Fehler
  • JUser: :_load: Fehler beim Laden des Benutzers mit der ID: 59
Samstag, 1. März 2003

Wenn Bischöfe nicht tanzen müssen…


Die Berufungsgeschichte von Vincenz Heereman nLC

Vincenz Heereman LCVincenz Heereman wurde am 5. April 1984 in Meerbusch (Rheinland) als fünftes von sechs Kindern geboren. Von seinen Eltern lernte er, den Glauben lebendig und tatkräftig im Engagement für die Kirche zu leben. Bis zur 8. Klasse besuchte er das Arndt-Gymnasium in Krefeld. Dann besuchte er 4 Jahre lang die apostolische Schule der Legionäre Christi in Frankreich, bis er dort im Sommer 2002 das französische Abitur abgelegt hat.

Die Anfänge meiner Berufungsgeschichte reichen weit bis in die Jahre meiner Kindheit zurück, und ich kenne sie nur aus Erzählungen. Das erste Anzeichen einer Berufung war im Alter von vier oder fünf Jahren. Damals sollte ich mit ein paar anderen Kindern lernen, wie man Quadrille tanzt. Ich soll damals zu meiner Mutter gegangen sein und sie gefragt haben: Mami, müssen Bischöfe tanzen? Erstaunt und amüsiert gab mir meine Mutter zur Antwort, dass Bischöfe nicht tanzen müssten mein Weg zum geweihten Leben war bereits besiegelt.

Meine Kindheit verlief normal, zwischen Schule, Spielen und Musik. Es war eine sehr glückliche Kindheit in einem gesunden und gläubigen Elternhaus; außer meinen Eltern trug dazu besonders die Tatsache bei, dass ich das fünfte von sechs Kindern war. Meine Brüder zeigten mir durch ihr Beispiel, wie man auf einem Hof leben konnte, ohne sich jemals zu langweilen, was man tun und lassen sollte, und dass echte Coolheit, wie sie von einem überall erwartet wurde, in der gelassenen Souveränität, der Sicherheit und Treue zu den eigenen Prinzipien, besonders des Glaubens, zu finden sei.

In der Schule hatte ich nie Probleme und, da ich über keinen ausgeprägten Arbeitsdrang verfügte, tat ich nur das Nötigste. Auf meinen Lorbeeren ruhend brachte ich meine Lehrer auf die Palme, indem ich jeden Unterricht durch Blödeleien störte. Auch hier half das brüderliche Vorbild. Das gleiche Vorbild schlug allerdings fehl, als es darum ging, aus mir einen Fußballer zu machen. Nach zwei erfolglosen Jahren in einem Verein, ließ ich alle Sportlerträume fallen und wandte mich intensiver als zuvor dem Hornspielen zu, was mir mehr Spaß machte und meinen Fertigkeiten eher entsprach.

Meine Familie hatte die Legionäre Christi schon 1989 kennen gelernt, und im Jahre 1994 trat mein älterer Bruder Sylvester ins Noviziat ein. Das war für mich eine Überraschung und gewissermaßen betrachte ich ihn als Nachmacher. Aber sein Eintreten sollte entscheidend sein. Kurz darauf nahm ich an meinem ersten Sommercamp teil, wo ich mich auf den ersten Blick in die Spiritualität und Lebensweise der Legionäre verliebte; sicherlich noch auf kindliche Weise, aber so wurde das Rufen des Heiligen Geistes deutlicher. Nun wollte ich also Legionär werden, war aber gerade mal elf Jahre alt. Der Gedanke, noch sieben Jahre bis zum Abitur warten zu müssen, machte mich verrückt; ich hielt es für Zeitverschwendung Gott war der gleichen Meinung.

1996 gründeten die Legionäre in Paris eine apostolische Schule. Ein Bruder erzählte mir davon und erklärte mir, es sei ein Internat für Jungs, die schon in frühen Jahren den Ruf Gottes verspüren und in einem Umfeld von großer Lebensfreude, echter Freundschaft, viel Sport, geistlicher Begleitung und Gebet diese Entscheidung in sich reifen lassen wollen und sich, sollte es denn ihr Weg sein, auf das Noviziat vorbereiten. Im Sommer 1997 besuchte ich die Schule und kam absolut begeistert zurück. Für meine Eltern war der Gedanke eher gewöhnungsbedürftig, und so sollte ich noch ein Jahr zu Hause bleiben.

Während dieses einen Jahres machte ich neben der Schule sehr viel Musik, und es öffneten sich mir viele Türen zu einem Musikerleben. Sicherlich hätte es mich gereizt, da ich begeistert musiziere, aber die Gnade Gottes, die mit seinem Ruf einhergeht, war stärker… Ich hatte schon beschlossen, erst ein halbes Jahr später in die apostolische Schule zu gehen, um an verschiedenen Musikwettbewerben teilnehmen zu können. Dann aber ging ich zu Ostern 1998 nach Rom, wo mir der Himmel eine echte Gnadendusche gewährte. Insbesondere das Geschenk, den heiligen Vater persönlich begrüßen zu dürfen, machte mir klar, dass ich die Pläne Gottes nicht hinter meine eigenen stellen durfte. So erklärte ich meinen erstaunten Eltern, dass ich doch noch im Sommer in die Schule gehen wollte. Das tat ich dann, zu meinem großen Glück, und habe dort vier wunderschöne und gnadenreiche Jahre verbracht.

Nach dem Abitur bin ich ins Noviziat eingetreten. Tanzen muss ich hier nicht, auch wenn ich kein Bischof bin, aber glücklich, dass ich ganz und gar auf den wunderbaren Wegen Gottes bin.

Vincenz Heereman nLC

aus: L, Vierteljährliches Magazin der Legionäre Christi, 2003 03


Wenn Bischöfe nicht tanzen müssen…

Wenn Bischöfe nicht tanzen müssen…

Vincenz Heereman LCVincenz Heereman wurde am 5. April 1984 in Meerbusch (Rheinland) als fünftes von sechs Kindern geboren. Von seinen Eltern lernte er, den Glauben lebendig und tatkräftig im Engagement für die Kirche zu leben. Bis zur 8. Klasse besuchte er das Arndt-Gymnasium in Krefeld. Dann besuchte er 4 Jahre lang die apostolische Schule der Legionäre Christi in Frankreich, bis er dort im Sommer 2002 das französische Abitur abgelegt hat.

Die Anfänge meiner Berufungsgeschichte reichen weit bis in die Jahre meiner Kindheit zurück, und ich kenne sie nur aus Erzählungen. Das erste Anzeichen einer Berufung war im Alter von vier oder fünf Jahren. Damals sollte ich mit ein paar anderen Kindern lernen, wie man Quadrille tanzt. Ich soll damals zu meiner Mutter gegangen sein und sie gefragt haben: Mami, müssen Bischöfe tanzen? Erstaunt und amüsiert gab mir meine Mutter zur Antwort, dass Bischöfe nicht tanzen müssten mein Weg zum geweihten Leben war bereits besiegelt.

Meine Kindheit verlief normal, zwischen Schule, Spielen und Musik. Es war eine sehr glückliche Kindheit in einem gesunden und gläubigen Elternhaus; außer meinen Eltern trug dazu besonders die Tatsache bei, dass ich das fünfte von sechs Kindern war. Meine Brüder zeigten mir durch ihr Beispiel, wie man auf einem Hof leben konnte, ohne sich jemals zu langweilen, was man tun und lassen sollte, und dass echte Coolheit, wie sie von einem überall erwartet wurde, in der gelassenen Souveränität, der Sicherheit und Treue zu den eigenen Prinzipien, besonders des Glaubens, zu finden sei.

In der Schule hatte ich nie Probleme und, da ich über keinen ausgeprägten Arbeitsdrang verfügte, tat ich nur das Nötigste. Auf meinen Lorbeeren ruhend brachte ich meine Lehrer auf die Palme, indem ich jeden Unterricht durch Blödeleien störte. Auch hier half das brüderliche Vorbild. Das gleiche Vorbild schlug allerdings fehl, als es darum ging, aus mir einen Fußballer zu machen. Nach zwei erfolglosen Jahren in einem Verein, ließ ich alle Sportlerträume fallen und wandte mich intensiver als zuvor dem Hornspielen zu, was mir mehr Spaß machte und meinen Fertigkeiten eher entsprach.

Meine Familie hatte die Legionäre Christi schon 1989 kennen gelernt, und im Jahre 1994 trat mein älterer Bruder Sylvester ins Noviziat ein. Das war für mich eine Überraschung und gewissermaßen betrachte ich ihn als Nachmacher. Aber sein Eintreten sollte entscheidend sein. Kurz darauf nahm ich an meinem ersten Sommercamp teil, wo ich mich auf den ersten Blick in die Spiritualität und Lebensweise der Legionäre verliebte; sicherlich noch auf kindliche Weise, aber so wurde das Rufen des Heiligen Geistes deutlicher. Nun wollte ich also Legionär werden, war aber gerade mal elf Jahre alt. Der Gedanke, noch sieben Jahre bis zum Abitur warten zu müssen, machte mich verrückt; ich hielt es für Zeitverschwendung Gott war der gleichen Meinung.

1996 gründeten die Legionäre in Paris eine apostolische Schule. Ein Bruder erzählte mir davon und erklärte mir, es sei ein Internat für Jungs, die schon in frühen Jahren den Ruf Gottes verspüren und in einem Umfeld von großer Lebensfreude, echter Freundschaft, viel Sport, geistlicher Begleitung und Gebet diese Entscheidung in sich reifen lassen wollen und sich, sollte es denn ihr Weg sein, auf das Noviziat vorbereiten. Im Sommer 1997 besuchte ich die Schule und kam absolut begeistert zurück. Für meine Eltern war der Gedanke eher gewöhnungsbedürftig, und so sollte ich noch ein Jahr zu Hause bleiben.

Während dieses einen Jahres machte ich neben der Schule sehr viel Musik, und es öffneten sich mir viele Türen zu einem Musikerleben. Sicherlich hätte es mich gereizt, da ich begeistert musiziere, aber die Gnade Gottes, die mit seinem Ruf einhergeht, war stärker… Ich hatte schon beschlossen, erst ein halbes Jahr später in die apostolische Schule zu gehen, um an verschiedenen Musikwettbewerben teilnehmen zu können. Dann aber ging ich zu Ostern 1998 nach Rom, wo mir der Himmel eine echte Gnadendusche gewährte. Insbesondere das Geschenk, den heiligen Vater persönlich begrüßen zu dürfen, machte mir klar, dass ich die Pläne Gottes nicht hinter meine eigenen stellen durfte. So erklärte ich meinen erstaunten Eltern, dass ich doch noch im Sommer in die Schule gehen wollte. Das tat ich dann, zu meinem großen Glück, und habe dort vier wunderschöne und gnadenreiche Jahre verbracht.

Nach dem Abitur bin ich ins Noviziat eingetreten. Tanzen muss ich hier nicht, auch wenn ich kein Bischof bin, aber glücklich, dass ich ganz und gar auf den wunderbaren Wegen Gottes bin.

Vincenz Heereman nLC

aus: L, Vierteljährliches Magazin der Legionäre Christi, 2003 03

 

Die Berufungsgeschichte von Vincenz Heereman nLC

close
Samstag, 28. März 2003

Direktlink senden

http://www.regnumchristi.org/de/component/k2/item/981-wenn-bischoefe-nicht-tanzen-muessen/

Diesen Artikel empfehlen:



To listen to this song, you need the latest Flash-Player and active javascript in your browser.