Donnerstag, 31. Juli 2008

Pater Vincent McMahon, der Don Camillo der Niederlande


Die Limburger Website Navenant berichtet über P. Vincent McMahon LC

P. Vincent McMahon LC (Foto: Jean Pierre Geussen / Quelle: Navenant. Het beste van Limburg)Er ist wahrscheinlich einer populärsten Priester in der Kirchenprovinz Limburg (Niederlande), obwohl er es in seiner Bescheidenheit nie zugeben würde. Sei es, wie es sei, er zieht viele Menschen in die Kirche, seine Predigten haben besondere Wirkungskraft und die Gläubigen müssen sicher schmunzeln, bevor sie die Kirche verlassen. Er ist ein netter Mensch, kühn in seiner Wortwahl mit einem guten Humor. Ein Priester, der das Leben und die Menschen liebt. Ein sehr besonderer Hirte.

Pater McMahon ist Ire, was man leicht an seinem Akzent merken kann. Humor ist sein Kennzeichen, er lacht oft und herzlich. Er wuchs als eines von fünf Kindern in einer unberührten Umwelt und in einer wunderschönen Landschaft auf, unweit des Meeres gelegen.

Ein Haushalt erfüllt mit Wärme, Liebe und Schlichtheit. „Ich war das schwarze Schaf der Familie. Wenn etwas kaputt war oder fehlte, bekam ich immer die Schuld. Und gewöhnlich war ich auch der Schuldige…”

McMahon hat großartige Erinnerungen an seine Jugend: Das wilde Meer, die Musik, die Lieder. Mit der Zeit hat sich viel verändert, aber diese Dinge behalten einen besonderen Platz in seinem Herzen.  Mit 18 Jahren fühlte er sich zum Priesteramt berufen. „Ich las ein Buch über Br. Damian, der sein Leben für die Leprakranken auf den Molukken hingab. Ich war so beeindruckt, dass ich mir wünschte, mein Leben auch im Dienst für andere zu leben.” Pater McMahon gehört den Legionären Christi an, einer Kongregation mit vielen jungen Priestern. „Eine Zeitlang war ich hin – und hergerissen zwischen der Berufung zum Priester und der Gründung einer Familie. Wie jeder andere habe ich dieselben Schwächen und natürlichen Triebe.”

P. Vincent McMahon LC (Foto: Jean Pierre Geussen / Quelle: Navenant. Het beste van Limburg)Seine Studien begann er in Irland und setzte sie in Spanien und Mexiko fort. Mit 26 Jahren studierte Pater McMahon Philosophie an der Gregoriania in Rom. „Es gefiel mir, in Rom zu leben. Ich wohnte in einem College und lernte die Stadt durch die Fensterscheiben des Busses kennen.” Später wurde er Gemeindepfarrer in Rom, wo er speziell für die Arbeit mit Studenten eingesetzt wurde. Die Stadt hatte eine große Wirkung auf ihn, er wurde ganz eingenommen von der Atmosphäre, den Kirchen, Monumenten, Straßen, kleinen Geschäften und großen Fußballspielen. In Heerlen sieht er sich jetzt die Spiele der Lokalmannschaften „Grüner Stern” und NEC an und ist einer ihrer treuesten Fans. McMahon hat immer noch viele Freunde in Rom, die ihn oft zu ihren Festen einladen (was seine Arbeit in Holland ihm allerdings kaum erlaubt). In vielen Kreisen ist er gern gesehen und gut bekannt. So sagt er auch zu sich selbst „Ich bin gesegnet mit Freunden aus allen sozialen Gruppen.”

EIN SEGEN FÜR DIE HARTEN KERLE

An einem Tag dieses Interviews treffen wir eine große Anzahl von Motorradfahrern, die sich mit ihren blitzenden Maschinen vor der Kirche aufgestellt haben. Harte Kerle mit eleganter weiblicher Begleitung in schwarzen Lederanzügen. Pater McMahon erscheint in einem goldenen Rauchmantel und segnet die Gruppe feierlich mit Weihwasser. Später führt er mit ihnen ein amüsantes Gespräch. Den Bikern gefällt es, und sie haben großen Respekt vor dem Gemeindepfarrer der St. Kornelius – Kirche. „Das sind großartige Leute”, sagt Pater McMahon. „Bevor sie zu einer längeren Tour losfahren, kommen sie, um den Segen zu erbitten, damit alles sicher ablaufen kann.” McMahon interessiert sich besonders für die Jugend und hat viele Freunde in der internationalen Schule für Management in Maastricht.

Letztes Jahr nach einer Wanderung fragte mich eine lateinamerikanische Studentin, ob ich sie auf die Taufe vorbereiten könne. Das macht einen Priester glücklich,” lacht er.

Der Schritt von der großen Stadt Rom nach Chevremont vor 20 Jahren und später nach Heerlerheide war nicht einfach für den Iren. Er sprach englisch, spanisch und italienisch. Aber Holländisch zu sprechen und zu predigen und mit dem schwierigen Limburger Dialekt konfrontiert zu sein, war mehr als gewagt. Sein irisches Temperament und seine Offenheit jedenfalls brachten ihn sehr nahe zu den Menschen, deren Freuden und Sorgen er teilt: Ärzte, Rechtsanwälte, Reisende, der Mann auf der Straße. Er kann Freund von Politikern aus allen Lagern sein, auch von Kommunisten, wie der legendäre Don Camillo. In jeder Umgebung fühlt er sich zu Hause und er versteht die persönliche Situation eines jeden, den er trifft. Viele seiner Freunde wohnen in Nord-Heerlen, einem sozialen Brennpunkt. Familientragödien, Arbeitslosigkeit, Drogenabhängigkeit und Kriminalität sind sehr häufig.

Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen”, sagt der Priester, „ich bewundere die innere Disziplin, die diese Leute haben. Ich erinnere mich besonders an einen Mann, den ich vor einem Jahr beerdigt habe. Er hatte zwei behinderte Kinder und seine Frau war vollständig gelähmt. Er kümmerte sich liebevoll um seine Familie bis zu seinem Todestag.” Es gibt viele andere Fälle, wie der Vagabund, der regelmäßig zum Pfarrhaus kam, um etwas zu essen zu erbitten. „Eines Tages aber kam er nicht mehr und ich hörte, dass sie seinen Leichnam unter einem Gebüsch in der Nähe gefunden hatten. Er starb an einer Überdosis Drogen. Wir tun unser Bestes, um diesen Menschen zu helfen, aber in solch einem Moment fragt man sich doch, ob man nicht hätte mehr tun können.”

Während wir unser Gespräch über seine Arbeit im Seminar von Haarlem fortsetzen, nimmt er plötzlich seine Gitarre zur Hand. Obwohl er kein Maestro ist, kann er ein paar Akkorde spielen. Als ob er nichts anderes kennen würde, singt er auf Englisch die Schlacht von New Orleans, gefolgt von einem im Süden Hollands typischen Lied: „Wie schön ist Limburg.” „Ich mag dieses Land, mein Herz wohnt hier. Ich möchte, dass dieses Lied bei meiner Beerdigung gespielt wird.” Was für ein Tag wird das in der Gemeinde St. Kornelius sein.

Quelle: www.navenant.nl


Pater Vincent McMahon, der Don Camillo der Niederlande

Pater Vincent McMahon, der Don Camillo der Niederlande

P. Vincent McMahon LC (Foto: Jean Pierre Geussen / Quelle: Navenant. Het beste van Limburg)Er ist wahrscheinlich einer populärsten Priester in der Kirchenprovinz Limburg (Niederlande), obwohl er es in seiner Bescheidenheit nie zugeben würde. Sei es, wie es sei, er zieht viele Menschen in die Kirche, seine Predigten haben besondere Wirkungskraft und die Gläubigen müssen sicher schmunzeln, bevor sie die Kirche verlassen. Er ist ein netter Mensch, kühn in seiner Wortwahl mit einem guten Humor. Ein Priester, der das Leben und die Menschen liebt. Ein sehr besonderer Hirte.

Pater McMahon ist Ire, was man leicht an seinem Akzent merken kann. Humor ist sein Kennzeichen, er lacht oft und herzlich. Er wuchs als eines von fünf Kindern in einer unberührten Umwelt und in einer wunderschönen Landschaft auf, unweit des Meeres gelegen.

Ein Haushalt erfüllt mit Wärme, Liebe und Schlichtheit. „Ich war das schwarze Schaf der Familie. Wenn etwas kaputt war oder fehlte, bekam ich immer die Schuld. Und gewöhnlich war ich auch der Schuldige…”

McMahon hat großartige Erinnerungen an seine Jugend: Das wilde Meer, die Musik, die Lieder. Mit der Zeit hat sich viel verändert, aber diese Dinge behalten einen besonderen Platz in seinem Herzen.  Mit 18 Jahren fühlte er sich zum Priesteramt berufen. „Ich las ein Buch über Br. Damian, der sein Leben für die Leprakranken auf den Molukken hingab. Ich war so beeindruckt, dass ich mir wünschte, mein Leben auch im Dienst für andere zu leben.” Pater McMahon gehört den Legionären Christi an, einer Kongregation mit vielen jungen Priestern. „Eine Zeitlang war ich hin – und hergerissen zwischen der Berufung zum Priester und der Gründung einer Familie. Wie jeder andere habe ich dieselben Schwächen und natürlichen Triebe.”

P. Vincent McMahon LC (Foto: Jean Pierre Geussen / Quelle: Navenant. Het beste van Limburg)Seine Studien begann er in Irland und setzte sie in Spanien und Mexiko fort. Mit 26 Jahren studierte Pater McMahon Philosophie an der Gregoriania in Rom. „Es gefiel mir, in Rom zu leben. Ich wohnte in einem College und lernte die Stadt durch die Fensterscheiben des Busses kennen.” Später wurde er Gemeindepfarrer in Rom, wo er speziell für die Arbeit mit Studenten eingesetzt wurde. Die Stadt hatte eine große Wirkung auf ihn, er wurde ganz eingenommen von der Atmosphäre, den Kirchen, Monumenten, Straßen, kleinen Geschäften und großen Fußballspielen. In Heerlen sieht er sich jetzt die Spiele der Lokalmannschaften „Grüner Stern” und NEC an und ist einer ihrer treuesten Fans. McMahon hat immer noch viele Freunde in Rom, die ihn oft zu ihren Festen einladen (was seine Arbeit in Holland ihm allerdings kaum erlaubt). In vielen Kreisen ist er gern gesehen und gut bekannt. So sagt er auch zu sich selbst „Ich bin gesegnet mit Freunden aus allen sozialen Gruppen.”

EIN SEGEN FÜR DIE HARTEN KERLE

An einem Tag dieses Interviews treffen wir eine große Anzahl von Motorradfahrern, die sich mit ihren blitzenden Maschinen vor der Kirche aufgestellt haben. Harte Kerle mit eleganter weiblicher Begleitung in schwarzen Lederanzügen. Pater McMahon erscheint in einem goldenen Rauchmantel und segnet die Gruppe feierlich mit Weihwasser. Später führt er mit ihnen ein amüsantes Gespräch. Den Bikern gefällt es, und sie haben großen Respekt vor dem Gemeindepfarrer der St. Kornelius – Kirche. „Das sind großartige Leute”, sagt Pater McMahon. „Bevor sie zu einer längeren Tour losfahren, kommen sie, um den Segen zu erbitten, damit alles sicher ablaufen kann.” McMahon interessiert sich besonders für die Jugend und hat viele Freunde in der internationalen Schule für Management in Maastricht.

Letztes Jahr nach einer Wanderung fragte mich eine lateinamerikanische Studentin, ob ich sie auf die Taufe vorbereiten könne. Das macht einen Priester glücklich,” lacht er.

Der Schritt von der großen Stadt Rom nach Chevremont vor 20 Jahren und später nach Heerlerheide war nicht einfach für den Iren. Er sprach englisch, spanisch und italienisch. Aber Holländisch zu sprechen und zu predigen und mit dem schwierigen Limburger Dialekt konfrontiert zu sein, war mehr als gewagt. Sein irisches Temperament und seine Offenheit jedenfalls brachten ihn sehr nahe zu den Menschen, deren Freuden und Sorgen er teilt: Ärzte, Rechtsanwälte, Reisende, der Mann auf der Straße. Er kann Freund von Politikern aus allen Lagern sein, auch von Kommunisten, wie der legendäre Don Camillo. In jeder Umgebung fühlt er sich zu Hause und er versteht die persönliche Situation eines jeden, den er trifft. Viele seiner Freunde wohnen in Nord-Heerlen, einem sozialen Brennpunkt. Familientragödien, Arbeitslosigkeit, Drogenabhängigkeit und Kriminalität sind sehr häufig.

Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen”, sagt der Priester, „ich bewundere die innere Disziplin, die diese Leute haben. Ich erinnere mich besonders an einen Mann, den ich vor einem Jahr beerdigt habe. Er hatte zwei behinderte Kinder und seine Frau war vollständig gelähmt. Er kümmerte sich liebevoll um seine Familie bis zu seinem Todestag.” Es gibt viele andere Fälle, wie der Vagabund, der regelmäßig zum Pfarrhaus kam, um etwas zu essen zu erbitten. „Eines Tages aber kam er nicht mehr und ich hörte, dass sie seinen Leichnam unter einem Gebüsch in der Nähe gefunden hatten. Er starb an einer Überdosis Drogen. Wir tun unser Bestes, um diesen Menschen zu helfen, aber in solch einem Moment fragt man sich doch, ob man nicht hätte mehr tun können.”

Während wir unser Gespräch über seine Arbeit im Seminar von Haarlem fortsetzen, nimmt er plötzlich seine Gitarre zur Hand. Obwohl er kein Maestro ist, kann er ein paar Akkorde spielen. Als ob er nichts anderes kennen würde, singt er auf Englisch die Schlacht von New Orleans, gefolgt von einem im Süden Hollands typischen Lied: „Wie schön ist Limburg.” „Ich mag dieses Land, mein Herz wohnt hier. Ich möchte, dass dieses Lied bei meiner Beerdigung gespielt wird.” Was für ein Tag wird das in der Gemeinde St. Kornelius sein.

Quelle: www.navenant.nl

 

Die Limburger Website Navenant berichtet über P. Vincent McMahon LC

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Donnerstag, 30. Juli 2008

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