Mittwoch, 6. Juni 2012

Junge Männer entdecken die theologische Dimension von Leib und Liebe


Ein Referent der Hochschule Heiligenkreuz führte 18 junge Männer in die von Johannes Paul II. entwickelte „Theologie des Leibes” ein.

Nach der geistigen Kost gab es für die jungen Männer in den Pausen auch eine kräftige leibliche Mahlzeit, die man dank des guten Wetters schon im Freien einnehmen konnteVom 27. bis zum 29. April trafen sich 18 junge Männer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren in Tannheim bei Memmingen, um die von Papst Johannes Paul II. entwickelte „Theologie des Leibes“ näher kennenzulernen und für sich zu entdecken. In die Materie eingeführt wurden sie von Corbin Gams, dem Initiator von „Vision Liebe“ und Dozent an der Päpstlichen Hochschule von Heiligenkreuz. Geistlich begleitet wurde die Veranstaltung zudem von P. Martin Baranowski LC. Auch Br. Stefan Kavecký LC war als geistlicher Assistent mit von der Partie.

Was ist die „Theologie des Leibes“?

Die Theologie des Leibes setzt bei der biblischen Schöpfungslehre und den beiden zentralen christlichen Glaubenssätzen von der Menschwerdung Gottes und der Auferstehung Christi an, um den Menschen auch heutzutage darzustellen, welche immense theologische Bedeutung  das Christentum dem Leib zumisst – schließlich hört man nicht selten einen Standardvorwurf gegen das Christentum: Dass es „leibfeindlich“ sei. Jener Vorwurf ist beinahe so alt, wie die Anfänge des Christentums selbst, und bereits die Kirchenväter haben viele Argumente zusammengetragen,  um ihn zu entkräften. 

Die Menschen würden sich nicht klar machen, hielt bereits der heilige Augustinus dagegen, dass es ihre Sünden seien und nicht ihr Körper, die sie von Gott fernhielten: „Sie wollten nicht einsehen, dass Gott selbst bereits zu ihnen herabgestiegen war, indem er menschliches Fleisch angenommen hatte, welches sie auf immer hinter sich lassen wollten.“

So hält die Kirche bis heute daran fest, dass der Mensch nach Seele und Leib von Gott geschaffen ist, und die Welt Gottes gute Schöpfung ist und bleibt.  In dieser Tradition versucht auch die „Theologie des Leibes“ anhand der Bibel und der Überlieferung der Kirche die Bedeutung der Leiblichkeit des Menschen, der Sexualität und des erotischen Verlangens zu erkunden.

Papst Johannes Paul II. und die Theologie des Leibes

Beim Thema „Theologie des Leibes“ erwarteten die Teilnehmer spannende Impulse, Vorträge und Diskussionen über die Bedeutung der Leiblichkeit des Menschen und welche Rolle sie in der menschlichen Berufung zur Liebe spieltPapst Johannes Paul II. hat in einer Reihe von Vorträgen von September 1979 bis November 1984 die „Theologie des Leibes“ als eine Art Arbeitsinstrument entwickelt. Der Papst geht in seinen Ausführungen von der menschlichen Erfahrung aus, um die Harmonie mit der kirchlichen Lehre aufzuzeigen. Mit größtmöglichem Respekt vor der eigenen Freiheit lädt er dazu ein, die eigene Würde zu entdecken. Es ist daher eine Botschaft der Heilung und der Erlösung, nicht der Verurteilung. Die Perspektive des Papstes richtet sich auf eine möglichst volle Entdeckung und Verwirklichung der menschlichen  Berufung zur Liebe, welche letztlich zum Glück führt.

Das Seminar

In Vortragseinheiten, aber vor allem im gemeinsamen Gebet, im Austausch und in der gemeinsam gestalteten Freizeit mit Sport und Spiel fanden die Teilnehmer des jüngsten Einkehrwochenendes zum Thema nun wertvolle Hinweise, die sie auch für ihre eigene Suche und in ihrem Alltag umsetzen und vertiefen können. Bemerkenswert ist, dass dabei auch  viele Jugendliche die Möglichkeit zur Beichte nutzten.  

Die Theologie des Leibes und die Neuevangelisierung

Gerade im Zuge der Initiative zur gesellschaftlichen Erneuerung im Geiste des Evangeliums, der Neuevangelisierung,  kann die „Theologie des Leibes“ eine wirksame Sprache sein, um von Gottes Liebe zu reden, entdeckten die Teilnehmer der Veranstaltung. Sie „erdet“ die himmlischen Geheimnisse. Gerade in der Leiblichkeit, die der einzelne täglich erfährt, will Gott den Menschen begegnen. Die Liebe Gottes ist nicht mehr etwas Entferntes und Abgehobenes, sondern in der persönlichen Erfahrung präsent.

Indem der Mensch seine Leiblichkeit als Herausforderung und Aufgabenstellung vernimmt, wird er auch bereit für die göttliche Antwort, lernten die jungen Seminarteilnehmer. Die geistige Dimension des Menschen kommt in seiner Leiblichkeit zum Ausdruck, und Christus macht dem Menschen den Menschen kund.

Referent war der 1966 in Deutschland geborene Corbin Gams, der Studienleiter des „Studienlehrgangs Theologie des Leibes“ an der Päpstlichen Hochschule im Zisterzienserstift Heiligenkreuz (Österreich ist)Es geht dabei um Hilfen, die Würde des Menschen und seine Berufung zu entdecken. In der Vorbereitung  der Sakramente, insbesondere der Eucharistie und der Ehe, aber auch in der geistlichen Begleitung bietet dabei die katholische Kirche Jugendlichen die Möglichkeit, ihr spirituelles Leben auch durch den Alltag zu tragen.

Angaben zum Referenten

Der für die Einkehrzeit geladene Referent, Corbin Gams, 1966 in Deutschland geboren, arbeitete nach seinem Theologiestudium in verschiedenen Gemeinden in Deutschland und in der Schweiz. Von 2003 bis 2011 war er vor allem in kirchlichen Projekten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Leiter tätig. Zurzeit konzentriert sich seine Arbeit auf zwei große Projekte: Die Verbreitung der „Theologie des Leibes“ innerhalb des Vereins „Vision Liebe“, und ein Pilotprojekt der österreichischen Bischofskonferenz mit dem Titel „Initiative Christliche Familie“. In deren Auftrag wurde er auch zum Studienleiter des Studienlehrgangs „Theologie des Leibes“ an der Päpstlichen Hochschule im Zisterzienserstift Heiligenkreuz (Österreich) berufen.

Beachten Sie auch unsere erweiterte Bildergalerie zur Veranstaltung hier auf Facebook!

In diesem Zusammenhang weisen wir Sie gerne auch auf die Beilage unseres aktuellen „L“-Magazins hin, in der P. George Elsbett LC sich vertiefend mit der Materie befasst


Junge Männer entdecken die theologische Dimension von Leib und Liebe

Junge Männer entdecken die theologische Dimension von Leib und Liebe

Nach der geistigen Kost gab es für die jungen Männer in den Pausen auch eine kräftige leibliche Mahlzeit, die man dank des guten Wetters schon im Freien einnehmen konnteVom 27. bis zum 29. April trafen sich 18 junge Männer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren in Tannheim bei Memmingen, um die von Papst Johannes Paul II. entwickelte „Theologie des Leibes“ näher kennenzulernen und für sich zu entdecken. In die Materie eingeführt wurden sie von Corbin Gams, dem Initiator von „Vision Liebe“ und Dozent an der Päpstlichen Hochschule von Heiligenkreuz. Geistlich begleitet wurde die Veranstaltung zudem von P. Martin Baranowski LC. Auch Br. Stefan Kavecký LC war als geistlicher Assistent mit von der Partie.

Was ist die „Theologie des Leibes“?

Die Theologie des Leibes setzt bei der biblischen Schöpfungslehre und den beiden zentralen christlichen Glaubenssätzen von der Menschwerdung Gottes und der Auferstehung Christi an, um den Menschen auch heutzutage darzustellen, welche immense theologische Bedeutung  das Christentum dem Leib zumisst – schließlich hört man nicht selten einen Standardvorwurf gegen das Christentum: Dass es „leibfeindlich“ sei. Jener Vorwurf ist beinahe so alt, wie die Anfänge des Christentums selbst, und bereits die Kirchenväter haben viele Argumente zusammengetragen,  um ihn zu entkräften. 

Die Menschen würden sich nicht klar machen, hielt bereits der heilige Augustinus dagegen, dass es ihre Sünden seien und nicht ihr Körper, die sie von Gott fernhielten: „Sie wollten nicht einsehen, dass Gott selbst bereits zu ihnen herabgestiegen war, indem er menschliches Fleisch angenommen hatte, welches sie auf immer hinter sich lassen wollten.“

So hält die Kirche bis heute daran fest, dass der Mensch nach Seele und Leib von Gott geschaffen ist, und die Welt Gottes gute Schöpfung ist und bleibt.  In dieser Tradition versucht auch die „Theologie des Leibes“ anhand der Bibel und der Überlieferung der Kirche die Bedeutung der Leiblichkeit des Menschen, der Sexualität und des erotischen Verlangens zu erkunden.

Papst Johannes Paul II. und die Theologie des Leibes

Beim Thema „Theologie des Leibes“ erwarteten die Teilnehmer spannende Impulse, Vorträge und Diskussionen über die Bedeutung der Leiblichkeit des Menschen und welche Rolle sie in der menschlichen Berufung zur Liebe spieltPapst Johannes Paul II. hat in einer Reihe von Vorträgen von September 1979 bis November 1984 die „Theologie des Leibes“ als eine Art Arbeitsinstrument entwickelt. Der Papst geht in seinen Ausführungen von der menschlichen Erfahrung aus, um die Harmonie mit der kirchlichen Lehre aufzuzeigen. Mit größtmöglichem Respekt vor der eigenen Freiheit lädt er dazu ein, die eigene Würde zu entdecken. Es ist daher eine Botschaft der Heilung und der Erlösung, nicht der Verurteilung. Die Perspektive des Papstes richtet sich auf eine möglichst volle Entdeckung und Verwirklichung der menschlichen  Berufung zur Liebe, welche letztlich zum Glück führt.

Das Seminar

In Vortragseinheiten, aber vor allem im gemeinsamen Gebet, im Austausch und in der gemeinsam gestalteten Freizeit mit Sport und Spiel fanden die Teilnehmer des jüngsten Einkehrwochenendes zum Thema nun wertvolle Hinweise, die sie auch für ihre eigene Suche und in ihrem Alltag umsetzen und vertiefen können. Bemerkenswert ist, dass dabei auch  viele Jugendliche die Möglichkeit zur Beichte nutzten.  

Die Theologie des Leibes und die Neuevangelisierung

Gerade im Zuge der Initiative zur gesellschaftlichen Erneuerung im Geiste des Evangeliums, der Neuevangelisierung,  kann die „Theologie des Leibes“ eine wirksame Sprache sein, um von Gottes Liebe zu reden, entdeckten die Teilnehmer der Veranstaltung. Sie „erdet“ die himmlischen Geheimnisse. Gerade in der Leiblichkeit, die der einzelne täglich erfährt, will Gott den Menschen begegnen. Die Liebe Gottes ist nicht mehr etwas Entferntes und Abgehobenes, sondern in der persönlichen Erfahrung präsent.

Indem der Mensch seine Leiblichkeit als Herausforderung und Aufgabenstellung vernimmt, wird er auch bereit für die göttliche Antwort, lernten die jungen Seminarteilnehmer. Die geistige Dimension des Menschen kommt in seiner Leiblichkeit zum Ausdruck, und Christus macht dem Menschen den Menschen kund.

Referent war der 1966 in Deutschland geborene Corbin Gams, der Studienleiter des „Studienlehrgangs Theologie des Leibes“ an der Päpstlichen Hochschule im Zisterzienserstift Heiligenkreuz (Österreich ist)Es geht dabei um Hilfen, die Würde des Menschen und seine Berufung zu entdecken. In der Vorbereitung  der Sakramente, insbesondere der Eucharistie und der Ehe, aber auch in der geistlichen Begleitung bietet dabei die katholische Kirche Jugendlichen die Möglichkeit, ihr spirituelles Leben auch durch den Alltag zu tragen.

Angaben zum Referenten

Der für die Einkehrzeit geladene Referent, Corbin Gams, 1966 in Deutschland geboren, arbeitete nach seinem Theologiestudium in verschiedenen Gemeinden in Deutschland und in der Schweiz. Von 2003 bis 2011 war er vor allem in kirchlichen Projekten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Leiter tätig. Zurzeit konzentriert sich seine Arbeit auf zwei große Projekte: Die Verbreitung der „Theologie des Leibes“ innerhalb des Vereins „Vision Liebe“, und ein Pilotprojekt der österreichischen Bischofskonferenz mit dem Titel „Initiative Christliche Familie“. In deren Auftrag wurde er auch zum Studienleiter des Studienlehrgangs „Theologie des Leibes“ an der Päpstlichen Hochschule im Zisterzienserstift Heiligenkreuz (Österreich) berufen.

Beachten Sie auch unsere erweiterte Bildergalerie zur Veranstaltung hier auf Facebook!

In diesem Zusammenhang weisen wir Sie gerne auch auf die Beilage unseres aktuellen „L“-Magazins hin, in der P. George Elsbett LC sich vertiefend mit der Materie befasst

 

Ein Referent der Hochschule Heiligenkreuz führte 18 junge Männer in die von Johannes Paul II. entwickelte „Theologie des Leibes” ein.

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Mittwoch, 5. Juni 2012

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