Mittwoch, 27. März 2013

Den Verräter entlarven


Tägliche Meditationen - 27. März 2013

Mittwoch der Karwoche
Heimo von Halberstadt, OSB

P. James Swanson LC

Mt 26,1425
Einer der Zwölf namens Judas Iskariot ging zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.

Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich möchte dich auf deinem Weg nach Kalvaria begleiten. Je mehr ich dich betrachte, wie du übersät mit Wunden nach der Geißelung am Kreuz hängst, umso mehr werde ich in deiner Liebe bleiben und mein Tun auf der Wahrheit gründen können. Ich weiß, dass du mich mit ewiger Liebe liebst: Du hast es auf dem Holz des Kreuzes bewiesen. Darum will ich nun auf deine Liebe mit Dankbarkeit, Frieden und dem festen Entschluss antworten, deine Liebe den Menschen weiterzugeben.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, fest in meinem Glauben zu stehen.

1.  Einer der Zwölf soll ein Verräter sein? Wir meinen oft, dass Judas verschieden gewesen sein muss, schlechter als die anderen Jünger. Wenn das gestimmt hätte, hätte jeder sofort ihn verdächtigt, als Jesus sagte: „Einer von euch wird mich verraten.“ Sie hätten vermutet: „Es muss Judas sein. Er war schon immer böse. Er ist fähig, Jesus zu verraten. Ich verstehe nicht, warum Jesus ihn ausgewählt hat.“ Doch Judas schien sich nicht so offensichtlich von ihnen zu unterscheiden. Sonst hätten sie ihn ja sofort verdächtigt. Jeder von uns kann ein Judas werden, nach und nach, indem wir unsere Prinzipien immer mehr aufgeben, zuerst in den kleinen Dingen, und dann auch in wichtigen Angelegenheiten. Im christlichen Leben braucht es immer eine gesunde Spannung zwischen dem Vorwärtsstreben und der Wachsamkeit. Wer in den kleinen Dingen treu ist, ist es auch in den Großen.

2. Bin ich es? Alle Apostel fragen: „Bin ich es?” Warum? Wollte vielleicht jeder von ihnen ihn verraten? Nein, aber sie befanden sich in einer gefährlichen Lage. Die Pharisäer hatten beschlossen, Jesus umzubringen. Die Apostel wussten das. Darum waren sie alle für eine Weile nach Jericho gegangen. Jerusalem war zu gefährlich. Sie konnten sich alle denken, dass sie am nächsten Tag, wenn sie mit Jesus in den Tempel gingen, im Trubel der Menge gepackt werden und mit dem Tod bedroht werden könnten, um zu verraten, wo Jesus in der Nacht gefunden werden kann. Was würden sie dann sagen? Würde ich Jesus verraten, wenn mein eigenes Leben in Gefahr wäre? Aus diesem Grund fragen sie: „Bin ich es?“ Wenn es ernst wird, was kommt dann in meinem Leben zuerst? Käme ich jemals auf den Gedanken, Jesus für etwas anderes zu verkaufen?

3. Wachsamkeit des Herzens. Judas hatte alles besessen, um ein großer Apostel zu werden. Jesus hat ihn wegen seiner Qualitäten ausgewählt. Gott legt niemals im Voraus das Verderben einer Person fest. Was war also mit ihm geschehen? Irgendwann hatte er aufgehört, seine Freundschaft mit Christus zu pflegen. Manchen fällt hier vielleicht die Rede Jesu über das Brot des Lebens im sechsten Kapitel des Johannes ein. Judas konnte vielleicht nicht akzeptieren, dass er den Leib und das Blut Jesu essen sollte. Jesus hatte nicht recht und musste darum ein falscher Messias sein. In Johannes 6,64 lesen wir, dass Jesus wusste, wer sein Verräter sein würde. In Johannes 6,67 gibt Jesus Judas eine Chance, die Gruppe zu verlassen und ein gerechter Mann zu bleiben. Er bleibt aber und wird so zu einem Heuchler – ein „Teufel“ mit den Worten Jesu – und beginnt den Weg, der ihn zum Verrat führen wird. Wir wissen, dass unser Glaube das kostbarste Geschenk ist, das wir von Gott empfangen haben. Sind wir wachsam und geben unserem Glauben Nahrung, damit er wächst und stärker wird?

Gespräch mit Christus: Herr, ich habe dich so oft verraten, auch dann, wenn ich beim Essen in einem Restaurant nicht den Mut hatte, vor dem Essen zu beten, aus Angst, als frommer Katholik erkannt zu werden. Dein Leiden und Tod mögen mir helfen, den Mut zu haben, meine Überzeugungen immer zu leben.

Vorsatz:  Heute will ich die Forderungen meines Glaubens erfüllen und offen zu meinem Glauben stehen. Ich will Christus nicht verraten, auch nicht in den kleinen Dingen.


Den Verräter entlarven

Den Verräter entlarven

Mittwoch der Karwoche
Heimo von Halberstadt, OSB

P. James Swanson LC

Mt 26,1425
Einer der Zwölf namens Judas Iskariot ging zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.

Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern. Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.

Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

Einführendes Gebet:  Herr Jesus, ich möchte dich auf deinem Weg nach Kalvaria begleiten. Je mehr ich dich betrachte, wie du übersät mit Wunden nach der Geißelung am Kreuz hängst, umso mehr werde ich in deiner Liebe bleiben und mein Tun auf der Wahrheit gründen können. Ich weiß, dass du mich mit ewiger Liebe liebst: Du hast es auf dem Holz des Kreuzes bewiesen. Darum will ich nun auf deine Liebe mit Dankbarkeit, Frieden und dem festen Entschluss antworten, deine Liebe den Menschen weiterzugeben.

Bitte: Herr Jesus, hilf mir, fest in meinem Glauben zu stehen.

1.  Einer der Zwölf soll ein Verräter sein? Wir meinen oft, dass Judas verschieden gewesen sein muss, schlechter als die anderen Jünger. Wenn das gestimmt hätte, hätte jeder sofort ihn verdächtigt, als Jesus sagte: „Einer von euch wird mich verraten.“ Sie hätten vermutet: „Es muss Judas sein. Er war schon immer böse. Er ist fähig, Jesus zu verraten. Ich verstehe nicht, warum Jesus ihn ausgewählt hat.“ Doch Judas schien sich nicht so offensichtlich von ihnen zu unterscheiden. Sonst hätten sie ihn ja sofort verdächtigt. Jeder von uns kann ein Judas werden, nach und nach, indem wir unsere Prinzipien immer mehr aufgeben, zuerst in den kleinen Dingen, und dann auch in wichtigen Angelegenheiten. Im christlichen Leben braucht es immer eine gesunde Spannung zwischen dem Vorwärtsstreben und der Wachsamkeit. Wer in den kleinen Dingen treu ist, ist es auch in den Großen.

2. Bin ich es? Alle Apostel fragen: „Bin ich es?” Warum? Wollte vielleicht jeder von ihnen ihn verraten? Nein, aber sie befanden sich in einer gefährlichen Lage. Die Pharisäer hatten beschlossen, Jesus umzubringen. Die Apostel wussten das. Darum waren sie alle für eine Weile nach Jericho gegangen. Jerusalem war zu gefährlich. Sie konnten sich alle denken, dass sie am nächsten Tag, wenn sie mit Jesus in den Tempel gingen, im Trubel der Menge gepackt werden und mit dem Tod bedroht werden könnten, um zu verraten, wo Jesus in der Nacht gefunden werden kann. Was würden sie dann sagen? Würde ich Jesus verraten, wenn mein eigenes Leben in Gefahr wäre? Aus diesem Grund fragen sie: „Bin ich es?“ Wenn es ernst wird, was kommt dann in meinem Leben zuerst? Käme ich jemals auf den Gedanken, Jesus für etwas anderes zu verkaufen?

3. Wachsamkeit des Herzens. Judas hatte alles besessen, um ein großer Apostel zu werden. Jesus hat ihn wegen seiner Qualitäten ausgewählt. Gott legt niemals im Voraus das Verderben einer Person fest. Was war also mit ihm geschehen? Irgendwann hatte er aufgehört, seine Freundschaft mit Christus zu pflegen. Manchen fällt hier vielleicht die Rede Jesu über das Brot des Lebens im sechsten Kapitel des Johannes ein. Judas konnte vielleicht nicht akzeptieren, dass er den Leib und das Blut Jesu essen sollte. Jesus hatte nicht recht und musste darum ein falscher Messias sein. In Johannes 6,64 lesen wir, dass Jesus wusste, wer sein Verräter sein würde. In Johannes 6,67 gibt Jesus Judas eine Chance, die Gruppe zu verlassen und ein gerechter Mann zu bleiben. Er bleibt aber und wird so zu einem Heuchler – ein „Teufel“ mit den Worten Jesu – und beginnt den Weg, der ihn zum Verrat führen wird. Wir wissen, dass unser Glaube das kostbarste Geschenk ist, das wir von Gott empfangen haben. Sind wir wachsam und geben unserem Glauben Nahrung, damit er wächst und stärker wird?

Gespräch mit Christus: Herr, ich habe dich so oft verraten, auch dann, wenn ich beim Essen in einem Restaurant nicht den Mut hatte, vor dem Essen zu beten, aus Angst, als frommer Katholik erkannt zu werden. Dein Leiden und Tod mögen mir helfen, den Mut zu haben, meine Überzeugungen immer zu leben.

Vorsatz:  Heute will ich die Forderungen meines Glaubens erfüllen und offen zu meinem Glauben stehen. Ich will Christus nicht verraten, auch nicht in den kleinen Dingen.

 

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