Montag, 22. Oktober 2012

Größere Scheunen?


Tägliche Meditationen - 22. Oktober 2012
Montag der neunundzwanzigsten Woche im Jahreskreis

Hl. Kordula, Märtyrerin
Johannes Paul II, Papst

P. Steven Reilly LC

Lk 12, 1321
Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Einführendes Gebet:  Gott, ich komme heute mit all meiner menschlichen Schwachheit zu dir. Du kennst mich besser als ich mich selber kenne. Ich bin bei dir, weil ich dich liebe und dich begleiten möchte, nicht bloß um Trost oder ein gutes Gefühl zu erfahren. Auch wenn ich während dieser gemeinsamen Zeit zerstreut sein sollte, schenke ich mich dir ganz.

Bitte: Herr, gib mir Weisheit, um das, was wirklich wichtig im Leben ist, zu erkennen und zu begreifen.

1.  Die Spielstandskarte des Lebens. Heutzutage leben viele nach der Devise: „Genieße das Leben, solange du kannst“. Diese Devise ist die moderne Version des reichen Mannes aus Jesu Gleichnis: „Iss, trink und sei fröhlich“. Mit Hilfe von Kreditkarten und anderen Finanzierungsmethoden leben viele Menschen so, wie der reiche Mann im heutigen Evangelium. Macht die Gier nach materiellem Vergnügen oder nach Sicherheit meine Seele nicht ärmer?

2. Die größere Scheune oder ein größeres Herz? Was macht uns wirklich glücklicher? Zeitschriftenanzeigen auf Glanzpapier wollen unsere Kauflust wecken. Im Grunde handelt es sich dabei um die größeren Scheunen: ein tolleres Auto, schönerer Lippenstift, spannende Reisen. Der reiche Mann meint, dass er umso glücklicher ist, je mehr Reichtum er ansammelt. Aber das ist eine Illusion. Man kann es mit dem Hamster im Laufrad vergleichen: viel Bewegung ohne Vorwärtskommen. Wir verbrauchen so viel Kraft und Energie, um bestimmte Dinge zu bekommen, aber oft währt die Freude darüber nur kurz. Darum müssen wir schauen, dass unser Herz größer wird, nicht unsere Scheune. Unser Herz sehnt sich nach Liebe. Diese Unruhe, von der der heilige Augustinus spricht, wird erst dann aufhören, wenn wir den Herrn finden, der uns liebt; wenn wir ihn in den Beziehungen entdecken, die seine Vorsehung für uns bereitet hat.

3. Wenn der letzte Vorhang fällt. Am Schluss des Gleichnisses sagt Jesus zusammenfassend gesprochen: „Du kannst nichts mitnehmen”. In Rom gibt es einen Ort, wo das versinnbildlicht ist. Die Kapuzinerkirche Hl. Maria von der Unbefleckten Empfängnis in der Straße Via Veneto wird liebevoll „Knochenkirche” genannt. Im Inneren gibt es einen Glasschrein, ein Ossuarium, in dem Knochen von viertausend Mönchen äußerst kunstvoll angeordnet sind! Heutzutage stößt uns so etwas vielleicht ab, aber es kann uns wie das heutige Evangelium etwas Wichtiges lehren. Alle Knochen sehen gleich aus. Wenn man kein Gerichtsmediziner ist, kann man nicht erkennen, ob diese Knochen von einem dicken, dünnen, klugen, dummen, hübschen oder hässlichen Mann stammen. Im Tod sind alle gleich. Alle irdischen Unterschiede verschwinden. Alle materiellen Güter bleiben zurück auf der Erde. Im Tod müssen wir alle für unser Leben Rechenschaft ablegen. Über dem Kapuzinerossuarium steht geschrieben: „Eines Tages waren wir wie du, eines Tages wirst du wie wir sein.“

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, so oft sind die Güter dieser Welt für mich Ziele statt Mittel. Ich muss die Prioritäten richtig setzen: Zuerst du und dann alles Übrige und zwar so, dass es mich zu dir führt. Gib mir die nötige Weisheit, damit ich erkenne, dass das Leben kurz ist, und dass ich es für dich allein leben muss.

Vorsatz:  Ich will heute die Nächstenliebe so eifrig leben, als ob dieser Tag mein letzter wäre.


Größere Scheunen?

Größere Scheunen?

Hl. Kordula, Märtyrerin
Johannes Paul II, Papst

P. Steven Reilly LC

Lk 12, 1321
Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Einführendes Gebet:  Gott, ich komme heute mit all meiner menschlichen Schwachheit zu dir. Du kennst mich besser als ich mich selber kenne. Ich bin bei dir, weil ich dich liebe und dich begleiten möchte, nicht bloß um Trost oder ein gutes Gefühl zu erfahren. Auch wenn ich während dieser gemeinsamen Zeit zerstreut sein sollte, schenke ich mich dir ganz.

Bitte: Herr, gib mir Weisheit, um das, was wirklich wichtig im Leben ist, zu erkennen und zu begreifen.

1.  Die Spielstandskarte des Lebens. Heutzutage leben viele nach der Devise: „Genieße das Leben, solange du kannst“. Diese Devise ist die moderne Version des reichen Mannes aus Jesu Gleichnis: „Iss, trink und sei fröhlich“. Mit Hilfe von Kreditkarten und anderen Finanzierungsmethoden leben viele Menschen so, wie der reiche Mann im heutigen Evangelium. Macht die Gier nach materiellem Vergnügen oder nach Sicherheit meine Seele nicht ärmer?

2. Die größere Scheune oder ein größeres Herz? Was macht uns wirklich glücklicher? Zeitschriftenanzeigen auf Glanzpapier wollen unsere Kauflust wecken. Im Grunde handelt es sich dabei um die größeren Scheunen: ein tolleres Auto, schönerer Lippenstift, spannende Reisen. Der reiche Mann meint, dass er umso glücklicher ist, je mehr Reichtum er ansammelt. Aber das ist eine Illusion. Man kann es mit dem Hamster im Laufrad vergleichen: viel Bewegung ohne Vorwärtskommen. Wir verbrauchen so viel Kraft und Energie, um bestimmte Dinge zu bekommen, aber oft währt die Freude darüber nur kurz. Darum müssen wir schauen, dass unser Herz größer wird, nicht unsere Scheune. Unser Herz sehnt sich nach Liebe. Diese Unruhe, von der der heilige Augustinus spricht, wird erst dann aufhören, wenn wir den Herrn finden, der uns liebt; wenn wir ihn in den Beziehungen entdecken, die seine Vorsehung für uns bereitet hat.

3. Wenn der letzte Vorhang fällt. Am Schluss des Gleichnisses sagt Jesus zusammenfassend gesprochen: „Du kannst nichts mitnehmen”. In Rom gibt es einen Ort, wo das versinnbildlicht ist. Die Kapuzinerkirche Hl. Maria von der Unbefleckten Empfängnis in der Straße Via Veneto wird liebevoll „Knochenkirche” genannt. Im Inneren gibt es einen Glasschrein, ein Ossuarium, in dem Knochen von viertausend Mönchen äußerst kunstvoll angeordnet sind! Heutzutage stößt uns so etwas vielleicht ab, aber es kann uns wie das heutige Evangelium etwas Wichtiges lehren. Alle Knochen sehen gleich aus. Wenn man kein Gerichtsmediziner ist, kann man nicht erkennen, ob diese Knochen von einem dicken, dünnen, klugen, dummen, hübschen oder hässlichen Mann stammen. Im Tod sind alle gleich. Alle irdischen Unterschiede verschwinden. Alle materiellen Güter bleiben zurück auf der Erde. Im Tod müssen wir alle für unser Leben Rechenschaft ablegen. Über dem Kapuzinerossuarium steht geschrieben: „Eines Tages waren wir wie du, eines Tages wirst du wie wir sein.“

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, so oft sind die Güter dieser Welt für mich Ziele statt Mittel. Ich muss die Prioritäten richtig setzen: Zuerst du und dann alles Übrige und zwar so, dass es mich zu dir führt. Gib mir die nötige Weisheit, damit ich erkenne, dass das Leben kurz ist, und dass ich es für dich allein leben muss.

Vorsatz:  Ich will heute die Nächstenliebe so eifrig leben, als ob dieser Tag mein letzter wäre.

 

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