Freitag, 2. März 2007

Die Spontanität Gottes


Die Berufungsgeschichte von Sarah Jean Briemle

Sarah BriemleIch hatte das große Glück in einer Familie aufzuwachsen, wo mir der Glaube und die christlichen Werte lebendig vermittelt wurden. In den Teenager-Jahren fing ich jedoch an, vehement dagegen zu rebellieren, denn mir schien die Welt viel attraktiver. Obwohl ich meinen Glauben an Gott nie verlor, begann ich eine Art Doppelleben zu führen. Ich entschied mich sozusagen, in der Welt mein eigenes Leben zu leben und mich mit Gott in Verbindung zu setzen, wenn ich ihn brauche.

Im Lauf der Jahre verlor ich jedoch immer mehr meine Angst, gegen den Strom der Konformisten zu schwimmen und öffnete ein wenig meine Horizonte. Ich spürte, dass es im Leben doch einen viel größeren Sinn geben muss. Zunehmend interessierte ich mich wieder freiwillig für den Glauben und die Sakramente, denn ich sah, dass es nicht nur etwas ist, das ich in Anspruch nehmen kann, sondern etwas, das ich brauche.

In dieser Zeit lernte meine Familie die Apostolatsbewegung Regnum Christi kennen. Meine Eltern wurden dadurch zu noch eifrigeren Aposteln, und einer meiner Brüder machte sich mit zunehmender Begeisterung auf den Weg zum Priestertum. Ich beobachtete dieses Phänomen mit einer großen Skepsis und wahrte eine sichere Distanz. Es war eben doch zu anspruchsvoll, dass jemand von mir verlangen könnte, ein Apostel zu sein.

Während einer Pilgerfahrt zu einem Marienwallfahrtsort schenkte die Mutter Gottes jedoch meinem Sturkopf die Gnade zu erkennen, dass ich nach meinem Glauben und für ein Ideal leben muss. Daher interessierte ich mich mehr für das Regnum Christi und lernte schon kurz darauf die gottgeweihten Frauen dieser Bewegung kennen. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch noch felsenfest davon überzeugt, dass Gott mich zur Ehe beruft und dass das geweihte Leben zwar eine gute Sache ist und unbedingt gefördert werden muss, aber mit meinem Leben nichts zu tun hat. Ich nahm mir vor, authentisch nach Gottes Plan zu leben, rückte mir diesen Plan aber in einigen kleinen Aspekten so zurecht, dass er doch noch mit Mühe und Not in meine eigenen Pläne passt. So fasste ich den Entschluss, nach meinem Abitur ein Freiwilligenjahr im Regnum Christi zu geben.

Eines schönen Tages sprach mich jedoch ein Priester darauf an, dass ich Ähnlichkeiten mit einer gottgeweihten Frau hätte. Ich war entsetzt und kurz davor, an einem Adrenalin-Schock zu sterben, denn das ging nun ja wirklich zu weit. Doch Gott nutzte diese kleine Begegnung, um eine innere Unruhe in mir auszulösen und mich ernsthaft nach SEINEM Plan zu fragen.

Im April desselben Jahres hatte ich die großartige Gelegenheit in Rom an der Messe zur Amtseinführung von Papst Benedikts XVI. teilzunehmen. In seiner Predigt riet der Heilige Vater uns Jugendlichen, keine Angst vor Christus zu haben, da Christus nichts wegnimmt, sondern alles gibt, was das Leben schön und frei macht. Gott nahm mir in dieser Messe die Angst vor einer möglichen Berufung. Ich erkannte, dass eine Berufung keineswegs das ewige Unglück auf Erden bedeutet, sondern vielmehr eine gigantische Quelle des Glücks und der Fülle ist, und ich spürte in diesem Moment mit ziemlicher Klarheit, dass Gottes Wille für mich das gottgeweihte Leben ist. Ich sagte aber ganz offen zu Christus, dass es mir als Frau eben nicht genügt zu wissen, dass es sein Wille ist. Wenn er will, dass ich ihm alles gebe, müsse er mich schon von seiner Liebe überzeugen. So nahm er mich beim Wort, und als ich eine Woche später vor einem Tabernakel betete, bat er mich in aller Stille und aller Liebe, doch ganz ihm zu gehören. So eroberte er mein Herz. Meine ganzen Pläne für mein Freiwilligenjahr wurden kurzfristig auf den Kopf gestellt, und so kam es, dass ich mich nur einige Monate später, im September 2005, ganz Christus geschenkt habe. Die Spontanität Gottes macht das Leben eben doch erst so richtig interessant und spannend.

Ich kann nun aus eigener Erfahrung sagen, dass im Leben mit Gott alles ein wenig paradox ist. Man gibt ihm nur ein klein wenig und erhält dann überraschenderweise das Hundertfache zurück. Es lohnt sich, ihm zu folgen, denn er weiß es eben immer besser.


Die Spontanität Gottes

Die Spontanität Gottes

Sarah BriemleIch hatte das große Glück in einer Familie aufzuwachsen, wo mir der Glaube und die christlichen Werte lebendig vermittelt wurden. In den Teenager-Jahren fing ich jedoch an, vehement dagegen zu rebellieren, denn mir schien die Welt viel attraktiver. Obwohl ich meinen Glauben an Gott nie verlor, begann ich eine Art Doppelleben zu führen. Ich entschied mich sozusagen, in der Welt mein eigenes Leben zu leben und mich mit Gott in Verbindung zu setzen, wenn ich ihn brauche.

Im Lauf der Jahre verlor ich jedoch immer mehr meine Angst, gegen den Strom der Konformisten zu schwimmen und öffnete ein wenig meine Horizonte. Ich spürte, dass es im Leben doch einen viel größeren Sinn geben muss. Zunehmend interessierte ich mich wieder freiwillig für den Glauben und die Sakramente, denn ich sah, dass es nicht nur etwas ist, das ich in Anspruch nehmen kann, sondern etwas, das ich brauche.

In dieser Zeit lernte meine Familie die Apostolatsbewegung Regnum Christi kennen. Meine Eltern wurden dadurch zu noch eifrigeren Aposteln, und einer meiner Brüder machte sich mit zunehmender Begeisterung auf den Weg zum Priestertum. Ich beobachtete dieses Phänomen mit einer großen Skepsis und wahrte eine sichere Distanz. Es war eben doch zu anspruchsvoll, dass jemand von mir verlangen könnte, ein Apostel zu sein.

Während einer Pilgerfahrt zu einem Marienwallfahrtsort schenkte die Mutter Gottes jedoch meinem Sturkopf die Gnade zu erkennen, dass ich nach meinem Glauben und für ein Ideal leben muss. Daher interessierte ich mich mehr für das Regnum Christi und lernte schon kurz darauf die gottgeweihten Frauen dieser Bewegung kennen. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch noch felsenfest davon überzeugt, dass Gott mich zur Ehe beruft und dass das geweihte Leben zwar eine gute Sache ist und unbedingt gefördert werden muss, aber mit meinem Leben nichts zu tun hat. Ich nahm mir vor, authentisch nach Gottes Plan zu leben, rückte mir diesen Plan aber in einigen kleinen Aspekten so zurecht, dass er doch noch mit Mühe und Not in meine eigenen Pläne passt. So fasste ich den Entschluss, nach meinem Abitur ein Freiwilligenjahr im Regnum Christi zu geben.

Eines schönen Tages sprach mich jedoch ein Priester darauf an, dass ich Ähnlichkeiten mit einer gottgeweihten Frau hätte. Ich war entsetzt und kurz davor, an einem Adrenalin-Schock zu sterben, denn das ging nun ja wirklich zu weit. Doch Gott nutzte diese kleine Begegnung, um eine innere Unruhe in mir auszulösen und mich ernsthaft nach SEINEM Plan zu fragen.

Im April desselben Jahres hatte ich die großartige Gelegenheit in Rom an der Messe zur Amtseinführung von Papst Benedikts XVI. teilzunehmen. In seiner Predigt riet der Heilige Vater uns Jugendlichen, keine Angst vor Christus zu haben, da Christus nichts wegnimmt, sondern alles gibt, was das Leben schön und frei macht. Gott nahm mir in dieser Messe die Angst vor einer möglichen Berufung. Ich erkannte, dass eine Berufung keineswegs das ewige Unglück auf Erden bedeutet, sondern vielmehr eine gigantische Quelle des Glücks und der Fülle ist, und ich spürte in diesem Moment mit ziemlicher Klarheit, dass Gottes Wille für mich das gottgeweihte Leben ist. Ich sagte aber ganz offen zu Christus, dass es mir als Frau eben nicht genügt zu wissen, dass es sein Wille ist. Wenn er will, dass ich ihm alles gebe, müsse er mich schon von seiner Liebe überzeugen. So nahm er mich beim Wort, und als ich eine Woche später vor einem Tabernakel betete, bat er mich in aller Stille und aller Liebe, doch ganz ihm zu gehören. So eroberte er mein Herz. Meine ganzen Pläne für mein Freiwilligenjahr wurden kurzfristig auf den Kopf gestellt, und so kam es, dass ich mich nur einige Monate später, im September 2005, ganz Christus geschenkt habe. Die Spontanität Gottes macht das Leben eben doch erst so richtig interessant und spannend.

Ich kann nun aus eigener Erfahrung sagen, dass im Leben mit Gott alles ein wenig paradox ist. Man gibt ihm nur ein klein wenig und erhält dann überraschenderweise das Hundertfache zurück. Es lohnt sich, ihm zu folgen, denn er weiß es eben immer besser.

 

Die Berufungsgeschichte von Sarah Jean Briemle

close
Freitag, 1. März 2007

Direktlink senden

http://www.regnumchristi.org/de/component/k2/item/662-die-spontanitaet-gottes/

Diesen Artikel empfehlen:



To listen to this song, you need the latest Flash-Player and active javascript in your browser.