Montag, 5. November 2012

Dienen, ermutigen, leiten und lieben.“


Interview mit Frau Viviana Limón, Territorialverantwortliche für die Gottgeweihten Frauen

Viviana Limón OlavarrietaParis, 2012. In diesem Sommer wurde Viviana Limón zur neuen Territorialverantwortlichen für die Gottgeweihten Frauen im Regnum Christi im Territorium West– und Mitteleuropa ernannt (wir berichteten). In einem Interview spricht sie darüber, welche Erfahrung es war, zur Territorialverantwortlichen ernannt zu werden, welche Herausforderungen ihr im Territorium begegnen, und wie sich die Arbeit mit den Gemeinden vor Ort gestalten möchte.

***

 Viviana, in diesem Sommer wurdest Du zur Territorialverantwortlichen der Gottgeweihten Frauen im Territorium West– und Mitteleuropa ernannt. Wie hast Du persönlich diese Nachricht aufgenommen und verarbeitet

– Ehrlich gesagt, es war mir am Anfang schon ein bisschen mulmig, angesichts der Aufgabe, die Gott mir anvertrauen wollte. Mit der Zeit lernt man sich selbst kennen: Seine Grenzen, seine Schwächen und auch die Gaben, die Gott schenkt, damit wir sie in seinen Dienst stellen. Man braucht nicht lange nachzudenken, um zu bemerken, dass die Sendung uns immer übersteigt, aber wenn Gott etwas vorschlägt, dann ist es das Beste, wie die Apostel bei der Brotvermehrung zu antworten: Gott unsere eigene Unzulänglichkeit anbieten. Worum Gott bittet, ist unsere „ihm angebotene Unzulänglichkeit“ – dann kann er Hand ans Werk legen. Es überrascht mich immer wieder, wie Gott ein Herz vorbereitet, wenn er ihm etwas anvertraut: Seit ein paar Jahren nahmen jede gottgeweihte Frau, jedes Apostolat, jede Situation im Territorium einen immer größeren Platz in meinem Herzen und in meinem Gebet ein. So verwandelte sich der anfängliche Schreck in Freude, der Bewegung und der Kirche dienen zu können. Die Tatsache, dass ich auf einen Rat, auf die Hilfe der Direktorinnen und jeder gottgeweihten Frau zählen kann,  gibt mir viel Frieden, und die Arbeit als Familie begeistert mich. Jede Gottgeweihte soll sich persönlich in den Prozess der Erneuerung einbringen und aktiv auf dem Weg voranschreiten, den Gott uns nach und nach offenbart.

Du arbeitest schon viele Jahre in Paris und hast auch Erfahrung in der Schweiz und in Belgien sammeln können. Welchen Beitrag kann Deines Erachtens nach das Regnum Christi, insbesondere das gottgeweihte Leben, in diesen Ländern leisten?

– Obwohl alle drei Länder französischsprachig sind, unterscheiden sie sich sehr voneinander. Als ich in der Schweiz war, haben wir größtenteils mit einer Gemeinschaft von „Auswanderern” gearbeitet: Leute aus Frankreich, England, Spanien und Belgien, die ihren Wohnsitz aus Arbeitsgründen in Genf, Lausanne, Morges und Vevey hatten. Es schien uns sehr wichtig, Netzwerke von Familien aufzubauen, denen wir ein Umfeld anbieten konnten, in dem sie ihren Glauben leben und teilen konnten. Das Regnum Christi konnte da ansetzen, um persönliche Betreuung, eine christliche Gemeinschaft in der Nähe und auch persönliche Ausbildung anzubieten. Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Ortskirche können wir in Zukunft unsere Arbeit auch auf institutioneller Ebene anbieten, und nicht nur auf persönlicher – beide Varianten sind gleichsam positiv und wertvoll.

In Belgien wiederum erlebt die Kirche gerade einen neuen Frühling: In Brüssel bemüht sich Mons. André Léonard zusammen mit lebendigen Kräften der Kirche sehr darum, das christliche Gewissen wachzurufen. Seit ein paar Jahren werden die neuen Gemeinschaften und Bewegungen immer mehr in die pastorale Arbeit der Diözesen einbezogen, und sie finden eine gute Annahme bei den Gläubigen. Dort benötigt die katholische Gemeinschaft (wie auch in der Schweiz) „kleine brüderliche Glaubensgemeinschaften“, wie man sie in Frankreich nennt: Das heißt, sich unter Katholiken treffen zu können in einer Atmosphäre, die hilft, Glauben zu leben und darin zu wachsen. Die Pfarreien, die von Gemeinschaften belebt werden, sind Brennpunkte christlichen Lebens. Viele Gläubige vor Ort suchen noch mehr: Begegnungen oder Pilgerreisen für Familien, Schulen für Eltern, Vorbereitung auf die Sakramente oder geistliche Begleitung. Die Belgier begeistern sich auch für internationale Fragen und Themen wie Bioethikkongresse, humanitäre Missionen und Evangelisierungsmissionen in Mexiko.

Zu Frankreich… könnte man so viel sagen! Vor allem lernen wir viel! Die Kirche in Frankreich ist ein Ozean an Reichtümern. Ein sehr konkreter Aspekt ist die Jugendpastoral, besonders in katholischen Lehreinrichtungen. Es gibt ein ganzes offenes Feld in der pastoralen Belebung in Collèges und Lycées [Anmerkung der Redaktion: Beides sind Schulformen in Frankreich, vergleichbar Realschulen und Gymnasien in Deutschland]. Wir haben gemerkt, dass das Regnum Christi viel beitragen kann, wenn wir eine wirkliche Zusammenarbeit mit der jeweiligen Einrichtung erreichen. Vor fünf Jahren haben wir in einer Schule angefangen, und jetzt sind es schon fünf oder sechs Schulen, die um eine gottgeweihte Frau als Adjointe [Anmerkung der Redaktion: franz. Assistentin] der Pastoral bitten! Ab September hat der Bischof von Nanterre außerdem zwei Legionären Christi eine Pfarrei anvertraut: Notre Dame de Boulogne. Das ist ein sehr interessantes Arbeitsfeld, in dem wir unser Charisma intensiv in den Dienst der Kirche stellen können.

Worin besteht die Aufgabe einer Territorialverantwortlichen? Worum kümmert sie sich eigentlich?

– Im Juni haben wir die die vorläufigen Statuen für die gottgeweihten Mitglieder des Regnum Christi bekommen. Darin werden die Hauptaufgaben der Territorialverantwortlichen in groben Zügen beschrieben. Es gibt jedoch noch vieles, das jetzt entwickelt und aufgebaut werden muss. Die globale und die territoriale Selbstverwaltung der gottgeweihten Frauen wurden erst Mai 2012 errichtet. Jetzt müssen wir nach und nach lernen, wie wir unsere Selbstverwaltung als gottgeweihte Frauen mit der gemeinsamen Spiritualität und der engen apostolischen Zusammenarbeit mit den Legionären Christi und den übrigen Mitgliedern des Regnum Christi in Einklang bringen können – daher wird man diese Frage erst später wirklich ausführlich beantworten können. Eines ist jedoch klar: Die Territorialverantwortliche ist dazu da, den anderen zu dienen, sie zu ermutigen, zu führen und alle Personen ihres Territoriums, die Gott ihr anvertraut hat, mit großer Hingabe zu lieben.

Welche Prioritäten gibt es für Deine Arbeit in diesem Territorium?

– Meine oberste Priorität besteht darin, den anderen zuzuhören und von ihnen zu lernen. Daraus ergibt sich der Rest meist wie von selbst. Gott sei Dank habe ich so gut wie alle Gottgeweihten des Territoriums in den letzten Wochen treffen können. Zuallererst möchte ich sie einfach nur „sehen“ und „hören“. Zusammen wollen wir dann eine Bestandsaufnahme durchführen, um dann auch einige Leitlinien für das Territorium zu erstellen, natürlich auch unter Berücksichtigung der bestehenden Leitlinien, die für die gesamte Bewegung Regnum Christi gelten.

Einige Themen liegen mir natürlich besonders am Herzen: Die Eucharistie, die kontemplative Dimension unseres geweihten Lebens, die tiefe Verbundenheit mit Gott, das Leben für unsere Nächsten. Darüber hinaus müssen wir uns auch der Schönheit unseres Charismas als Geschenk Gottes vollauf bewusst werden, und es in Verbindung mit der jeweiligen Ortskirchen zur vollen Entfaltung bringen. Schließlich bin ich auch überzeugt, dass wir der Familienarbeit besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Dies ist zugleich meine Einladung an alle Mitglieder des Regnum Christi, sich als eine einzige große Familie zu verstehen: Legionäre Christi, gottgeweihte Frauen und Männer, Laien. Wir haben alle Anteil an einem Charisma und bieten dieses in aller Demut, aber mit großem Vertrauen den Menschen an, die Gott auf unseren Lebensweg stellt.

Das Regnum Christi befindet sich in einem Prozess der Erneuerung. Wie erlebst Du diesen Prozess und welche Resultate erhoffst du dir?

– Ich setzte große Hoffnung auf diesen Erneuerungsprozess, und bin darüber sehr froh. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht schwierige Momente gegeben hat und auch weiterhin geben wird. Aber ich bin davon überzeugt, dass die schöpferische Kraft des Heiligen Geistes stets an der Arbeit ist, und jedes Werk Gottes ständig erneuert wird. Natürlich muss sehr vieles heilen und reifen – aber es ist auch ein großer Schatz, der neu ans Licht gehoben werden muss. Wir alle müssen uns für diesen Prozess zuständig fühlen, aktiv daran mitarbeiten und darauf vertrauen, dass Gott sein Werk erhält und führt.

Deine Erfahrung mit den Ländern in Mitteleuropa ist nur begrenzt. Wie gedenkst Du diese Situation zu meistern?

– Es stimmt, dass ich keine große Erfahrung mit den verschiedenen Gegebenheiten vieler dieser Länder habe, aber wir sind ja schließlich eine große Familie! Der Heilige Geist hat mir tolle Beraterinnen zur Seite gestellt, die sehr gut ergänzen, was mir an persönlicher Erfahrung fehlt: Luly hat viel Erfahrung mit den Sprachakademien (Woodlands und Le Chatelard) und Kinga, als Ungarin, die schon seit vielen Jahren in diesen Ländern tätig ist, kann uns ebenfalls bestens beraten. Und nicht nur die gewählten Beraterinnen, sondern auch jede einzelne Gottgeweihte, die Patres und Brüder der Legionäre Christi und die Laien, die ihr Apostolat in den jeweiligen Gegenden ausüben, werden eine große Hilfe sein.

Was erwartest Du Dir von den Mitgliedern der Bewegung zu Beginn deiner neuen Aufgabe?

– Ich würde dieselbe Frage gerne an alle Mitglieder richten: „Was erwartet ihr von uns?“ Wir müssen ihnen zuhören, ihnen vertrauen, und sie dazu ermutigen, am Aufbau und der Weiterentwicklung des  Regnum Christi mitzuwirken. Offensichtlich können wir viel von den Mitgliedern in Deutschland und Ungarn lernen – sie haben es verstanden, den „Samen des Regnum Christi“ in ihrer eigenen Kultur auszusähen und gedeihen zu lassen, und das mit großem Erfolg. In Frankreich bemühen wir uns darum, dasselbe zu tun. Ich hoffe, dass wir diese schöne Familie, die das Regnum Christi ist, miteinander weiter aufbauen und in das Leben der Kirche einbringen. Ich wünsche mir, dass jeder dazu beiträgt, und dass wir alle zusammen danach streben, dass möglichst viele Menschen Jesus Christus kennen und lieben lernen!

Viviana, vielen Dank für das interessante und informative Gespräch!


„Dienen, ermutigen, leiten und lieben.“

Dienen, ermutigen, leiten und lieben.“

Viviana Limón OlavarrietaParis, 2012. In diesem Sommer wurde Viviana Limón zur neuen Territorialverantwortlichen für die Gottgeweihten Frauen im Regnum Christi im Territorium West– und Mitteleuropa ernannt (wir berichteten). In einem Interview spricht sie darüber, welche Erfahrung es war, zur Territorialverantwortlichen ernannt zu werden, welche Herausforderungen ihr im Territorium begegnen, und wie sich die Arbeit mit den Gemeinden vor Ort gestalten möchte.

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 Viviana, in diesem Sommer wurdest Du zur Territorialverantwortlichen der Gottgeweihten Frauen im Territorium West– und Mitteleuropa ernannt. Wie hast Du persönlich diese Nachricht aufgenommen und verarbeitet

– Ehrlich gesagt, es war mir am Anfang schon ein bisschen mulmig, angesichts der Aufgabe, die Gott mir anvertrauen wollte. Mit der Zeit lernt man sich selbst kennen: Seine Grenzen, seine Schwächen und auch die Gaben, die Gott schenkt, damit wir sie in seinen Dienst stellen. Man braucht nicht lange nachzudenken, um zu bemerken, dass die Sendung uns immer übersteigt, aber wenn Gott etwas vorschlägt, dann ist es das Beste, wie die Apostel bei der Brotvermehrung zu antworten: Gott unsere eigene Unzulänglichkeit anbieten. Worum Gott bittet, ist unsere „ihm angebotene Unzulänglichkeit“ – dann kann er Hand ans Werk legen. Es überrascht mich immer wieder, wie Gott ein Herz vorbereitet, wenn er ihm etwas anvertraut: Seit ein paar Jahren nahmen jede gottgeweihte Frau, jedes Apostolat, jede Situation im Territorium einen immer größeren Platz in meinem Herzen und in meinem Gebet ein. So verwandelte sich der anfängliche Schreck in Freude, der Bewegung und der Kirche dienen zu können. Die Tatsache, dass ich auf einen Rat, auf die Hilfe der Direktorinnen und jeder gottgeweihten Frau zählen kann,  gibt mir viel Frieden, und die Arbeit als Familie begeistert mich. Jede Gottgeweihte soll sich persönlich in den Prozess der Erneuerung einbringen und aktiv auf dem Weg voranschreiten, den Gott uns nach und nach offenbart.

Du arbeitest schon viele Jahre in Paris und hast auch Erfahrung in der Schweiz und in Belgien sammeln können. Welchen Beitrag kann Deines Erachtens nach das Regnum Christi, insbesondere das gottgeweihte Leben, in diesen Ländern leisten?

– Obwohl alle drei Länder französischsprachig sind, unterscheiden sie sich sehr voneinander. Als ich in der Schweiz war, haben wir größtenteils mit einer Gemeinschaft von „Auswanderern” gearbeitet: Leute aus Frankreich, England, Spanien und Belgien, die ihren Wohnsitz aus Arbeitsgründen in Genf, Lausanne, Morges und Vevey hatten. Es schien uns sehr wichtig, Netzwerke von Familien aufzubauen, denen wir ein Umfeld anbieten konnten, in dem sie ihren Glauben leben und teilen konnten. Das Regnum Christi konnte da ansetzen, um persönliche Betreuung, eine christliche Gemeinschaft in der Nähe und auch persönliche Ausbildung anzubieten. Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit der Ortskirche können wir in Zukunft unsere Arbeit auch auf institutioneller Ebene anbieten, und nicht nur auf persönlicher – beide Varianten sind gleichsam positiv und wertvoll.

In Belgien wiederum erlebt die Kirche gerade einen neuen Frühling: In Brüssel bemüht sich Mons. André Léonard zusammen mit lebendigen Kräften der Kirche sehr darum, das christliche Gewissen wachzurufen. Seit ein paar Jahren werden die neuen Gemeinschaften und Bewegungen immer mehr in die pastorale Arbeit der Diözesen einbezogen, und sie finden eine gute Annahme bei den Gläubigen. Dort benötigt die katholische Gemeinschaft (wie auch in der Schweiz) „kleine brüderliche Glaubensgemeinschaften“, wie man sie in Frankreich nennt: Das heißt, sich unter Katholiken treffen zu können in einer Atmosphäre, die hilft, Glauben zu leben und darin zu wachsen. Die Pfarreien, die von Gemeinschaften belebt werden, sind Brennpunkte christlichen Lebens. Viele Gläubige vor Ort suchen noch mehr: Begegnungen oder Pilgerreisen für Familien, Schulen für Eltern, Vorbereitung auf die Sakramente oder geistliche Begleitung. Die Belgier begeistern sich auch für internationale Fragen und Themen wie Bioethikkongresse, humanitäre Missionen und Evangelisierungsmissionen in Mexiko.

Zu Frankreich… könnte man so viel sagen! Vor allem lernen wir viel! Die Kirche in Frankreich ist ein Ozean an Reichtümern. Ein sehr konkreter Aspekt ist die Jugendpastoral, besonders in katholischen Lehreinrichtungen. Es gibt ein ganzes offenes Feld in der pastoralen Belebung in Collèges und Lycées [Anmerkung der Redaktion: Beides sind Schulformen in Frankreich, vergleichbar Realschulen und Gymnasien in Deutschland]. Wir haben gemerkt, dass das Regnum Christi viel beitragen kann, wenn wir eine wirkliche Zusammenarbeit mit der jeweiligen Einrichtung erreichen. Vor fünf Jahren haben wir in einer Schule angefangen, und jetzt sind es schon fünf oder sechs Schulen, die um eine gottgeweihte Frau als Adjointe [Anmerkung der Redaktion: franz. Assistentin] der Pastoral bitten! Ab September hat der Bischof von Nanterre außerdem zwei Legionären Christi eine Pfarrei anvertraut: Notre Dame de Boulogne. Das ist ein sehr interessantes Arbeitsfeld, in dem wir unser Charisma intensiv in den Dienst der Kirche stellen können.

Worin besteht die Aufgabe einer Territorialverantwortlichen? Worum kümmert sie sich eigentlich?

– Im Juni haben wir die die vorläufigen Statuen für die gottgeweihten Mitglieder des Regnum Christi bekommen. Darin werden die Hauptaufgaben der Territorialverantwortlichen in groben Zügen beschrieben. Es gibt jedoch noch vieles, das jetzt entwickelt und aufgebaut werden muss. Die globale und die territoriale Selbstverwaltung der gottgeweihten Frauen wurden erst Mai 2012 errichtet. Jetzt müssen wir nach und nach lernen, wie wir unsere Selbstverwaltung als gottgeweihte Frauen mit der gemeinsamen Spiritualität und der engen apostolischen Zusammenarbeit mit den Legionären Christi und den übrigen Mitgliedern des Regnum Christi in Einklang bringen können – daher wird man diese Frage erst später wirklich ausführlich beantworten können. Eines ist jedoch klar: Die Territorialverantwortliche ist dazu da, den anderen zu dienen, sie zu ermutigen, zu führen und alle Personen ihres Territoriums, die Gott ihr anvertraut hat, mit großer Hingabe zu lieben.

Welche Prioritäten gibt es für Deine Arbeit in diesem Territorium?

– Meine oberste Priorität besteht darin, den anderen zuzuhören und von ihnen zu lernen. Daraus ergibt sich der Rest meist wie von selbst. Gott sei Dank habe ich so gut wie alle Gottgeweihten des Territoriums in den letzten Wochen treffen können. Zuallererst möchte ich sie einfach nur „sehen“ und „hören“. Zusammen wollen wir dann eine Bestandsaufnahme durchführen, um dann auch einige Leitlinien für das Territorium zu erstellen, natürlich auch unter Berücksichtigung der bestehenden Leitlinien, die für die gesamte Bewegung Regnum Christi gelten.

Einige Themen liegen mir natürlich besonders am Herzen: Die Eucharistie, die kontemplative Dimension unseres geweihten Lebens, die tiefe Verbundenheit mit Gott, das Leben für unsere Nächsten. Darüber hinaus müssen wir uns auch der Schönheit unseres Charismas als Geschenk Gottes vollauf bewusst werden, und es in Verbindung mit der jeweiligen Ortskirchen zur vollen Entfaltung bringen. Schließlich bin ich auch überzeugt, dass wir der Familienarbeit besondere Aufmerksamkeit schenken müssen. Dies ist zugleich meine Einladung an alle Mitglieder des Regnum Christi, sich als eine einzige große Familie zu verstehen: Legionäre Christi, gottgeweihte Frauen und Männer, Laien. Wir haben alle Anteil an einem Charisma und bieten dieses in aller Demut, aber mit großem Vertrauen den Menschen an, die Gott auf unseren Lebensweg stellt.

Das Regnum Christi befindet sich in einem Prozess der Erneuerung. Wie erlebst Du diesen Prozess und welche Resultate erhoffst du dir?

– Ich setzte große Hoffnung auf diesen Erneuerungsprozess, und bin darüber sehr froh. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht schwierige Momente gegeben hat und auch weiterhin geben wird. Aber ich bin davon überzeugt, dass die schöpferische Kraft des Heiligen Geistes stets an der Arbeit ist, und jedes Werk Gottes ständig erneuert wird. Natürlich muss sehr vieles heilen und reifen – aber es ist auch ein großer Schatz, der neu ans Licht gehoben werden muss. Wir alle müssen uns für diesen Prozess zuständig fühlen, aktiv daran mitarbeiten und darauf vertrauen, dass Gott sein Werk erhält und führt.

Deine Erfahrung mit den Ländern in Mitteleuropa ist nur begrenzt. Wie gedenkst Du diese Situation zu meistern?

– Es stimmt, dass ich keine große Erfahrung mit den verschiedenen Gegebenheiten vieler dieser Länder habe, aber wir sind ja schließlich eine große Familie! Der Heilige Geist hat mir tolle Beraterinnen zur Seite gestellt, die sehr gut ergänzen, was mir an persönlicher Erfahrung fehlt: Luly hat viel Erfahrung mit den Sprachakademien (Woodlands und Le Chatelard) und Kinga, als Ungarin, die schon seit vielen Jahren in diesen Ländern tätig ist, kann uns ebenfalls bestens beraten. Und nicht nur die gewählten Beraterinnen, sondern auch jede einzelne Gottgeweihte, die Patres und Brüder der Legionäre Christi und die Laien, die ihr Apostolat in den jeweiligen Gegenden ausüben, werden eine große Hilfe sein.

Was erwartest Du Dir von den Mitgliedern der Bewegung zu Beginn deiner neuen Aufgabe?

– Ich würde dieselbe Frage gerne an alle Mitglieder richten: „Was erwartet ihr von uns?“ Wir müssen ihnen zuhören, ihnen vertrauen, und sie dazu ermutigen, am Aufbau und der Weiterentwicklung des  Regnum Christi mitzuwirken. Offensichtlich können wir viel von den Mitgliedern in Deutschland und Ungarn lernen – sie haben es verstanden, den „Samen des Regnum Christi“ in ihrer eigenen Kultur auszusähen und gedeihen zu lassen, und das mit großem Erfolg. In Frankreich bemühen wir uns darum, dasselbe zu tun. Ich hoffe, dass wir diese schöne Familie, die das Regnum Christi ist, miteinander weiter aufbauen und in das Leben der Kirche einbringen. Ich wünsche mir, dass jeder dazu beiträgt, und dass wir alle zusammen danach streben, dass möglichst viele Menschen Jesus Christus kennen und lieben lernen!

Viviana, vielen Dank für das interessante und informative Gespräch!

 

Interview mit Frau Viviana Limón, Territorialverantwortliche für die Gottgeweihten Frauen

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