Sonntag, 25. November 2012

Eine Frage des Königtums


Tägliche Meditationen - 25. November 2012

Vierunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Christkönigssonntag

P. Edward Hopkins LC

Joh 18,33b-37
Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

Einführendes Gebet:  Lieber Jesus, ich glaube, dass du die Wahrheit selbst bist; dass du uns die Grundlage für jedes moralische Urteil liefern kannst. Ich vertraue darauf, dass du dich wirklich um mich kümmerst und mir die Fähigkeit gibst, die Bedürfnisse anderer zu erkennen. Ich liebe dich, Herr, und ich will dir das jetzt mit meinem Wunsch zu beten zeigen.

Bitte: Mache deine Wahrheit zu meinem Leben, Herr!

1.  Meine eigenen Fragen stellen. Wir bilden uns jeden Tag unzählige Urteile. Oft basieren sie mehr darauf, was andere gesagt haben, als darauf, was wir wissen. Es wird uns oft gesagt, was wir denken sollen: von den Massenmedien, der Regierung und sogar von Kollegen. Das Urteil von Pilatus basierte darauf, was andere gesagt hatten. Seine Frage an Jesus war die eines Beamten; nicht eines Menschen der ehrlich nach der Wahrheit sucht. Jesus spürte diese Schwäche und konfrontierte ihn damit. Pilatus’ Entschuldigung war, dass er kein Jude war und die Hoffnung der Juden somit nicht verstehen konnte. Ich selbst werde eines Tages danach gerichtet werden wie ich gerichtet habe. Wie fair, wie ehrlich und wie wirklich interessiert bin ich an anderen? Behandle ich sie so, als ob sie mir wirklich etwas bedeuten?

2. Jesus steht über dieser Welt. Die von Pilatus in Worten ausgedrückten Gedanken und die Anschuldigungen der Sanhedrin gegen Jesus sind Stimmen von dieser Welt. Es ist eine Welt, in der einmal angeklagte Menschen bereits gerichtet sind; in der die meisten Urteile verborgen bleiben und doch durch Handlungen und Unterlassungen Rufmord für den betroffenen Menschen bedeuten; eine Welt, in der das, „was andere von mir denken“, am wichtigsten ist. Das ist nicht der Weg Jesu, und diese Denkweise kann ihn auch nicht im Entferntesten beurteilen. Er muss sich vor Gott allein rechtfertigen, so wie er allein lebt, um seinem Vater zu gefallen. Gehöre ich zu Gott oder zu dieser Welt? Wie sehr hält mich diese Welt gefangen? Wie weit ist mein Verhalten von ihren Urteilen beeinflusst?

3. Zum Königtum der Wahrheit gehören. Was relativ ist, kann niemals das Absolute beurteilen, genauso wenig wie die sich ändernden Jahreszeiten die menschliche Natur festlegen. Nur das Urteil einer absoluten Macht, und somit Gott allein, kann wirkliche Werte für alle festsetzen. Schon vor seiner Wahl zum Papst nannte Kardinal Joseph Ratzinger die Überbewertung subjektiver, persönlicher Werte eine „Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und deren letztes Ziel einzig in dem eigenen Ich und seinen Wünschen besteht“ (Kardinal Ratzinger, Predigt vom 18. April 2005). In der gleichen Predigt stellte er dieser relativistischen „Wahrheit“ die Freundschaft mit Christus gegenüber. Wirkliche Freundschaft mit Christus ist das einzige Licht, das uns führen kann. Das setzt voraus, dass wir ihr alles andere, von dem wir glauben, dass es uns führen könnte, unterordnen: unser Ich, unsere eigenen Gefühle und unsere egoistischen Wünsche. Seine Wege, Liebe und Wahrheit verdrängen jede Selbstsucht. Zu welchem Königreich gehöre ich?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du bist mein König und dein Königtum ist die Wahrheit. Forme meinen Verstand, dass ich alles danach beurteile, wie es zu dir in Beziehung steht. Forme mein Herz, damit ich alle Menschen im Licht deiner Liebe sehe und einschätze. Befreie mich von den Täuschungen des Stolzes, der Menschenfurcht und der Eigenliebe. Ich möchte, dass allein deine Liebe in meinem Herzen regiert!

Vorsatz:  Diese Woche will ich jede Verurteilung unterlassen, die allein darauf gründet, was andere gesagt und gehört haben. Ich will stattdessen für diese Menschen beten, im Falle von Zweifel und Unsicherheit von ihrer Unschuld ausgehen und sie der Obhut unseres Herrn anvertrauen.


Eine Frage des Königtums

Eine Frage des Königtums

Vierunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Christkönigssonntag

P. Edward Hopkins LC

Joh 18,33b-37
Pilatus ging wieder in das Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und fragte ihn: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier. Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

Einführendes Gebet:  Lieber Jesus, ich glaube, dass du die Wahrheit selbst bist; dass du uns die Grundlage für jedes moralische Urteil liefern kannst. Ich vertraue darauf, dass du dich wirklich um mich kümmerst und mir die Fähigkeit gibst, die Bedürfnisse anderer zu erkennen. Ich liebe dich, Herr, und ich will dir das jetzt mit meinem Wunsch zu beten zeigen.

Bitte: Mache deine Wahrheit zu meinem Leben, Herr!

1.  Meine eigenen Fragen stellen. Wir bilden uns jeden Tag unzählige Urteile. Oft basieren sie mehr darauf, was andere gesagt haben, als darauf, was wir wissen. Es wird uns oft gesagt, was wir denken sollen: von den Massenmedien, der Regierung und sogar von Kollegen. Das Urteil von Pilatus basierte darauf, was andere gesagt hatten. Seine Frage an Jesus war die eines Beamten; nicht eines Menschen der ehrlich nach der Wahrheit sucht. Jesus spürte diese Schwäche und konfrontierte ihn damit. Pilatus’ Entschuldigung war, dass er kein Jude war und die Hoffnung der Juden somit nicht verstehen konnte. Ich selbst werde eines Tages danach gerichtet werden wie ich gerichtet habe. Wie fair, wie ehrlich und wie wirklich interessiert bin ich an anderen? Behandle ich sie so, als ob sie mir wirklich etwas bedeuten?

2. Jesus steht über dieser Welt. Die von Pilatus in Worten ausgedrückten Gedanken und die Anschuldigungen der Sanhedrin gegen Jesus sind Stimmen von dieser Welt. Es ist eine Welt, in der einmal angeklagte Menschen bereits gerichtet sind; in der die meisten Urteile verborgen bleiben und doch durch Handlungen und Unterlassungen Rufmord für den betroffenen Menschen bedeuten; eine Welt, in der das, „was andere von mir denken“, am wichtigsten ist. Das ist nicht der Weg Jesu, und diese Denkweise kann ihn auch nicht im Entferntesten beurteilen. Er muss sich vor Gott allein rechtfertigen, so wie er allein lebt, um seinem Vater zu gefallen. Gehöre ich zu Gott oder zu dieser Welt? Wie sehr hält mich diese Welt gefangen? Wie weit ist mein Verhalten von ihren Urteilen beeinflusst?

3. Zum Königtum der Wahrheit gehören. Was relativ ist, kann niemals das Absolute beurteilen, genauso wenig wie die sich ändernden Jahreszeiten die menschliche Natur festlegen. Nur das Urteil einer absoluten Macht, und somit Gott allein, kann wirkliche Werte für alle festsetzen. Schon vor seiner Wahl zum Papst nannte Kardinal Joseph Ratzinger die Überbewertung subjektiver, persönlicher Werte eine „Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und deren letztes Ziel einzig in dem eigenen Ich und seinen Wünschen besteht“ (Kardinal Ratzinger, Predigt vom 18. April 2005). In der gleichen Predigt stellte er dieser relativistischen „Wahrheit“ die Freundschaft mit Christus gegenüber. Wirkliche Freundschaft mit Christus ist das einzige Licht, das uns führen kann. Das setzt voraus, dass wir ihr alles andere, von dem wir glauben, dass es uns führen könnte, unterordnen: unser Ich, unsere eigenen Gefühle und unsere egoistischen Wünsche. Seine Wege, Liebe und Wahrheit verdrängen jede Selbstsucht. Zu welchem Königreich gehöre ich?

Gespräch mit Christus: Herr Jesus, du bist mein König und dein Königtum ist die Wahrheit. Forme meinen Verstand, dass ich alles danach beurteile, wie es zu dir in Beziehung steht. Forme mein Herz, damit ich alle Menschen im Licht deiner Liebe sehe und einschätze. Befreie mich von den Täuschungen des Stolzes, der Menschenfurcht und der Eigenliebe. Ich möchte, dass allein deine Liebe in meinem Herzen regiert!

Vorsatz:  Diese Woche will ich jede Verurteilung unterlassen, die allein darauf gründet, was andere gesagt und gehört haben. Ich will stattdessen für diese Menschen beten, im Falle von Zweifel und Unsicherheit von ihrer Unschuld ausgehen und sie der Obhut unseres Herrn anvertrauen.

 

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