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Mittwoch, 1. August 2007

Denjenigen, die Gott lieben, gelingt alles zum Guten


Pater William Webster LC

William Webster LCP. William Webster erblickte am 29. Februar 1980 in Charlotte, North Carolina (USA) das Licht der Welt. Er erwarb sich 1998 als einer der zehn Besten des Jahrgangs am Stanton College Prep in Jacksonville, Florida (USA), das Abitur. Von 1998 bis 2000 studierte er an der staatlichen Universität Floridas in Gainesville Medizin und Kunstwissenschaften. Am 14. September 2000 trat er in Cheshire, Connecticut (USA) bei der Kongregation der Legionäre Christi ein und absolvierte sein Noviziat in Bad Münstereifel (Deutschland). Er erhielt in Cheshire ein Diplom in humanistischen Studien, bevor er an der päpstlichen Universität Regina Apostolorum in Rom je einen Bachelor in Philosophie und in Theologie erwarb. Während drei Jahren wirkte er als Assistent des Rektors des Zentrums für höhere Studien in Thornwood, New York (USA). Seit August 2007 war er im Süden Deutschlands in der Familienpastoral und der geistlichen Begleitung der Wohltäter der Legionäre Christi tätig.

Denjenigen, die Gott lieben, gelingt alles zum Guten

Am 16. Oktober begleitete ich einen Priester auf dem Petersplatz in Rom beim Austeilen der heiligen Kommunion. Ich habe mich in meiner Soutane mit Chorrock unter der Mittagsonne pitschnass geschwitzt. Doch die dreistündige Messe war dies wert. Die selige Mutter Theresa von Kalkutta wurde eben erst selig gesprochen und ich war dort als ein Ministrant um Christus für ihr und mein Leben zu danken.

Schwere Geburt, gesegnete Kindheit

Der Arzt der Neugeborenenabteilung des katholischen Krankenhauses in Charlotte, North Carolina (Vereinigte Staaten), versicherte meiner Mutter, dass ich nicht am 29. Februar geboren werden würde (Schaltjahr). Ich wurde nicht bloss dann geboren, ich kam mit stattlichen vierzehn Pfund und hohem Fieber zur Welt. Ich wurde umgehend getauft und in die Intensivstation gebracht. Niemand glaubte, dass ich die kommende Woche noch erleben würde. Das war 1980.

Schon als kleiner Junge erinnerten mich meine Eltern, dass Gott einen Plan für mich haben musste, da er mich wohlbehalten durch diese schweren Anfangstage gebracht hatte. In diesem vom Glauben geprägten Umfeld wuchs ich auf: Eine tägliche Berührung mit der Realität Gottes in unserem Elternhaus. Wir beteten jedes Mal vor dem Essen das Tischgebet, jeden Abend ein Nachtgebet und wir gingen jeden Sonntag zur Messe. Ich war der vierte von fünf Kindern. Wir lernten die Liebe in der Familie und den Glauben an Jesus Christus schätzen. Und dies ist bereits genug, damit eine christliche Berufung erblühen kann.

Im Alter von elf Jahren empfing ich zum ersten Mal die Kommunion ein Tag glücklicher Erinnerungen. 1982 zog unsere Familie nach Jacksonville, Florida (Vereinigte Staaten). Dort ging ich zur Loretto Grundschule.  Dann wechselte ich zur Mandarin Schule für die Mittlere Reife bevor ich schließlich am Stanton College Prep unter den zehn Besten der Klasse abschloss. Die Religionsunterrichte am Mittwochabend in der örtlichen St. Josefs Pfarrei vervollständigten die von Eltern erhaltenen Unterweisungen im Glauben. Während der Sommer fuhr ich zu einwöchigen Bibellagern. 1994 erhielt ich vom allseits beliebten Bischof der Diözese St. Augustin (Florida), John Snyder, das Sakrament der Firmung. Meine Zeit bei den Pfadfindern formte meinen Charakter eine unbezahlbare Erfahrung. Im März 1996 erhielt ich zusammen mit zwei Sandkastenfreunden den höchsten Rang der Pfadfinder. Die Inlinehockeyspiele mit meinen Freunden hielten mich von Schwierigkeiten fern. Im Sommer gingen wir wandern, Kanu fahren, auf Wildwasserrafting, zelten, schwimmen, surfen, fischen Sachen, wovon ein Junge so träumt.

Eine Erfahrung der Liebe Gottes und eine grosszügige Antwort

Als ich sechzehn Jahre alt war, lud mich meine ältere Schwester zu einer Jugendtagung in Steuebenville (Ohio) ein. Dort verbrachten wir zusammen mit Jugendlichen aus dem ganzen Land ein Wochenende im Gebet und mit ausbildenden Tätigkeiten. Im mit tausenden gefüllten Anbetungszelt entdeckte ich Christus als meinen besten Freund. Ich war im Herzen zutiefst von dem Gedanken bewegt, dass Christus über Jahrhunderte in der Eucharistie ausharrte, nur um mit mir sein zu können. Ich war fasziniert von Christus und begann täglich zu beten und in der Schrift zu lesen. Ich konnte mich nicht zurückhalten, musste von Jesus erzählen, der uns kennt und uns mehr denn jemand anders liebt. Doch ich kannte niemanden, der mich auf diesem Weg hätte führen können keinen geistlichen Leiter.

Nach einiger Zeit begegnete ich einem netten Mädchen, mit welchem ich mich zu treffen begann. Sie war von der örtlichen anglikanischen Gemeinde und so begann ich an deren Jugendaktivitäten teilzunehmen. Dort trafen wir uns oft. Ich schloss viele Freundschaften und begann bald eine führende Rolle in der Gruppe einzunehmen. So wurde der Jugendpastor auf mich aufmerksam und lud mich ein, mich aktiv in den sonntäglichen Gottesdienst einzubringen. Dies war 1998. Nun war ich im Dilemma. Ich war Katholik und gleichwohl gefielen mir die Aktivitäten in der anglikanischen Jugendgruppe. Zunächst begleitete ich weiterhin meine Familie beim sonntäglichen Messgang und ging anschließend noch in den anglikanischen Gottesdienst. Während des Schuljahres fing ich allerdings an, den Gang zur Messe zu vernachlässigen und ausschließlich am anglikanischen Gottesdienst teilzunehmen. Schon bald wurde ich die rechte Hand des dortigen Jugendpastors, leitete die wöchentlichen Bibelgruppen und die Sommermissionen, in denen wir armen Leuten Häuser bauten. Ich stellte meine jugendliche Energie freudig in den Dienst am Nächsten.

Sich mit einer Berufung zurecht finden

Während der Momente im Anbetungszelt in Steuebenville kam mir erstmals eine Idee, die ich nie zuvor hatte: Ich könnte Priester sein. Der Einfall überraschte mich zwar, doch er erschreckte mich keineswegs. Nichtsdestotrotz wagte ich es nicht, dieses Geheimnis jemandem mitzuteilen. Als mich schließlich eines Tags der Jugendpastors der anglikanischen Gemeinde fragte, ob ich schon mal daran gedacht habe, den Priesterberuf zu ergreifen, ich diese seine Frage bejahen konnte. Von dieser Antwort an, wurde ich von den anglikanischen Pastoren eingeladen, in ihr Seminar einzutreten.

Nun wusste ich zwar, dass es irgendeinen Unterschied zwischen der anglikanischen und katholischen Kirche gab doch war mir das Ganze noch nicht sonderlich klar. Rein äußerlich schien die anglikanische Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche sehr ähnlich. Einige anglikanischen Pastoren erklärten: Wir sind die englisch-katholische Kirche und die anderen sind römisch-katholisch, doch letzten Endes sind wir alle katholisch. Dies war eine interessante Erklärung, die mir noch während einiger Zeit durch den Kopf ging. Einige Male hatte ich hitzige Diskussionen mit meinem Vater. Er versuchte mir zu erklären, dass die anglikanische Glaubensgemeinschaft sich im 16. Jahrhundert von der katholischen Kirche abgespalten hatte und deswegen die Sakramente der Eucharistie und der Priesterweihe nicht gültig sei.

Ich war ein Achtzehnjähriger, der sich gegen seine Eltern auflehnte. Zwar waren die Erläuterungen meines Vaters schlüssig, dessen ungeachtet leitete ich erste Schritte ein, um die Studien zum anglikanischen Pastor aufzunehmen.

Das anglikanische Seminar in Virginia antwortete positiv auf meine Anfrage, verlangte zum Eintritt jedoch einen abgeschlossenen Bachelor. 1998 zog ich von zuhause aus, um an der Universität Floridas in Gainesville (USA) meine Studien aufzunehmen. Da bildende Künste und menschliche Anatomie mein Interesse weckten, begann ich mit einem Doppelbachelor in Kunst und Medizin. Die ersten beiden Semester waren für mich ein echtes Abenteuer. Viele Veränderungen eine neue Freundin, ein neues Zuhause mit neuen Zimmergenossen, eine neue Arbeit in einem örtlichen Restaurant hielten mich auf Trapp. Ich betete viel weniger, weil ich meinte, ich zu viel zu tun habe. Ich engagierte mich ehrenamtlich bei der anglikanischen Universitätsgemeinde doch auch da gab es nicht viel Zeit für Gebet. Die Geschäftigkeit der Tage und Wochen drängte mich in meinem Plan, die acht Semester hinter mich zu bringen, um dann ins Seminar in Virginia einzutreten, kopflos voran.

Dieser Alltag erlebte einen tiefen Wandel an dem Tag, an welchem ich den Weg zurück zur Beichte fand.

Die Entscheidung katholischen Priester zu werden

Es waren schon viele Jahre vergangen seit ich das letzte Mal in einem Beichtstuhl kniete, doch ich hatte einige Dinge angestellt, die mir schwer auf dem Gewissen lagen. So spürte ich die Not mich mit einem Priester auszusprechen. Der Priester lud mich zum regelmäßigen Gang zur Sonntagsmesse ein. Es war mir nicht klar, wie ich meinen Einsatz in der anglikanischen Jugendarbeit und ein eifriges katholisches Glaubensleben unter einen Hut bringen konnte. Ich entschied, dass ich nicht radikal mit etwas brechen würde. Ich würde den katholischen Glauben erneut leben und mich langsam von den Bindungen in der anglikanischen Gemeinde lösen. Denn ich wollte mein Leben und meine Energie wieder ganz in der katholischen Kirche einsetzen. Die Frage nach meiner künftigen beruflichen Entwicklung ließ ich jedoch vorerst noch offen. Doch was würde ich tun, so ich nicht in das anglikanische Seminar eintreten würde? Ich entschied mich, die drei vorlesungsfreien Monate während des Sommers 1999 also zwischen meinem zweiten und dritten Semester mit einem sozialen Einsatz auszufüllen: Häuserbau für arme Leute in der an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten gelegenen Stadt Juárez. Die Mission wurde von Minneapolis (USA) aus von der Gruppe Youthworks aus organisiert. Ich kannte die Gruppierung noch aus der Zeit meines Engagements bei der anglikanischen Jugendgemeinde. In Mexiko traf ich auf einen Priester der Erzdiözese Chicago , Father Jim, der mir zum regelmäßigen Messgang, Beichte und dem Gebet des Rosenkranzes riet. Gott würde mir sicherlich seinen Willen kundtun. Gott ruft Dich zu etwas. Du musst beten, damit Du ihn hören und ihm antworten kannst. Die einzige Person, die eine Antwort erwartet ist Gott, denn der Ruf kommt von ihm. Bestärkt durch seinen Rat nahm ich im September meine Studien wieder auf.

Im November 1999 wurde mir im Gebet zunehmend klar, dass ich Priester werden sollte, katholischer Priester. Ich sagte es meinen Eltern, die über den gefassten Entschluss überglücklich waren. Ihr Enthusiasmus ermutigte und bestärkte mich, meiner Berufung zu folgen. Die Berufung ist ein filigranes/ zerbrechliches Geschenk, die in ihren Anfangsphasen sehr zart, einer jungen Pflanze gleich, die durch starke Winde oder zu viel Sonne leicht Schaden nimmt. Alles, was man zum Schutz und Bestärkung der Berufung tun kann, sollte getan werden. Als nun der Ruf im Inneren meines Herzens reifte, hallten die Worte Father Jims in meiner Seele wieder und so stellte ich mir die Frage: Wo sollte ich denn Priester werden?

Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind. (Röm 8,28)

Wir müssen die täglichen Ereignisse unseres Lebens mit Glauben sehen, da nichts zufällig geschieht. Die Kette der Ereignisse brachte mich in Kontakt mit den Legionären Christi aus meiner Sicht: Ein Geschenk vom Himmel. Am Weihnachtsfest 1999 erwähnte meine Mutter einer Freundin gegenüber, dass ich daran dächte, Priester zu werden. Diese sagte umgehend: Vor einer Woche war ich in der Pfarrei beim Beten und sah zwei junge Priester, die auch im Gebet vertieft waren. Ich lud sie spontan zum Essen ein. Die beiden waren von einer jungen Ordensgemeinschaft, den Legionären Christi. Sie ließen mir Ihre Visitenkarte da und baten mich diese einem jungen Mann weiterzureichen, der daran denkt, den Priesterberuf zu ergreifen. Meine Mutter brachte die Karte nach Hause. Ich fragte meine Schwester, die in Steuebenville studiert hatte auf deren Urteil ich sehr vertraute, was sie mir über diese Gemeinschaft der Legionäre Christi sagen könne. Sie meinte: Die sind in Ordnung. Ruf sie an!

Im Januar 2000 begann der Pfarrer meiner Gemeinde an der Universität mit einer Predigtreihe über den Einsatz in der Kirche. Er ermutigte uns klare Schritte zu unternehmen, um unseren Egoismus und unsere Bequemlichkeit zu überwinden, und mitzuhelfen diese nach Christus dürstende Welt zu evangelisieren. Dies ermutigte mich nicht noch länger zuzuwarten: Ende des kommenden Semesters würde ich ins Seminar eintreten. So holte ich mir beim Priester in meiner Heimatpfarrei, Pfarrer Dan Cody, seinen Segen für meinen Entscheid. Ich hatte von diesem Mann viel gelernt und ich schätze sein Beispiel hoch ein. Er seinerseits freute sich, dass aus seiner Pfarrei ein Seminarist hervorging.

Im Februar 2000 traf ich zwei Legionäre Christi zum Mittagessen in einem nahe an der Uni gelegenen Steak-House. Als ich die beiden nach dem Treffen zu ihrem Auto begleitete, dachte ich mir: Das ist der Typ Priester, der ich sein möchte. Im März nahm ich in Louisiana an einem ihrer Einkehrtagen in Schweigen teil um im Verständnis der Berufung zu wachsen. Ich beschloss, umgehend einzutreten. So sagte ich dem Leiter des Einkehrtages, P. Anthony Bannon LC, dass ich Legionär werden wolle. Aber was will Gott von Dir?, war seine Antwort. War ich es nun, der mich selbst rief? Oder war es tatsächlich der Ruf Gottes? Ich war mir sicher, dass der Ruf von Gott stammte. Im Mai brach ich zu einer Pilgerreise nach Rom auf, um mein Leben in Gottes Hände zu legen. Mit der Fürsprache der heiligen Petrus und Paulus fuhr ich im Juni zur Kandidatur - ein Sommerprogramm zur Berufungsabklärung nach Cheshire, Connecticut (USA).

Die Nacht vor der Abfahrt ins Noviziat der Legionäre Christi, am 14. September 2000, kniete ich mich vor die Statue der Muttergottes im Garten des Seminars und bat sie darum, mich bis zum Tod auf diesem Weg zu begleiten. Ich wusste, dass mein Streben nach Heiligkeit nicht mit der Weihe zum Diakon oder zum Priester ein Ende nehmen dürfe obwohl mir die Weihen noch weit entfernt schienen. Die Weihe ist vielmehr ein Schritt auf dem Weg der Identifizierung meiner Seele mit Christus was ein ganzes Leben in Anspruch nehmen wird. Ich wurde von einer brennenden Sehnsucht für eine tiefere Freundschaft mit Christus erfüllt.

Am 7. September 2002 legte ich in Deutschland, wo ich meine Zeit als Novize absolvierte,  zum ersten Mal die einfachen Gelübde ab. Anschließend (2002/2003) widmete ich den humanistischen Studien in Cheshire, bevor ich im Herbst 2003 in Rom die Studien der Philosophie aufnahm.

Während einer Zeit persönlicher Schwierigkeiten in meinen Studien in Rom, erhielt ich einen Anruf meiner Mutter. Sie erzählte mir, dass sie sich während meiner Geburt vorgestellt hatte, wie die Sel. Mutter Theresa von Kalkutta betete. Dieses Bild kam ihr während der langen Geburt immer wieder in den Sinn. Ihre Beharrlichkeit im Gebet spornte meine Mutter an bei der Geburt zuversichtlich und voller Hingabe weiterzumachen. Meine Mutter betete darum, dass ich leben und gesund sein werde, und dass ich gemäß Gottes Willen heranwachsen dürfte.  Diese Erinnerung an Gottes liebender Hand in meinem Leben ermutigte mich großzügig zu sein und meine Studien voranzutreiben. Meine Mutter hatte mir diese Geschichte bis dahin nie erzählt. Die bevorstehende Seligsprechung Mutter Theresas war die Gelegenheit. Ich ging zur Messe um Jesus Christus dafür zu danken, dass er so viele Seelen zur Heiligkeit inspiriert und er uns so Beispiele außerordentlicher Leben von Christen gibt wie bei Mutter Theresa.

Mein Herz ist voller Dankbarkeit Gott gegenüber für das Geschenk heiliger Ordensgemeinschaften, die so Gott will mich zum Wohl der Menschheit zu einem effizienteren Kanal Seiner Liebe und Barmherzigkeit macht.

Laus tibi Christe.


Denjenigen, die Gott lieben, gelingt alles zum Guten

Denjenigen, die Gott lieben, gelingt alles zum Guten

William Webster LCP. William Webster erblickte am 29. Februar 1980 in Charlotte, North Carolina (USA) das Licht der Welt. Er erwarb sich 1998 als einer der zehn Besten des Jahrgangs am Stanton College Prep in Jacksonville, Florida (USA), das Abitur. Von 1998 bis 2000 studierte er an der staatlichen Universität Floridas in Gainesville Medizin und Kunstwissenschaften. Am 14. September 2000 trat er in Cheshire, Connecticut (USA) bei der Kongregation der Legionäre Christi ein und absolvierte sein Noviziat in Bad Münstereifel (Deutschland). Er erhielt in Cheshire ein Diplom in humanistischen Studien, bevor er an der päpstlichen Universität Regina Apostolorum in Rom je einen Bachelor in Philosophie und in Theologie erwarb. Während drei Jahren wirkte er als Assistent des Rektors des Zentrums für höhere Studien in Thornwood, New York (USA). Seit August 2007 war er im Süden Deutschlands in der Familienpastoral und der geistlichen Begleitung der Wohltäter der Legionäre Christi tätig.

Denjenigen, die Gott lieben, gelingt alles zum Guten

Am 16. Oktober begleitete ich einen Priester auf dem Petersplatz in Rom beim Austeilen der heiligen Kommunion. Ich habe mich in meiner Soutane mit Chorrock unter der Mittagsonne pitschnass geschwitzt. Doch die dreistündige Messe war dies wert. Die selige Mutter Theresa von Kalkutta wurde eben erst selig gesprochen und ich war dort als ein Ministrant um Christus für ihr und mein Leben zu danken.

Schwere Geburt, gesegnete Kindheit

Der Arzt der Neugeborenenabteilung des katholischen Krankenhauses in Charlotte, North Carolina (Vereinigte Staaten), versicherte meiner Mutter, dass ich nicht am 29. Februar geboren werden würde (Schaltjahr). Ich wurde nicht bloss dann geboren, ich kam mit stattlichen vierzehn Pfund und hohem Fieber zur Welt. Ich wurde umgehend getauft und in die Intensivstation gebracht. Niemand glaubte, dass ich die kommende Woche noch erleben würde. Das war 1980.

Schon als kleiner Junge erinnerten mich meine Eltern, dass Gott einen Plan für mich haben musste, da er mich wohlbehalten durch diese schweren Anfangstage gebracht hatte. In diesem vom Glauben geprägten Umfeld wuchs ich auf: Eine tägliche Berührung mit der Realität Gottes in unserem Elternhaus. Wir beteten jedes Mal vor dem Essen das Tischgebet, jeden Abend ein Nachtgebet und wir gingen jeden Sonntag zur Messe. Ich war der vierte von fünf Kindern. Wir lernten die Liebe in der Familie und den Glauben an Jesus Christus schätzen. Und dies ist bereits genug, damit eine christliche Berufung erblühen kann.

Im Alter von elf Jahren empfing ich zum ersten Mal die Kommunion ein Tag glücklicher Erinnerungen. 1982 zog unsere Familie nach Jacksonville, Florida (Vereinigte Staaten). Dort ging ich zur Loretto Grundschule.  Dann wechselte ich zur Mandarin Schule für die Mittlere Reife bevor ich schließlich am Stanton College Prep unter den zehn Besten der Klasse abschloss. Die Religionsunterrichte am Mittwochabend in der örtlichen St. Josefs Pfarrei vervollständigten die von Eltern erhaltenen Unterweisungen im Glauben. Während der Sommer fuhr ich zu einwöchigen Bibellagern. 1994 erhielt ich vom allseits beliebten Bischof der Diözese St. Augustin (Florida), John Snyder, das Sakrament der Firmung. Meine Zeit bei den Pfadfindern formte meinen Charakter eine unbezahlbare Erfahrung. Im März 1996 erhielt ich zusammen mit zwei Sandkastenfreunden den höchsten Rang der Pfadfinder. Die Inlinehockeyspiele mit meinen Freunden hielten mich von Schwierigkeiten fern. Im Sommer gingen wir wandern, Kanu fahren, auf Wildwasserrafting, zelten, schwimmen, surfen, fischen Sachen, wovon ein Junge so träumt.

Eine Erfahrung der Liebe Gottes und eine grosszügige Antwort

Als ich sechzehn Jahre alt war, lud mich meine ältere Schwester zu einer Jugendtagung in Steuebenville (Ohio) ein. Dort verbrachten wir zusammen mit Jugendlichen aus dem ganzen Land ein Wochenende im Gebet und mit ausbildenden Tätigkeiten. Im mit tausenden gefüllten Anbetungszelt entdeckte ich Christus als meinen besten Freund. Ich war im Herzen zutiefst von dem Gedanken bewegt, dass Christus über Jahrhunderte in der Eucharistie ausharrte, nur um mit mir sein zu können. Ich war fasziniert von Christus und begann täglich zu beten und in der Schrift zu lesen. Ich konnte mich nicht zurückhalten, musste von Jesus erzählen, der uns kennt und uns mehr denn jemand anders liebt. Doch ich kannte niemanden, der mich auf diesem Weg hätte führen können keinen geistlichen Leiter.

Nach einiger Zeit begegnete ich einem netten Mädchen, mit welchem ich mich zu treffen begann. Sie war von der örtlichen anglikanischen Gemeinde und so begann ich an deren Jugendaktivitäten teilzunehmen. Dort trafen wir uns oft. Ich schloss viele Freundschaften und begann bald eine führende Rolle in der Gruppe einzunehmen. So wurde der Jugendpastor auf mich aufmerksam und lud mich ein, mich aktiv in den sonntäglichen Gottesdienst einzubringen. Dies war 1998. Nun war ich im Dilemma. Ich war Katholik und gleichwohl gefielen mir die Aktivitäten in der anglikanischen Jugendgruppe. Zunächst begleitete ich weiterhin meine Familie beim sonntäglichen Messgang und ging anschließend noch in den anglikanischen Gottesdienst. Während des Schuljahres fing ich allerdings an, den Gang zur Messe zu vernachlässigen und ausschließlich am anglikanischen Gottesdienst teilzunehmen. Schon bald wurde ich die rechte Hand des dortigen Jugendpastors, leitete die wöchentlichen Bibelgruppen und die Sommermissionen, in denen wir armen Leuten Häuser bauten. Ich stellte meine jugendliche Energie freudig in den Dienst am Nächsten.

Sich mit einer Berufung zurecht finden

Während der Momente im Anbetungszelt in Steuebenville kam mir erstmals eine Idee, die ich nie zuvor hatte: Ich könnte Priester sein. Der Einfall überraschte mich zwar, doch er erschreckte mich keineswegs. Nichtsdestotrotz wagte ich es nicht, dieses Geheimnis jemandem mitzuteilen. Als mich schließlich eines Tags der Jugendpastors der anglikanischen Gemeinde fragte, ob ich schon mal daran gedacht habe, den Priesterberuf zu ergreifen, ich diese seine Frage bejahen konnte. Von dieser Antwort an, wurde ich von den anglikanischen Pastoren eingeladen, in ihr Seminar einzutreten.

Nun wusste ich zwar, dass es irgendeinen Unterschied zwischen der anglikanischen und katholischen Kirche gab doch war mir das Ganze noch nicht sonderlich klar. Rein äußerlich schien die anglikanische Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche sehr ähnlich. Einige anglikanischen Pastoren erklärten: Wir sind die englisch-katholische Kirche und die anderen sind römisch-katholisch, doch letzten Endes sind wir alle katholisch. Dies war eine interessante Erklärung, die mir noch während einiger Zeit durch den Kopf ging. Einige Male hatte ich hitzige Diskussionen mit meinem Vater. Er versuchte mir zu erklären, dass die anglikanische Glaubensgemeinschaft sich im 16. Jahrhundert von der katholischen Kirche abgespalten hatte und deswegen die Sakramente der Eucharistie und der Priesterweihe nicht gültig sei.

Ich war ein Achtzehnjähriger, der sich gegen seine Eltern auflehnte. Zwar waren die Erläuterungen meines Vaters schlüssig, dessen ungeachtet leitete ich erste Schritte ein, um die Studien zum anglikanischen Pastor aufzunehmen.

Das anglikanische Seminar in Virginia antwortete positiv auf meine Anfrage, verlangte zum Eintritt jedoch einen abgeschlossenen Bachelor. 1998 zog ich von zuhause aus, um an der Universität Floridas in Gainesville (USA) meine Studien aufzunehmen. Da bildende Künste und menschliche Anatomie mein Interesse weckten, begann ich mit einem Doppelbachelor in Kunst und Medizin. Die ersten beiden Semester waren für mich ein echtes Abenteuer. Viele Veränderungen eine neue Freundin, ein neues Zuhause mit neuen Zimmergenossen, eine neue Arbeit in einem örtlichen Restaurant hielten mich auf Trapp. Ich betete viel weniger, weil ich meinte, ich zu viel zu tun habe. Ich engagierte mich ehrenamtlich bei der anglikanischen Universitätsgemeinde doch auch da gab es nicht viel Zeit für Gebet. Die Geschäftigkeit der Tage und Wochen drängte mich in meinem Plan, die acht Semester hinter mich zu bringen, um dann ins Seminar in Virginia einzutreten, kopflos voran.

Dieser Alltag erlebte einen tiefen Wandel an dem Tag, an welchem ich den Weg zurück zur Beichte fand.

Die Entscheidung katholischen Priester zu werden

Es waren schon viele Jahre vergangen seit ich das letzte Mal in einem Beichtstuhl kniete, doch ich hatte einige Dinge angestellt, die mir schwer auf dem Gewissen lagen. So spürte ich die Not mich mit einem Priester auszusprechen. Der Priester lud mich zum regelmäßigen Gang zur Sonntagsmesse ein. Es war mir nicht klar, wie ich meinen Einsatz in der anglikanischen Jugendarbeit und ein eifriges katholisches Glaubensleben unter einen Hut bringen konnte. Ich entschied, dass ich nicht radikal mit etwas brechen würde. Ich würde den katholischen Glauben erneut leben und mich langsam von den Bindungen in der anglikanischen Gemeinde lösen. Denn ich wollte mein Leben und meine Energie wieder ganz in der katholischen Kirche einsetzen. Die Frage nach meiner künftigen beruflichen Entwicklung ließ ich jedoch vorerst noch offen. Doch was würde ich tun, so ich nicht in das anglikanische Seminar eintreten würde? Ich entschied mich, die drei vorlesungsfreien Monate während des Sommers 1999 also zwischen meinem zweiten und dritten Semester mit einem sozialen Einsatz auszufüllen: Häuserbau für arme Leute in der an der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten gelegenen Stadt Juárez. Die Mission wurde von Minneapolis (USA) aus von der Gruppe Youthworks aus organisiert. Ich kannte die Gruppierung noch aus der Zeit meines Engagements bei der anglikanischen Jugendgemeinde. In Mexiko traf ich auf einen Priester der Erzdiözese Chicago , Father Jim, der mir zum regelmäßigen Messgang, Beichte und dem Gebet des Rosenkranzes riet. Gott würde mir sicherlich seinen Willen kundtun. Gott ruft Dich zu etwas. Du musst beten, damit Du ihn hören und ihm antworten kannst. Die einzige Person, die eine Antwort erwartet ist Gott, denn der Ruf kommt von ihm. Bestärkt durch seinen Rat nahm ich im September meine Studien wieder auf.

Im November 1999 wurde mir im Gebet zunehmend klar, dass ich Priester werden sollte, katholischer Priester. Ich sagte es meinen Eltern, die über den gefassten Entschluss überglücklich waren. Ihr Enthusiasmus ermutigte und bestärkte mich, meiner Berufung zu folgen. Die Berufung ist ein filigranes/ zerbrechliches Geschenk, die in ihren Anfangsphasen sehr zart, einer jungen Pflanze gleich, die durch starke Winde oder zu viel Sonne leicht Schaden nimmt. Alles, was man zum Schutz und Bestärkung der Berufung tun kann, sollte getan werden. Als nun der Ruf im Inneren meines Herzens reifte, hallten die Worte Father Jims in meiner Seele wieder und so stellte ich mir die Frage: Wo sollte ich denn Priester werden?

Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind. (Röm 8,28)

Wir müssen die täglichen Ereignisse unseres Lebens mit Glauben sehen, da nichts zufällig geschieht. Die Kette der Ereignisse brachte mich in Kontakt mit den Legionären Christi aus meiner Sicht: Ein Geschenk vom Himmel. Am Weihnachtsfest 1999 erwähnte meine Mutter einer Freundin gegenüber, dass ich daran dächte, Priester zu werden. Diese sagte umgehend: Vor einer Woche war ich in der Pfarrei beim Beten und sah zwei junge Priester, die auch im Gebet vertieft waren. Ich lud sie spontan zum Essen ein. Die beiden waren von einer jungen Ordensgemeinschaft, den Legionären Christi. Sie ließen mir Ihre Visitenkarte da und baten mich diese einem jungen Mann weiterzureichen, der daran denkt, den Priesterberuf zu ergreifen. Meine Mutter brachte die Karte nach Hause. Ich fragte meine Schwester, die in Steuebenville studiert hatte auf deren Urteil ich sehr vertraute, was sie mir über diese Gemeinschaft der Legionäre Christi sagen könne. Sie meinte: Die sind in Ordnung. Ruf sie an!

Im Januar 2000 begann der Pfarrer meiner Gemeinde an der Universität mit einer Predigtreihe über den Einsatz in der Kirche. Er ermutigte uns klare Schritte zu unternehmen, um unseren Egoismus und unsere Bequemlichkeit zu überwinden, und mitzuhelfen diese nach Christus dürstende Welt zu evangelisieren. Dies ermutigte mich nicht noch länger zuzuwarten: Ende des kommenden Semesters würde ich ins Seminar eintreten. So holte ich mir beim Priester in meiner Heimatpfarrei, Pfarrer Dan Cody, seinen Segen für meinen Entscheid. Ich hatte von diesem Mann viel gelernt und ich schätze sein Beispiel hoch ein. Er seinerseits freute sich, dass aus seiner Pfarrei ein Seminarist hervorging.

Im Februar 2000 traf ich zwei Legionäre Christi zum Mittagessen in einem nahe an der Uni gelegenen Steak-House. Als ich die beiden nach dem Treffen zu ihrem Auto begleitete, dachte ich mir: Das ist der Typ Priester, der ich sein möchte. Im März nahm ich in Louisiana an einem ihrer Einkehrtagen in Schweigen teil um im Verständnis der Berufung zu wachsen. Ich beschloss, umgehend einzutreten. So sagte ich dem Leiter des Einkehrtages, P. Anthony Bannon LC, dass ich Legionär werden wolle. Aber was will Gott von Dir?, war seine Antwort. War ich es nun, der mich selbst rief? Oder war es tatsächlich der Ruf Gottes? Ich war mir sicher, dass der Ruf von Gott stammte. Im Mai brach ich zu einer Pilgerreise nach Rom auf, um mein Leben in Gottes Hände zu legen. Mit der Fürsprache der heiligen Petrus und Paulus fuhr ich im Juni zur Kandidatur - ein Sommerprogramm zur Berufungsabklärung nach Cheshire, Connecticut (USA).

Die Nacht vor der Abfahrt ins Noviziat der Legionäre Christi, am 14. September 2000, kniete ich mich vor die Statue der Muttergottes im Garten des Seminars und bat sie darum, mich bis zum Tod auf diesem Weg zu begleiten. Ich wusste, dass mein Streben nach Heiligkeit nicht mit der Weihe zum Diakon oder zum Priester ein Ende nehmen dürfe obwohl mir die Weihen noch weit entfernt schienen. Die Weihe ist vielmehr ein Schritt auf dem Weg der Identifizierung meiner Seele mit Christus was ein ganzes Leben in Anspruch nehmen wird. Ich wurde von einer brennenden Sehnsucht für eine tiefere Freundschaft mit Christus erfüllt.

Am 7. September 2002 legte ich in Deutschland, wo ich meine Zeit als Novize absolvierte,  zum ersten Mal die einfachen Gelübde ab. Anschließend (2002/2003) widmete ich den humanistischen Studien in Cheshire, bevor ich im Herbst 2003 in Rom die Studien der Philosophie aufnahm.

Während einer Zeit persönlicher Schwierigkeiten in meinen Studien in Rom, erhielt ich einen Anruf meiner Mutter. Sie erzählte mir, dass sie sich während meiner Geburt vorgestellt hatte, wie die Sel. Mutter Theresa von Kalkutta betete. Dieses Bild kam ihr während der langen Geburt immer wieder in den Sinn. Ihre Beharrlichkeit im Gebet spornte meine Mutter an bei der Geburt zuversichtlich und voller Hingabe weiterzumachen. Meine Mutter betete darum, dass ich leben und gesund sein werde, und dass ich gemäß Gottes Willen heranwachsen dürfte.  Diese Erinnerung an Gottes liebender Hand in meinem Leben ermutigte mich großzügig zu sein und meine Studien voranzutreiben. Meine Mutter hatte mir diese Geschichte bis dahin nie erzählt. Die bevorstehende Seligsprechung Mutter Theresas war die Gelegenheit. Ich ging zur Messe um Jesus Christus dafür zu danken, dass er so viele Seelen zur Heiligkeit inspiriert und er uns so Beispiele außerordentlicher Leben von Christen gibt wie bei Mutter Theresa.

Mein Herz ist voller Dankbarkeit Gott gegenüber für das Geschenk heiliger Ordensgemeinschaften, die so Gott will mich zum Wohl der Menschheit zu einem effizienteren Kanal Seiner Liebe und Barmherzigkeit macht.

Laus tibi Christe.

 

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