Zeichen einer Hoffnung, die ganz auf Gott setzt
Bad Münstereifel, 11. September 2010.
Neun Novizen legten in einem feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle des Noviziats der Legionäre Christi in Bad Münstereifel ihre ersten Ordensgelübde ab. In die zweijährige Vorbereitungszeit auf die Profess fielen auch die schockierenden Erkenntnisse über das Leben und die Untaten des Gründers der Kongregation. Mit diesen mussten sich die jungen Männer gleich zu Beginn ihres Berufungsweges auseinandersetzen. Am Vorabend traten 2 Deutsche und 1 Slowake neu in das Noviziat ein.
Vor etwa 350 Gläubigen gelobten die neun jungen Männer für drei Jahre in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben. Am Gottesdienst nahmen neben den Eltern und Verwandten auch die benachbarten Schwestern der Ursulinen und zahlreiche Gäste aus dem Umkreis teil.
Hauptzelebrant der hl. Messe war P. Sylvester Heereman LC, Territorialdirektor für Mitteleuropa. In seiner Predigt ging er noch einmal auf die besonderen Umstände ein, unter welchen sich diese jungen Männer vorbereitet hatten: Vielleicht geht 2010 als ein Jahr der Krise der Kirche in die Geschichtsbücher ein. „Wo bleibt in dieser Zeit Gottes Allmacht, seine Liebe? könnten wir fragen“, wandte sich der Ordensobere an die Gläubigen, viele Menschen seien durch die Ereignisse
zutiefst verletzt und enttäuscht worden. In diesem Umfeld sei das „Ja“ dieser jungen Männer, Gott auf dem Weg des Ordenslebens nachfolgen zu wollen, auch ein Zeichen der Hoffnung, dass Gott unerschütterlich ist. Der Grund unserer Hoffnung sei letztlich jedoch die Zusage Gottes an uns Menschen: Von ihm gewollt, geliebt und angenommen zu sein. Die Freundschaft Gottes – in Anlehnung an das Tagesevangelium – schloss P. Sylvester, sei Geschenk, Verantwortung und Aufruf zu gleich: „Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,10).
Auch in diesem Jahr war die Gruppe der Neuprofessen international: 3 Deutsche, 3 Mexikaner und 3 US-Amerikaner.
Br. Christian Ivandic stammt aus Wachendorf an der Weinstraße (Diözese Speyer). 2008 trat er in das Noviziat der Legionäre Christi in Bad Münstereifel ein. Als Jugendlicher gewann er zahlreiche internationale Auszeichnungen am Klavier. Nach zwei Jahren in Bad Münstereifel wird er in Cheshire (USA) seine humanistischen Studien beginnen.
Br. Michael Hemm stammt aus Rittershausen (Diözese Würzburg). Nach einem Jahr als „Coworker“ trat er 2008 in die Kongregation bei. Nach seiner Profess wird er in Monterrey (Mexiko) seine humanistischen Studien beginnen.
Br. Wolfgang Dichgans stammt aus Sipplingen (Diözese Freiburg). Er trat 2008 in die Ordensgemeinschaft ein. Er beginnt nun nach zwei Jahren als Novize seine humanistischen Studien in Salamanca (Spanien).
Br. Bryan Gray stammt aus Katy (USA, Diözese Galveston-Houston). Nach fünf Jahren im Knabenseminar der Legionäre Christi in New Hampshire (USA) trat Br. Bryan Gray 2008 in Cheshire (USA) in die Kongregation ein. Nach seinen zwei Jahren als Novize in Deutschland wird er im Anschluss sein humanistischen Studien in Salamanca (Spanien) beginnen.
Br. Jeremiah Guettler stammt aus Orlando (USA, Diözese Orlando/Cocobeach). Nach vier Jahren am Knabenseminar der Legionäre Christi in New Hampshire
(USA) trat Br. Jeremiah 2008 in Cheshire (USA) in die Kongregation ein. Nach zwei Jahren Noviziat wird der Ordensmann in Monterrey (Mexico) seine humanistischen Studien beginnen.
Br. Robert Antonio stammt aus Lafayette (USA, Diözese Lafayette). Nach fünf Jahren am Knabenseminar der Legionäre Christi in New Hampshire (USA) trat Br. Robert Antonio 2008 in die Kongregation in Cheshire (USA) bei. Nach seinen zwei Jahren als Novize in Deutschland wird er im Anschluss seine humanistischen Studien in Salamanca (Spanien) beginnen.
Br. Bernado Siller Adame stammt aus Monterrey (USA, Diözese Monterrey). Nach zwei Jahren am Knabenseminar der Legionäre Christi in Mexico trat er 2008 in die Kongregation ein. Im Anschluss an seine Profess wird er in Salamanca seine humanistischen Studien beginnen.
Br. Luis Alberto de Ávila Campos stammt aus Xalapa (Mexiko, Diözese Xalapa). Nach seinem Studium der Wirtschaftsverwaltung in Mexico trat Br. Luis 2008 der Legion bei. Im Anschluss an die Profess wird er in Cheshire, USA seine humanistischen Studien beginnen.
Br. Miguel Arturo Hernández Diaz: Nach mehreren Jahren an Kleinseminaren der Legion in Mexico und Spanien trat der gebürtige Mexikaner der Legion 2008 bei. Nach seiner Profess wird er in Salamanca, Spanien seine humanistischen Studien beginnen. Mexiko-Stadt, Diözese Mexiko-Stadt
Die jungen Ordensleute hatten vor ihrer Profess eine zweijährige Probezeit, das Noviziat, absolviert. In dieser Zeit hatten die jungen Männer die Möglichkeit, in der Stille und Zurückgezogenheit des Noviziats ihrer Berufung zum Ordensleben und Priester gezielt nachzugehen. Geprägt ist diese Phase durch Gebet, die Vertiefung der eigenen Beziehung zu Gott, der Kenntnis der Kongregation, ihrer Spiritualität und ihrer pastoralen Arbeitsbereiche. Am Ende dieser Zeit legen die jungen Männer, die ihrer Berufung sicherer geworden sind, ihre ersten zeitlichen Gelübde zunächst für drei Jahre ab. Nach dem Noviziat werden sie ihre Ausbildung mit den humanistischen Studien fortsetzen, an die sich ein Philosophie– und Theologiestudium und ein Pastoralpraktikum anschließen.
Die Legionäre Christi unterhalten seit 1991 ein Noviziat in Deutschland. 1995 übersiedelte die Gemeinschaft aus Platzgründen von Roetgen (Bistum Aachen) in das ehemalige Ursulineninternat in Bad Münstereifel (Erzbistum Köln).
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