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, so oft erwarte ich von dir, dass du dich um mich kümmerst, ohne dass ich dich darum bitte. Hilf mir, meine Abhängigkeit von dir zu leben, indem ich dich um meine Bedürfnisse bitte. Vergrößere meinen Glauben durch mein Gebet, damit ich meine wahre Abhängigkeit von dir sehe und wie viel du für mich tust.

Vorsatz:  Was brauche ich heute am meisten? Ich werde Gott früh und oft darum bitten.


Der Christ, der nicht betet, behandelt Gott wie einen Diener

Der Christ, der nicht betet, behandelt Gott wie einen Diener

Hl. Bruno von Köln, Erzbischof

P. James Swanson LC

Lk 11,513
Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, du bist der Schöpfer der Welt und dennoch willst du mich anhören und leiten. Du kennst alles Vergangene, Gegenwärtige und Zukünftige und dennoch gibst du mir die Freiheit, mich für dich zu entscheiden. Ich danke dir, dass du dich selbst mir schenkst. Dafür möchte ich dir die Niedrigkeit meiner selbst anbieten, mit allem, was ich geben kann.

Bitte: Herr, gib mir durch diese Meditation die Gnade eines größeren Vertrauens auf dich.

1.  Gott möchte, dass wir ihn bitten. Manchmal denken wir, dass wir Gott um nichts bitten müssen, weil er alles weiß. Wir müssen nur warten, bis Gott uns gibt, was wir brauchen. Nichts könnte weiter entfernt von der Wahrheit sein. In dieser Perikope sagt Jesus nicht, dass wir uns nicht sorgen sollen; stattdessen sagt er, dass unser Himmlischer Vater uns gerne und voll Liebe geben wird, was immer wir brauchen, wenn wir ihn darum bitten. Ein Grund dafür, warum Gott dies so arrangiert hat, ist, dass, wenn er sich automatisch um alle unsere Bedürfnisse kümmern würde, viele von uns nicht einmal erkennen würden, dass es Gott gibt, oder dass wir ihn leicht vergessen würden. Es gibt Wohlstandsgesellschaften, in denen die materiellen Bedürfnisse der Menschen leicht gestillt werden. Erinnert eine solche Situation die Menschen an Gott, seine Macht, oder seine Liebe? Wenn wir Gott darum bitten, sich um unsere Bedürfnisse zu kümmern, erkennen wir implizit seine Existenz und seine Autorität in unserem Leben. Das möchte Gott von uns.

2. Bitten im Gebet vergrößern meinen Glauben. Aber es gibt noch wichtigere Gründe, warum Gott möchte, dass wir ihn bitten. Durch das Bitten wächst unser Glauben. Je mehr ich bitte, umso mehr bekomme ich ein persönliches Verhältnis zu Gott. Wenn ich mich nie wegen meiner Bedürfnisse an ihn wenden müsste, würde ich nie erkennen, wie sehr er ein Teil meines Lebens sein möchte. Aber wenn ich bitten muss, besonders wenn ich einige Zeit und Mühe dafür aufwenden muss, dann wird es, wenn meine Bedürfnisse gestillt sind, sehr klar sein, dass alles von Gott kommt. Es wird klar sein, dass nicht ich es war, oder Glück, oder irgendetwas anderes, sondern Gott. Haben wir keine Angst zu bitten. Entwickeln wir unseren Glauben durch das Gebet.

3. Wenn ich nicht um das bitte, was ich brauche, behandle ich Gott wie einen Diener. Wenn wir von Gott erwarten, dass er uns alles gibt, ohne dass wir ihn bitten, bürden wir ihm dann nicht die ganze Last unserer Erlösung auf und behalten nichts für uns? Sind wir dann nicht irgendwie faul? „Du weißt, was ich brauche, Herr. Gib es mir einfach, kümmere dich darum, während ich mich um meine eigenen Interessen kümmere.“ Dies ist nicht nur Faulheit, sondern auch Stolz, weil wir Gott wie einen Diener behandeln, dessen Rolle darin besteht, sich um alles zu kümmern, was wir brauchen. Wir vergessen, dass er Gott ist. Sicherlich ist Gott großzügig und liebt uns und will uns alles geben, was gut für uns ist; aber er ist immer noch Gott, und er verdient unseren Respekt, unsere Anbetung und besonders unsere Dankbarkeit.

Gespräch mit Christus: Lieber Jesus, so oft erwarte ich von dir, dass du dich um mich kümmerst, ohne dass ich dich darum bitte. Hilf mir, meine Abhängigkeit von dir zu leben, indem ich dich um meine Bedürfnisse bitte. Vergrößere meinen Glauben durch mein Gebet, damit ich meine wahre Abhängigkeit von dir sehe und wie viel du für mich tust.

Vorsatz:  Was brauche ich heute am meisten? Ich werde Gott früh und oft darum bitten.

 

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