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Freitag, 21. Dezember 2007

Herr, du hast mich geschaffen, sag mir wofür


Die Berufungsgeschichte von P. Konstantin Ballestrem LC

Konstantin von Ballestrem LCAls ich fünf oder sechs Jahre alt war, und ich eines Sonntagmorgens an der Hand meiner Mutter aus der Messe kam, sagte ich zu ihr: „Mami, ich will mal heilig werden!“ Wenig wusste ich davon, was das bedeutete. Aber die Heiligen schienen mir nachahmenswerte Vorbilder zu sein, und die Heiligkeit ein würdiges Ziel im Leben. Bald schon wurde dieser Vorsatz allerdings auf die Probe gestellt, zunächst auf einfache Weise, aber je älter ich wurde, umso schwerer wurden die Prüfungen.

Andere Dinge zogen mich mehr und mehr an: die Zeit mit den Freunden zu verbringen, ohne mich zu sehr darum zu kümmern, heilig zu sein; reisen, andere Länder, Menschen und Kulturen kennen lernen; ich spielte Cello in einem Orchester, Schlagzeug in einer Band… Mein ursprünglich gefasster Vorsatz verschwand immer mehr im Hintergrund, und wenn er sich mir auch hin und wieder zu zeigen wagte, war ich immer mehr dazu bereit, ihn in Vergessenheit geraten zu lassen. Als ich schließlich kurz vor dem Abitur stand und mir über meine Zukunftspläne Gedanken machen musste, schien nichts wirklich mein Interesse zu wecken. „Was sollte ich mit meinem Leben anfangen? Ich interessierte mich zwar für die Philosophie und sogar die Theologie. Aber damit wird man Priester“, dachte ich, „und das, davon war ich überzeugt, war nicht mein Weg“.

Die Wehrdienstpflicht kam mir zu Hilfe, denn sie schob die Entscheidung noch ein wenig auf. Ich begann die Ausbildung zum Reserveoffizier und verpflichtete mich gleich für zwei Jahre. Was soll man über die Zeit des „Dienstes an der Waffe“ sagen? Es gibt viele, zum Teil sehr harte Meinungen über das Leben in der Bundeswehr. Aber auch wenn dort sicherlich besondere Sitten herrschen, für mich war es keine verlorene Zeit. Am Anfang bin ich allerdings schon ein wenig erschrocken. Denn bis jetzt war ich zuhause und in der Klosterschule wohlbehütet gewesen. In der Kaserne freilich ging es anders zu. Ich fand sozusagen einen Querschnitt meines Jahrgangs mit jungen Männern jeder Herkunft vor, und das Zusammenleben in solchen Gruppen ist natürlich ein fruchtbarer Boden für alle möglichen Initiativen, gute und schlechte. Nun galt es eben, die guten zu fördern und zu nutzen, und das lernte ich nach und nach. Die schlechten Initiativen dagegen forderten eine Entscheidung: entweder mit dem Strom schwimmen und „dem schlechten Umfeld in der Bundeswehr“ die Schuld zuschieben, oder sich an die eigenen Prinzipien erinnern und nach ihnen handeln. Eine Herausforderung für den, der bereit war, sich ihr zu stellen. Vielleicht beeinflusst vom erwähnten Vorsatz aus meiner Kindheit entschied ich mich fast instinktiv dafür, zu tun, was zu tun es wert war. So wurde die Wehrdienstzeit zu einer wirksamen Schule der Prüfung und Reifung der Prinzipien, die ich zuhause gelernt hatte.

Eine neue Saat ging in meiner Seele auf

Aber die zwei Jahre waren auch bald vorbei und die Entscheidung des Lebens stand von neuem vor der Tür. Was wollte ich? Was würde mir gefallen? Was begeisterte mich? Ich konnte es nicht beantworten, zumindest nicht klar genug, um mich für irgendeinen Studiengang einzuschreiben. Ich entschied mich fürs Jurastudium. Viele junge Leute in ähnlicher Lage taten dasselbe, denn Jura hielt viele Wege offen.

Es zog mich dazu wieder nach Freiburg, am Fuße des Schwarzwaldes, ein wirklich sehr schöner Fleck der Schöpfung, an dem ich geboren war, aber nicht lange gewohnt hatte. Aber vorher tat ich etwas, was später von größerer Bedeutung sein sollte. Am Ende des Sommers, nachdem ich vom Wehrdienst zurückgekehrt war, begleitete ich einen Krankenzug der Diözese Trier nach Lourdes. Wir waren ein Gruppe von Leuten, die sich während der ganzen Reise und des Aufenthalts in Lourdes um die Bedürfnisse der Kranken kümmerten. Ich glaube, dass Gott diese kleine Geste der Großzügigkeit meinerseits ausgenutzt hat, um ein anderes Samenkorn in mein Herz fallen zu lassen. Nach der Rückkehr von dieser ziemlich anstrengenden Pilgerreise erinnerte ich mich nämlich daran, dass das Noviziat der Legionäre Christi nicht weit entfernt war, nur etwa eineinhalb Stunden. In demselben Sommer war dort ein entfernter Vetter eingetreten, der mir geschrieben und mich eingeladen hatte, einmal vorbeizuschauen, wenn ich in der Gegend wäre. Da ich also nun „in der Gegend“ war, wollte ich das ausnutzen.

Mir gefiel dieser Besuch sehr, aber dabei blieb es vorerst auch. „Wie schön, dass diese jungen Leute diesen Schritt tun und ihr Leben Gott schenken wollen“, dachte ich, aber für mich war das nichts. Trotzdem blieb ich mit meinem Vetter nach diesem Besuch in sporadischem Briefkontakt, und das sollte sich in einer sich nähernden schwierigen Situation als nützlich erweisen.

Wie gesagt begann ich das Studium in Freiburg. Dort hatte ich einige Freunde. Bald kamen andere dazu, ich studierte, ging aus und hatte viel Spaß. Nach einer gewissen Zeit aber, inmitten dieser „Freiheit“, bekam ich ein seltsames Bauchweh. Die Ärzte brauchten eine Weile, um herauszufinden, was ich hatte. Es handelte sich um eine Darmentzündung. Da man aber nicht die Ursache kannte, verschrieb man mir eine Therapie ohne Medikamente, schwer zu greifen. Ich sollte mein Leben ändern: weniger essen, dabei wählerischer sein, Sport treiben usw., eben auf ausgeglichenere Weise leben. Mehr oder weniger gleichzeitig begann die Jurisprudenz mir nicht mehr so zu gefallen wie vielleicht am Anfang. Die einzelnen Fächer kamen mir immer trockener und theoretischer, langweiliger vor. Die ganze Angelegenheit der Studien und der Zukunft als solcher stellte ich mir neu in Frage. Das Leben musste von neuem ein wenig überdacht werden.

Während dieser Zeit schrieb ich gelegentlich meinem Vetter. Als in einem Brief ein Wort über meine kleine Krise entschlüpfte, riet er mir, Gott an meiner Suche nach dem Sinn des Lebens zu beteiligen. Seine Begründung war ganz einfach: „Er hat dich gemacht – er hat dich so gemacht und nicht anders – wohl, weil er eine gute Vorstellung davon hatte, was du machen und sein könnest – also musst du ihn fragen, was er von dir will.“ Ich muss sagen, dass ich am Anfang nicht viel auf seine Idee gab, dass ich im Gebet die Antwort auf all meine Fragen finden würde. Aber ich war neugierig genug, es einmal zu probieren. Ich ging öfter zur Kirche in meinem Viertel, setzte mich vor dem Tabernakel und horchte… Am Anfang war nichts zu hören. Ich begann also zu beten: „Herr, du hast mich geschaffen, sag mir wofür…“ Und tatsächlich, nach und nach spürte ich, dass da doch jemand war, der zu mir sprach, ganz sanft, aber genug, um mit der Unterhaltung fortzufahren. Dieser genannte Vetter ist jetzt übrigens P. Sylvester Heereman LC, Territorialdirektor (Provinzial) der Legionäre Christi in Deutschland.

Mein Vorsatz: heilig werden

Konstantin von Ballestrem LCBald darauf lud mich mein Vetter ein, eine Jugendgruppe auf einer Pilgerreise nach Rom zu begleiten. Allerdings hatte ich schon eine Skiwoche geplant. Ich weiß nicht warum, aber ich entschied mich, sie abzusagen und nach Rom zu fahren. Das war für mich der zweite Besuch in einem Haus der Legion, diesmal war es nur größer, viel größer als das Noviziat in Deutschland. 300 junge Männer, fröhlich, eifrig, diszipliniert und voller Nächstenliebe! Das machte einen großen Eindruck auf mich. Ich sprach mit vielen, fragte nach ihren Berufungsgeschichten und lernte viel dabei. Und ich dachte mir: „Das könnte ein Leben sein, das sich zu leben lohnt!” Nach meiner Rückkehr nach Deutschland musste ich noch ein paar Prüfungen in der Universität absolvieren, und mehr oder weniger zwei Wochen später, eines Freitagnachmittags, ging es mir ganz klar auf: „Gott will, dass ich Priester werde, Legionär Christi. Das ist es also, was ich tun werde.” Als ich Gott mein „Ja“ gegeben hatte, erfüllte er meine Seele auf einmal mit soviel Seligkeit, Freude und Kraft, dass jeder Zweifel an dieser Berufung ausgeschlossen schien. Dankbar, glücklich und im Frieden mit mir selbst fuhr ich zum Noviziat, um meine Entscheidung kund zu tun. Ich war bereit, sofort einzutreten, aber es war Januar, und die Kandidatur beginnt im Juli. So ergab es sich, dass ich vor dem Eintritt ins Noviziat noch drei Monate als Coworker in Mexiko verbringen konnte, eine Zeit, in der ich viel bereichert wurde und den alten Vorsatz wieder aufnehmen konnte, heilig zu werden.

Nun will ich vor allem danken. Allen voran Gott, der in seiner unendlichen Güte und großen Weisheit mich auf dem Weg bis hier her geleitet hat, und der Muttergottes, meiner stets treuen Begleiterin. Dann allen die mich geführt und unterstützt haben: besonders meinen Eltern, meiner Familie, so vielen Freunden und Bekannten, und besonders den Priester, die ich auf dem Weg kennen lernen durfte. Schließlich möchte ich auch all denjenigen danken, die ich vielleicht nicht kenne, die aber mit ihren Gebeten und Opfern Tag für Tag für Berufungen beten, um ein solches Wunder wie dieses möglich zu machen. Allen Gottes Segen und den Schutz der Gottesmutter Maria!

P. Konstantin von Ballestrem wurde am 8. August 1973 in Freiburg im Breisgau in einer katholischen Familie geboren. Aufgewachsen ist er vor allem in Anhofen, in der Diözese Augsburg in Bayern. Dort verbrachte er seine Schulzeit und absolvierte seinen Militärdienst. Für sein Jurastudium kehrte er in seine Geburtsstadt Freiburg zurück. Nach einer kurzen Zeit als Coworker trat er im Sommer 1996 in das Noviziat der Legionäre Christi ein. Nach zwei Jahren Noviziat studierte er ein Jahr humanistische Fächer in Salamanca, Spanien, und ging anschließend nach Rom, um Philosophie zu studieren. Er absolvierte ein dreijähriges apostolisches Praktikum im Noviziat der Legion in Bad Münstereifel bei Euskirchen, und kehrte danach nach Rom zurück, um die Studien abzuschließen. Zurzeit studiert er ein Lizenziat in Dogmatik und begleitet eine Gruppe von jungen Ordensleuten in ihrer Ausbildung.


Herr, du hast mich geschaffen, sag mir wofür

Herr, du hast mich geschaffen, sag mir wofür

Konstantin von Ballestrem LCAls ich fünf oder sechs Jahre alt war, und ich eines Sonntagmorgens an der Hand meiner Mutter aus der Messe kam, sagte ich zu ihr: „Mami, ich will mal heilig werden!“ Wenig wusste ich davon, was das bedeutete. Aber die Heiligen schienen mir nachahmenswerte Vorbilder zu sein, und die Heiligkeit ein würdiges Ziel im Leben. Bald schon wurde dieser Vorsatz allerdings auf die Probe gestellt, zunächst auf einfache Weise, aber je älter ich wurde, umso schwerer wurden die Prüfungen.

Andere Dinge zogen mich mehr und mehr an: die Zeit mit den Freunden zu verbringen, ohne mich zu sehr darum zu kümmern, heilig zu sein; reisen, andere Länder, Menschen und Kulturen kennen lernen; ich spielte Cello in einem Orchester, Schlagzeug in einer Band… Mein ursprünglich gefasster Vorsatz verschwand immer mehr im Hintergrund, und wenn er sich mir auch hin und wieder zu zeigen wagte, war ich immer mehr dazu bereit, ihn in Vergessenheit geraten zu lassen. Als ich schließlich kurz vor dem Abitur stand und mir über meine Zukunftspläne Gedanken machen musste, schien nichts wirklich mein Interesse zu wecken. „Was sollte ich mit meinem Leben anfangen? Ich interessierte mich zwar für die Philosophie und sogar die Theologie. Aber damit wird man Priester“, dachte ich, „und das, davon war ich überzeugt, war nicht mein Weg“.

Die Wehrdienstpflicht kam mir zu Hilfe, denn sie schob die Entscheidung noch ein wenig auf. Ich begann die Ausbildung zum Reserveoffizier und verpflichtete mich gleich für zwei Jahre. Was soll man über die Zeit des „Dienstes an der Waffe“ sagen? Es gibt viele, zum Teil sehr harte Meinungen über das Leben in der Bundeswehr. Aber auch wenn dort sicherlich besondere Sitten herrschen, für mich war es keine verlorene Zeit. Am Anfang bin ich allerdings schon ein wenig erschrocken. Denn bis jetzt war ich zuhause und in der Klosterschule wohlbehütet gewesen. In der Kaserne freilich ging es anders zu. Ich fand sozusagen einen Querschnitt meines Jahrgangs mit jungen Männern jeder Herkunft vor, und das Zusammenleben in solchen Gruppen ist natürlich ein fruchtbarer Boden für alle möglichen Initiativen, gute und schlechte. Nun galt es eben, die guten zu fördern und zu nutzen, und das lernte ich nach und nach. Die schlechten Initiativen dagegen forderten eine Entscheidung: entweder mit dem Strom schwimmen und „dem schlechten Umfeld in der Bundeswehr“ die Schuld zuschieben, oder sich an die eigenen Prinzipien erinnern und nach ihnen handeln. Eine Herausforderung für den, der bereit war, sich ihr zu stellen. Vielleicht beeinflusst vom erwähnten Vorsatz aus meiner Kindheit entschied ich mich fast instinktiv dafür, zu tun, was zu tun es wert war. So wurde die Wehrdienstzeit zu einer wirksamen Schule der Prüfung und Reifung der Prinzipien, die ich zuhause gelernt hatte.

Eine neue Saat ging in meiner Seele auf

Aber die zwei Jahre waren auch bald vorbei und die Entscheidung des Lebens stand von neuem vor der Tür. Was wollte ich? Was würde mir gefallen? Was begeisterte mich? Ich konnte es nicht beantworten, zumindest nicht klar genug, um mich für irgendeinen Studiengang einzuschreiben. Ich entschied mich fürs Jurastudium. Viele junge Leute in ähnlicher Lage taten dasselbe, denn Jura hielt viele Wege offen.

Es zog mich dazu wieder nach Freiburg, am Fuße des Schwarzwaldes, ein wirklich sehr schöner Fleck der Schöpfung, an dem ich geboren war, aber nicht lange gewohnt hatte. Aber vorher tat ich etwas, was später von größerer Bedeutung sein sollte. Am Ende des Sommers, nachdem ich vom Wehrdienst zurückgekehrt war, begleitete ich einen Krankenzug der Diözese Trier nach Lourdes. Wir waren ein Gruppe von Leuten, die sich während der ganzen Reise und des Aufenthalts in Lourdes um die Bedürfnisse der Kranken kümmerten. Ich glaube, dass Gott diese kleine Geste der Großzügigkeit meinerseits ausgenutzt hat, um ein anderes Samenkorn in mein Herz fallen zu lassen. Nach der Rückkehr von dieser ziemlich anstrengenden Pilgerreise erinnerte ich mich nämlich daran, dass das Noviziat der Legionäre Christi nicht weit entfernt war, nur etwa eineinhalb Stunden. In demselben Sommer war dort ein entfernter Vetter eingetreten, der mir geschrieben und mich eingeladen hatte, einmal vorbeizuschauen, wenn ich in der Gegend wäre. Da ich also nun „in der Gegend“ war, wollte ich das ausnutzen.

Mir gefiel dieser Besuch sehr, aber dabei blieb es vorerst auch. „Wie schön, dass diese jungen Leute diesen Schritt tun und ihr Leben Gott schenken wollen“, dachte ich, aber für mich war das nichts. Trotzdem blieb ich mit meinem Vetter nach diesem Besuch in sporadischem Briefkontakt, und das sollte sich in einer sich nähernden schwierigen Situation als nützlich erweisen.

Wie gesagt begann ich das Studium in Freiburg. Dort hatte ich einige Freunde. Bald kamen andere dazu, ich studierte, ging aus und hatte viel Spaß. Nach einer gewissen Zeit aber, inmitten dieser „Freiheit“, bekam ich ein seltsames Bauchweh. Die Ärzte brauchten eine Weile, um herauszufinden, was ich hatte. Es handelte sich um eine Darmentzündung. Da man aber nicht die Ursache kannte, verschrieb man mir eine Therapie ohne Medikamente, schwer zu greifen. Ich sollte mein Leben ändern: weniger essen, dabei wählerischer sein, Sport treiben usw., eben auf ausgeglichenere Weise leben. Mehr oder weniger gleichzeitig begann die Jurisprudenz mir nicht mehr so zu gefallen wie vielleicht am Anfang. Die einzelnen Fächer kamen mir immer trockener und theoretischer, langweiliger vor. Die ganze Angelegenheit der Studien und der Zukunft als solcher stellte ich mir neu in Frage. Das Leben musste von neuem ein wenig überdacht werden.

Während dieser Zeit schrieb ich gelegentlich meinem Vetter. Als in einem Brief ein Wort über meine kleine Krise entschlüpfte, riet er mir, Gott an meiner Suche nach dem Sinn des Lebens zu beteiligen. Seine Begründung war ganz einfach: „Er hat dich gemacht – er hat dich so gemacht und nicht anders – wohl, weil er eine gute Vorstellung davon hatte, was du machen und sein könnest – also musst du ihn fragen, was er von dir will.“ Ich muss sagen, dass ich am Anfang nicht viel auf seine Idee gab, dass ich im Gebet die Antwort auf all meine Fragen finden würde. Aber ich war neugierig genug, es einmal zu probieren. Ich ging öfter zur Kirche in meinem Viertel, setzte mich vor dem Tabernakel und horchte… Am Anfang war nichts zu hören. Ich begann also zu beten: „Herr, du hast mich geschaffen, sag mir wofür…“ Und tatsächlich, nach und nach spürte ich, dass da doch jemand war, der zu mir sprach, ganz sanft, aber genug, um mit der Unterhaltung fortzufahren. Dieser genannte Vetter ist jetzt übrigens P. Sylvester Heereman LC, Territorialdirektor (Provinzial) der Legionäre Christi in Deutschland.

Mein Vorsatz: heilig werden

Konstantin von Ballestrem LCBald darauf lud mich mein Vetter ein, eine Jugendgruppe auf einer Pilgerreise nach Rom zu begleiten. Allerdings hatte ich schon eine Skiwoche geplant. Ich weiß nicht warum, aber ich entschied mich, sie abzusagen und nach Rom zu fahren. Das war für mich der zweite Besuch in einem Haus der Legion, diesmal war es nur größer, viel größer als das Noviziat in Deutschland. 300 junge Männer, fröhlich, eifrig, diszipliniert und voller Nächstenliebe! Das machte einen großen Eindruck auf mich. Ich sprach mit vielen, fragte nach ihren Berufungsgeschichten und lernte viel dabei. Und ich dachte mir: „Das könnte ein Leben sein, das sich zu leben lohnt!” Nach meiner Rückkehr nach Deutschland musste ich noch ein paar Prüfungen in der Universität absolvieren, und mehr oder weniger zwei Wochen später, eines Freitagnachmittags, ging es mir ganz klar auf: „Gott will, dass ich Priester werde, Legionär Christi. Das ist es also, was ich tun werde.” Als ich Gott mein „Ja“ gegeben hatte, erfüllte er meine Seele auf einmal mit soviel Seligkeit, Freude und Kraft, dass jeder Zweifel an dieser Berufung ausgeschlossen schien. Dankbar, glücklich und im Frieden mit mir selbst fuhr ich zum Noviziat, um meine Entscheidung kund zu tun. Ich war bereit, sofort einzutreten, aber es war Januar, und die Kandidatur beginnt im Juli. So ergab es sich, dass ich vor dem Eintritt ins Noviziat noch drei Monate als Coworker in Mexiko verbringen konnte, eine Zeit, in der ich viel bereichert wurde und den alten Vorsatz wieder aufnehmen konnte, heilig zu werden.

Nun will ich vor allem danken. Allen voran Gott, der in seiner unendlichen Güte und großen Weisheit mich auf dem Weg bis hier her geleitet hat, und der Muttergottes, meiner stets treuen Begleiterin. Dann allen die mich geführt und unterstützt haben: besonders meinen Eltern, meiner Familie, so vielen Freunden und Bekannten, und besonders den Priester, die ich auf dem Weg kennen lernen durfte. Schließlich möchte ich auch all denjenigen danken, die ich vielleicht nicht kenne, die aber mit ihren Gebeten und Opfern Tag für Tag für Berufungen beten, um ein solches Wunder wie dieses möglich zu machen. Allen Gottes Segen und den Schutz der Gottesmutter Maria!

P. Konstantin von Ballestrem wurde am 8. August 1973 in Freiburg im Breisgau in einer katholischen Familie geboren. Aufgewachsen ist er vor allem in Anhofen, in der Diözese Augsburg in Bayern. Dort verbrachte er seine Schulzeit und absolvierte seinen Militärdienst. Für sein Jurastudium kehrte er in seine Geburtsstadt Freiburg zurück. Nach einer kurzen Zeit als Coworker trat er im Sommer 1996 in das Noviziat der Legionäre Christi ein. Nach zwei Jahren Noviziat studierte er ein Jahr humanistische Fächer in Salamanca, Spanien, und ging anschließend nach Rom, um Philosophie zu studieren. Er absolvierte ein dreijähriges apostolisches Praktikum im Noviziat der Legion in Bad Münstereifel bei Euskirchen, und kehrte danach nach Rom zurück, um die Studien abzuschließen. Zurzeit studiert er ein Lizenziat in Dogmatik und begleitet eine Gruppe von jungen Ordensleuten in ihrer Ausbildung.

 

Die Berufungsgeschichte von P. Konstantin Ballestrem LC

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Freitag, 20. Dezember 2007

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